Gesundheitsnetzwerk soll ärztliche Versorgung sichern

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Nentershausen, Herleshausen und Sontra kooperieren, um ein regionales Gesundheitsnetzwerk auf die Beine zu stellen.

Sontra. Um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum dauerhaft zu sichern, haben sich die Kommunen Sontra, Herleshausen und Nentershausen beim Hessischen Sozialministerium (HSM) um den Aufbau eines regionalen Gesundheitsnetzes beworben. Die Pläne stellten die Bürgermeister Thomas Eckhardt (Sontra), Burkhard Scheld (Herleshausen) und Ralf Hilmes (Nentershausen) sowie Landrat Stefan Reuß und Projektkoordinatorin Britta Salewski am Montagvormittag vor.

Wenn die Entscheidung des HSM im November positiv ausfällt, soll das Projekt im kommenden Jahr konkretisiert, im Jahr 2017 umgesetzt werden und 2018 an den Start gehen. Dann könnte in Sontra ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit Außenstellen in Herleshausen und Nentershausen entstehen. Das HSM würde die etwa 260.000 Euro teure inhaltliche Ausgestaltung im Rahmen des Gesundheitspakts 2.0 mit 50 Prozent fördern.

Landrat ist zuversichtlich

"Wir sind zuversichtlich, dass wir das Projekt umsetzen können", sagte Landrat Reuß. Zum einen wisse das Ministerium um die Strukturen im Werra-Meißner-Kreis und zum anderen um die Verlässlichkeit der Partner. Zudem steche das geplante Gesundheitsnetzwerk aufgrund seines landkreisübergreifenden Ansatzes hervor. Die Kooperation der drei Kommunen aus dem Werra-Meißner-Kreis und dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat sich mittlerweilse im Zweckverband Interkommunale Zusammenarbeit bewährt.

"Dessen Ziel ist unter anderem der Ausbau der Infrastruktur", betont Hilmes. Und die medizinische Infrastruktur genieße da höchste Priorität. Sie umfasst nicht nur Ärzte, sondern auch Apotheker, Physio- und Ergotherapeuten, Altenpflegeeinrichtungen und weitere medizinische Akteure. 26 von ihnen haben bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der sie ihre Unterstützung für das Projekt bekennen.

Akteure miteinbeziehen

"Wir wollen die bestehenden Einrichtungen nicht schwächen, sondern in die Planungen einbeziehen", betont Hilmes. Das Angebot in den Außenstellen soll sich daher am Bedarf vor Ort orientieren, sagt Scheld. Zudem sollen die Bürger mit ins Boot geholt werden.

Die haben sich in Sontra bereits Anfang des Jahres in einem Demografie-Dialog für ein MVZ ausgesprochen, erinnerte Eckhardt. Er hat auch schon einen möglichen Standort im Blick. Ob sich das leerstehende Gebäude eignet, müssen Fachleute jedoch noch überprüfen.

Wie wichtig die Initiative ist, machten Reuß und Salewski anhand einiger Zahlen deutlich. So ist die Zahl der Hausärzte im Werra-Meißner-Kreis in den vergangenen sechs Jahren um rund ein Viertel zurückgegangen. Zudem ist die größte Gruppe der Ärzte älter als 55  Jahre – und es gestaltet sich zunehmend schwierig, Nachfolger zu finden. "Allein Nentershausen hat in kürzester Zeit drei Arztstellen verloren, von denen lediglich eine durch ein MVZ aus Eisenach aufgefangen werden konnte", ergänzt Scheld.

Wie die genaue Struktur des MVZ aussehen könnte, steht noch nicht fest. Es sei denkbar, eigens eine GmbH zu gründen, oder das am Klinikum Wera-Meißner bestehende MVZ mit den Aufgaben zu betrauen, sagte Reuß.

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