Projekt Schulcampus in Sontra ist in die Umsetzung gestartet

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Für die neuen Klassenräume der Regenbogenschule wurden neue Schulmöbel angeschafft und auch moderne Technik eingebaut. Hier zu sehen die Klasse 4a.

Die Schüler der Klassen eins bis 13 auf einem gemeinsamen Schulcampus, diese Idee wird in Sontra seit knapp drei Wochen in die Praxis umgesetzt.

Sontra - „Das Vorhaben, die Regenbogen-Grundschule in die Adam-von-Trott-Schule zu integrieren, hat nicht nur bauliche Maßnahmen gefordert, sondern auch pädagogische“, sagte Landrat Stefan Reuß beim offiziellen Pressetermin in der vergangenen Woche. „Wir konnten nach dem Einzug sofort unterrichten, die Räume waren fertig und wir wurden sehr freundlich willkommen geheißen. Wir sind angekommen“, sagt die Schulleiterin der Regenbogenschule, Silke Genzel. Etwas, das im Vorfeld als vielleicht problematisch angesehen wurde, habe sich als unkompliziert herausgestellt, und anders herum, sagt sie. Und Susanne Herrmann-Borchert, Schulleiterin der Adam-von-Trott-Schule ergänzt: „Nun gilt es, weiter pädagogisch zusammenzuwachsen.“

Beide loben die Regelung des Schulweges durch die Stadt und Ordnungsamt. Es gibt nun eine Eltern-Haltestelle, Bodenschwellen für Geschwindigkeitsregelung und aufgemalte Fußspuren für die Kinder für den sicheren Fußweg (wir berichteten). „Es gab anfangs viele Skeptiker, aber nun haben es alle positiv angenommen. Viele Kinder kommen zu Fuß, treffen sich unterwegs, um zusammen zur Schule zu laufen“, so Genzel. Für Bürgermeister Thomas Eckhardt ist die sichere Schulwegverbindung ein Weg, der weiter positiv gegangen werden soll.

Doch nicht nur am Schulweg wurde gearbeitet- auch die Strukturen des Unterrichts wurden angepasst. Die Pausenzeiten wurden versetzt, damit der Schulhof parallel genutzt werden kann. „Anfangs gab es Bedenken wegen der Lautstärke auf dem Hof während der Unterrichtsstunden, aber davon hören wir nichts“, sagt Herrmann-Borchert. Lob kommt von beiden Schulleiterinnen an das Kollegium, das die Zusammenlegung mit gestaltet hat. „Vor Weihnachten wurden bei uns 700 Kartons eingepackt und hier am Campus wieder ausgepackt. Am Einschultag stand kein Karton mehr im Klassenzimmer“, freut sich Gänsel.

Hintergrund

Im Jahr 2014 wurde die Barbaraschule, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, geschlossen. Die Schüler wurden nach und nach in die Adam-von-Trott-Schule integriert. Das leer stehende Schulgebäude wurde zwischenzeitlich als Flüchtlingsnotunterkunft genutzt. Schließlich wurde das Projekt des Schulcampus ins Leben gerufen und damit der Umzug der Regenbogenschule in die Jahnstraße beschlossen. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Baumaßnahmen umgesetzt. „Vielen Dank an alle Beteiligten, denn im Bestand zu sanieren, ist keine einfache Aufgabe“, sagt Dr. Rainer Wallmann, Erster Kreisbeigeordneter. „Wir sind vom pädagogischen Konzept überzeugt“, so Reuß und Eckhardt.

Ziel des Schulcampus sei es vor allem auch gewesen, den Standort der Schule zu sichern. Die 840 Kinder jedenfalls (600 Schüler der AvT-Schule und 240 der Regenbogenschule) haben den Umzug gut angenommen. „Berührungsängste gibt es keine. Es gab ein beidseitiges Abtasten von Groß und Klein. Aber jetzt fragen sich die Schüler nur ‚Wann können wir auf die Spielgeräte?“, so Konrektorin Martina John. Dort sind nämlich derzeit noch die Bauarbeiten im Gange.

Auch die große Asphaltfläche soll in weiteren Maßnahmen umgestaltet werden für insgesamt 100.000 Euro. Teilflächen sollen entsiegelt werden, Sandbänke, Sitzgelegenheiten und Ballspielflächen sollen dann ihren Platz dort finden. Außerdem soll für die Barrierefreiheit noch ein Außenaufzug an der AvT-Schule angebracht werden. Der Hof soll 2022 fertig gestellt sein.

EXTRA INFO: Baumaßnahmen

In der Zeit von Oktober 2017 bis Dezember 2019 wurden der Bauteil A und Bauteil B der Adam-von-Trott-Schule sowie das Gebäude der ehemaligen Barbaraschule im Rahmen einer Generalsanierung mit einem Investitionsvolumen von rund 5 Mio. Euro für die Aufnahme der Regenbogenschule umgebaut.

Die Außenfassade wurde energetisch saniert und ein Wärmedämmverbundsystems angebracht. Im Hintergrund zu sehen ist der Gebäudeteil, der von der Regenbogenschule genutzt wird.

In einem 1. und 2. Bauabschnitt fand in den Bauteilen A und B eine energetische Sanierung der Fassade mit dem Einbau neuer Fenster und der Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems statt. Parallel dazu wurde eine Innenraumsanierung mit einer teilweisen Änderung der Raumstrukturen, angepasst an die schulischen/pädagogischen Bedürfnisse der Regenbogenschule und der Adam-von-Trott-Schule, durchgeführt. Neben den umfangreichen Maler-, Putz- und Bodenbelagsarbeiten wurde durch Bildung neuer Brandabschnitte auch den Forderungen des Brandschutzes Rechnung getragen.

In einem 3. Bauabschnitt erfolgte dann die Innenraumsanierung der neuen Regenbogenschule. Auch hier erfolgten teilweise Grundrissänderungen und eine umfangreiche Innenraumsanierung analog der Bauteile A und B. Durch den Einbau von Treppenliften ist dieses Gebäude auch barrierefrei. Von der Regenbogenschule werden künftig die ehemalige Barbaraschule, der Bauteil B und teilweise Räume des Bauteil A für den Schulbetrieb genutzt. Der Werra-Meißner-Kreis hat hierfür auch neue Schulmöbel angeschafft und die Unterrichtsräume mit moderner Unterrichtstechnik (Bildschirme) ausgestattet.

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