Medibus: Bürgermeister fordern Verlängerung des Projektes

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Wollen den Medibus als Übergangslösung behalten: (v.li.) Lars Böckmann (Herleshausen), Thomas Eckhardt (Sontra), Achim Großkurth (Cornberg), Internistin und Anästhesistin Doris Gronow (Medibus-Ärztin), Thomas Mäurer (Weißenborn) und Ralf Hilmes (Nentershausen).

Das Projekt der fahrenden Arztpraxis würde im Sommer auslaufen. Bis eine andere flächendeckende Versorgung gewährleistet ist, wollen die Bürgermeister die Verlängerung des Projektes anstreben.

Nentershausen - Der Medibus, die rollende Arztpraxis, ist seit dem 1. Juli 2018 in den Kommunen Sontra, Herleshausen, Nentershausen, Cornberg und Weißenborn unterwegs. Im kommenden Sommer würde das Projekt von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), das auf zwei Jahre befristet war, auslaufen. „Wir appellieren an die KV und das Ministerium, dass das Projekt Medibus verlängert wird, bis eine andere dauerhafte ärztliche Versorgung gewährleistet ist“, sagt Thomas Eckhardt, Bürgermeister von Sontra. Der Bus soll dennoch auch weiterhin keine Dauerlösung sein, sondern den Übergang schaffen zu einer flächendeckenden ärztlichen Versorgung.

Noch fünf Praxen in den fünf Kommunen

Derzeit sind vier Arztsitze frei, fünf Praxen gibt es in den Kommunen noch. Eine in Herleshausen, eine in Nentershausen und drei in Sontra. Weißenborn und Cornberg können keine Arztpraxis mehr vorweisen, das Gebiet ist daher laut der KV unterversorgt. „Solange es diese Unterversorgung gibt, müssen wir eine Projektverlängerung fordern. Wir brauchen diese Unterstützung, bis wir eine tragfähige Lösung haben“, so Ralf Hilmes, Bürgermeister Nentershausen. Die Patienten hätten mittlerweile Vertrauen zu den Ärzten im Bus aufgebaut und sich an das Angebot gewöhnt. Auch zu den vorhandenen Arztpraxen gebe es keine Konkurrenz. Sie seien froh über die zusätzliche Unterstützung. So behandle der Medibus im Durchschnitt etwa die Patientenanzahl einer Praxis, 1.500 bis 2.000 Personen.

„Der Wegfall würde daher zu einer erhebliche Mehrbelastung der ansässigen Ärzte führen“, sind sich die Bürgermeister einig. Sie sehen in der ärztlichen Versorgung die besondere Stärkung des ländlichen Raumes. „Ein Arzt zählt zur Grundversorgung. Viele Menschen im dritten Lebensabschnitt zieht es zu uns aufs Land. Aber nicht, wenn es vor Ort keinen Arzt mehr gibt“, sagt Hilmes. Und Eckhardt ergänz: „Wenn man sich für den ländlichen Raum und die ärztliche Versorgung einsetzen will, braucht es keine Quoten, sondern Lösungen.“ So bestehe die Schwierigkeit nicht darin, Ärzte zu gewinnen, sondern Ärzte zu finden.

Kommunal haben sich Herleshausen, Cornberg, Nentershausen und Sontra bereits vor Jahren dem Thema angeschlossen und das Fachwerk Gesundheit gebildet sowie das Integrierte Gesundheitsversorgungszentrum eröffnet (wir berichteten). Hier sind weitere Außenstellen in der Zukunft geplant. „Wir lehnen uns nicht zurück, nur weil der Medibus da ist. Wir suchen nach Lösungen und nehmen dafür Geld und Zeit in die Hand“, so Eckhardt abschließend. Nicht nur die Bürgermeister, sondern auch die Bevölkerung der fünf Kommunen würde sich freuen, wenn der Medibus weiterhin vor Ort Schmerzen und Krankheiten auf den Grund gehen kann.

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