Pfarrhaus in Ulfen wird verkauft

+
Das Pfarrhaus in Ulfen, hier hinter (v.li.) Eduard Michael (Dorfchronist), Eduard Iba (langjähriger Kastenmeister und Kirchenältester), Kastenmeister Willi Eckhardt und Pfarrein Rita Reinhardt, soll verkauft werden.

Das Pfarrhaus in Ulfen steht seit 2015 leer. Es ist fraglich, ob je wieder ein Pfarrer dort einziehen wird. Der Kirchenvorstand plant daher nun den Verkauf des Hauses.

Ulfen.  Das Pfarrhaus in Ulfen wird verkauft. Der Kirchenvorstand teilte dies vor einigen Tagen mit. Da nicht sicher ist, ob jemals wieder ein Pfarrer in das Pfarrhaus einziehen wird, lehnte die Landeskirche eine Sanierung des Hauses ab. „Uns ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, aber ohne Zuschüsse würden wir gegen Windmühlen kämpfen. Wir müssen für die Zukunft denken”, sagt Willi Eckhardt, Kastenmeister und Kirchenvorstandsmitglied. „An dem Haus hängen viele Erinnerungen”, fügt Eduard Michael, Dorfchronist, hinzu.

Leerstand seit 2015

Seit 2015 steht das Gebäude leer. Nach dem plötzlichen Weggang von Pfarrerin Andrea Fugmann-Szugfill wurde über eine Neubesetzung der Stelle gesprochen. Der Dekan und die Kirchspielgemeinden waren sich einig, dass das Pfarrhaus für einen Neubezug renoviert werden müsse. Dazu wurden diverse Pläne von Architekten erstellt. „Trotzdem gab es keine Bewerbung für die Pfarrstelle”, sagt Willi Eckhardt. Die Pfarrstelle in Ulfen beeinhaltet durch die Zusammenlegung der Kirchspiele Breitau und Ulfen eine volle Pfarrstelle mit annähernd 110 Gemeinemitgliedern. Das ehemalige Pfarrhaus in Breitau ist bereits verkauft worden. Als Pfarrerin Rita Reinhardt sich für die Pfarrstelle bewarb, wurde ihr durch den Dekan zugestanden, ihren Wohnsitz in Rhörda zu behalten und nicht in das Pfarrhaus zu ziehen.

Diensträume verlagern

Vom Kirchenvorstand wird das Gebäude für Konfirmandenunterricht, Singkreis oder Kindergottesdienste genutzt. Für diese Aktivitäten werden nun neue Räumlichkeiten gesucht. Die Gespräche mit der Stadt Sontra diesbezüglich laufen bereits.

Wann das erste Pfarrhaus in Ulfen erbaut wurde, ist nicht überliefert. Wohl aber, dass es 1634 von Kroaten im 30-jährigen Krieg niedergebrannt wurde. Bereits 1650 wurde es wieder errichtet und 1856-1858 durch das heutige Pfarrhaus ersetzt. Im Laufe der Jahrhunderte hatten über 50 Pfarrer ihren Wohnsitz im Pfarrhaus.

„Das Haus ist sofort bewohnbar. Sanierungen können nach und nach vorgenommen werden”, sagt Eckhardt. Besonders für größere Familien oder Geschäftsleute, die ein Büro suchen, sei die Immobilie geeignet, betont er. Im Keller befinden sich drei Räume und der Heizungsraum. Das Erdgeschoss umfasst ein Dienstzimmer, Gemeinderäume und eine Toilette. Im Ober- und Dachgeschoss befindet sich der Wohnteil mit sieben Zimmern. Zum Grundstück gehören ein 994 Quadratmeter großer Garten, eine Scheune und eine Garage.

Besichtigung möglich

Für das Pfarrhaus liegt eine amtliche Wertschätzung vor, die eingesehen werden kann. Interessenten können das Haus nach Absprache mit Pfarrerin Rita Reinhardt (Tel. 05653–1290) oder Kastenmeister Willi Eckhardt (Tel. 05653–1494) besichtigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.