Haus mit Geschichte: Ulfen will ein Heimatmuseum errichten

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Ortsvorsteher Michael Stein steht in der noch voll eingerichteten Schusterwerkstatt. Das Foto zeigt den Vorbesitzer, der noch bis 1985 mit nur zwei Rindern seine kleine Landwirtschaft betrieb.

In Ulfen soll ein heimatgeschichtliches Museum entstehen, das Gebäude dafür hat der Ortsvorsteher bereits. Nun müssen helfende Hände her, die beim Projekt mit anpacken.

Ulfen - Es ist ein Projekt, das ganz sicher noch einige Jahre Zeit braucht, um vollständig abgeschlossen zu sein: Das Heimatmuseum Ulfen. „Wir brauchen jetzt jede helfende Hand, die uns unterstützen kann“, sagt Ortsvorsteher Michael Stein. Auf seinen Namen hat er die Schenkung des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens in der Straße Am Johannisberg 10 angenommen. Vor zehn Jahren verstarb der Besitzer kinderlos, Verwandte haben nun einen Käufer gefunden. Dieser wollte allerdings nur das Land, nicht Haus und Hof. „Daher haben wir und darauf geeinigt, dass wir das Gehöft als Schenkung übernehmen.“ Stein musste schnell handeln und entscheiden. Die Gefahr, dass ein anderer Käufer womöglich das Haus, das etwa um 1800 erbaut wurde, abreißt, bestand. „Oftmals wurde ich nach einem Heimatmuseum gefragt. Jetzt haben wir die Chance. Für mich als Ortsvorsteher die letzte, ansonsten wäre das Thema für mich durch gewesen“, erzählt Stein.

Das Inventar

Denn das Besondere an dem Haus ist nicht nur die alte Bauweise, sondern auch, dass sämtliches Inventar erhalten geblieben ist. Von der Schlafzimmereinrichtung bis zu den Arbeitsgeräten der alten Schusterwerkstatt ist noch alles vorhanden. Letztere befindet sich sogar noch im Originalzustand der Nachkriegsjahre und davor. Ehrenamtliche Helfer, unter anderem vom Heimat- und Förderverein sind nun dabei, das gesamte Material zu sichten und aufzubereiten.

Der Wichtelkeller soll nun zuerst wieder zugänglich gemacht werden. Auch der Gang zur Wichtelhöhle soll wieder geöffnet werden.

Oberste Priorität für die Ehrenamtlichen hat jedoch zunächst der Gewölbekeller. Der stammt noch aus der Zeit, als vor dem Hof eine Herberge mit Branntweinschenke an Ort und Stelle war. „Zu dieser Zeit führte die alte Nürnberger Handelsstraße über den Johannesberg“, weiß der Ortsvorsteher. Doch hinter dem Keller verbirgt sich noch etwas ganz anderes: Die Sage um die Wichtel in Ulfen. „Es soll einen unteririschen Gang von der Wichtelhöhle im Tal bis in den Gewölbekeller gegeben haben. Hier sind die Wichtel regelmäßig eingedrungen, um die Vorräte zu stehlen“, erzählt Stein. Dies habe erst mit dem Verschließen des Ganges geendet. Nun soll der „Wichtelkeller“ wieder hergerichtet und für Besucher und Wanderer des P20 zugänglich gemacht werden.

Damit das Projekt Heimatmuseum abgeschlossen werden kann, sucht der Ortsvorsteher weitere Unterstützer, die vor allem durch ihre Arbeitskraft helfen. Dazu soll eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden. Alle, die Interesse am Projekt haben und sich einbringen wollen, egal in welcher Hinsicht, sind am Freitag, 16. August um 19.30 Uhr zur Besprechung in den Dreschschuppen eingeladen. „Auch Personen, die dem Museum historische Gegenstände zur Verfügung stellen wollen, sind herzlich willkommen“, sagt der Ortsvorsteher, der hofft, dass das Projekt Heimatmuseum nun gestartet werden kann.

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