"Höhlenfieber" in Ulfen

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In Ulfen ist das Höhlenfieber ausgebrochen. Stefan Zaenker hofft auf HInweise aus der Gesellschaft.

Ulfen. Nach dem kürzlich stattgefundenen Vortrag über die Ergebnisse der Höhlen- und Karstforschung im Ringau und Sontraer Becken, erhielt der Referent Stefan Zaenker, Vorsitzender vom Landesverband für Höhlen- und Karstforschung, zahlreiche Hinweise zu weiteren Höhlenvorkommen in der Region. Bei einem Ortstermin nahm Zaenker die Gelegenheit wahr, um mit Ortsvorsteher Michael Stein aus Ulfen, der zugleich Vorsitzender des Heimat- und Fördervereins Ulfen ist, weitere Höhlen zu erkunden.Der Anfang wurde in Ulfen gemacht, wo auf einem Privatgrundstück Löcher aufgetreten sind. Laut Zaenker handelt es sich hierbei um Karstspalten, die darauf schließen lassen, dass unterirdische Auswaschungen des Kalkgesteins erfolgt sind. Weiter ging es anschließend bei den Landefeld-Höhlen an der Grenzgemarkung Grandenborn/Breitau, die sich mitten im Wald an einer steilen Böschung befinden. Diese Karsthöhlen waren bis dato weder dem hessischen Landesverband für Höhlen- und Karstforschung noch dem hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie bekannt.Zaenker nahm die Gelegenheit wahr, um die beiden Höhlen genaustens zu untersuchen und zu kartieren. Die kleinere Höhle ist gute vier Meter tief und hat eine Gesamtlänge von etwa sechs Metern. Die zweite führt meterweit waagrecht in den Muschelkalkfelsen hinein. Beim Erkunden der größeren Höhle musste er leider feststellen, dass sich diese zunehmend verjüngt und kein Zugang zu dem großen von ihm vermuteten Höhlensystem möglich ist.Zaenker erläuterte im Gespräch: "Die Gegend hier wird seit Jahren untersucht. In Renda gibt es eine Bachschwinde, wo der Bach im Untergrund verschwindet. Dieser kommt in Ulfen an unterschiedlichen Stellen wieder bei Hochwasser hervor. Darum bin ich davon überzeugt, dass es hier ein zusammenhängendes Höhlensystem gibt. Gerade an einer Karstspalte im unteren Rendatal sieht man, wie bei Hochwasser das Wasser wie bei einem Geysir wieder herausgeschossen kommt. Oder betrachtet man einmal die Kressenteichquelle. Der Kalkgehalt des Wasser und Hochrechnungen geben Rückschlüsse darauf, was in den letzten Jahrtausenden an Hohlräumen durch Auswaschungen entstanden sein muss. Auch die wissenschaftlichen Untersuchungen vom hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie bestätigen dies. Lediglich ein Zugang zu diesem Höhlensystem ist bis jetzt noch nicht gefunden worden."Um weitere Höhlen und Karstspalten zu finden, sind die Wissenschaftler auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.Zaenker bittet: "Gerade die Älteren aus der Region wissen um solche Höhlen und Spalten. Sehr gerne kann man mich unter 0661/9529367 kontaktieren. Wir sind über jeden Hinweis dankbar."Weitere Begehungen und Untersuchungen sind geplant. Denn während der Erkundung sind neue Tipps eingegangen von Höhlenvorkommnissen bei Grandenborn. Zaenker verspricht: "Spätestens Ende April 2016, wenn die Jahrestagung des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung hier in Ulfen stattfindet, wird das Gebiet hier engmaschig untersucht."

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