Seniorenresidenz unerwünscht? Nach Kritik: Verkauf der „ehemaligen Brauerei“ vorerst geplatzt

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Der Gebaeudekomplex in der Cyriakusstrasse: Der Verkauf ist erst einmal verschoben. Foto: Zugehoer

Heute sollen die Eschweger Stadtverordneten eigentlich über den Verkauf abstimmen. Doch dazu kommt es nicht, denn der Tagesordnungspunkt wurde bereit

Heute sollen die Eschweger Stadtverordneten eigentlich über den Verkauf abstimmen. Doch dazu kommt es nicht, denn der Tagesordnungspunkt wurde bereits gestern während der Sitzung des Bau- und Planungsauschusses gestrichen.

Laut dem Vorsitzenden des Ausschusses, Alexander Feiertag (SPD), gebe es noch zuviel ungeklärte Fragen. "Wir wollen erstens sichergestellt wissen, dass nicht direkt bis zum Cyriakusbach gebaut wird. Zweitens sind uns die vorliegenden Unterlagen zu nebulös. Wir wissen nur etwas von 110 Pflegeplätzen, die dort entstehen sollen. Und drittens muss genau geprüft werden, welchen Bedarf an Pflegeeinrichtungen wir überhaupt benötigen", so Feiertag.

Geschäftsführer der städtischen Seniorenheime schreibt Rund-Email an heimische Politiker

Kritik an dem Verkauf und dem Plan eine Seniorenresidenz zu bauen, übt auch der Geschäftsführer der städtischen Seniorenheime Eschwege, Thorsten Rost, der sich gestern mit einer Email an die Fraktionsvorsitzenden und alle Ausschussmitglieder wandte. Sein Schreiben liegt dem MARKTSPIEGEL vor. Darin heißt es unter anderem: "Wie ich zwischenzeitlich erfahren habe, geht es dabei (der Seniorenresidenz) um eine Größenordnung von 110 stationären Pflegeplätzen. Aus meiner Sicht ist dies eine Größenordnung, die deutlich über dem tatsächlichen Bedarf liegt.

In meiner Verantwortung für die kommunale Seniorenheime Eschwege gGmbH sehe ich in dieser Planung eine erhebliche Gefährdung für unsere beiden Einrichtungen. Die stationäre Pflege braucht eine Auslastung von nahe 100 Prozent um bei den derzeitigen Rahmenbedingungen dauerhaft überlebensfähig zu sein. Durch zusätzliche Plätze in Eschwege wird diese wichtige Zielgröße torpediert. Vorhandene tarifgebundene Arbeitsplätze in unseren Einrichtungen stehen damit vor einer Gefährdung."

Runder Tisch

Nachdem das Thema plötzlich so hochkochte, wird Bürgermeister Alexander Heppe einen "Runden Tisch" einberufen. "Ich möchte die Vertreter aller Einrichtungen der stationären Pflege an einem Tisch haben, damit der Geschäftsführer der Grundinvest, Christian Holzapfel, auch diesen Personen sein Vorhaben darstellen und Missverständnisse ausräumen kann", so Heppe.

An dem großen Interesse der Stadt, das Grundstück zu veräußern, habe sich indess nichts geändert. Diesbezüglich herrsche Einigkeit im Eschweger Rathaus.

Hier geht's zum Artikel von Dienstag zum Thema auf marktspiegel-online

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