Schwalbenzählung in Wichmannshausen: Rückgang um zwölf Prozent

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(V.li.) Horst Göttig, Udo Hildebrandt, Ulrike Göttig, Karl-Heinz Voß (NABU) und Bernd Meister. Im Hintergrund zu sehen ist das Vogelhotel in Wichmannshausen.

Im Mai und Juni führte Udo Hildebrandt eine Schwalbenzählung in Wichmannshausen durch. Nun gab er die Ergebnisse bekannt und konnte Auszeichnungen des NabU übergeben.

Wichmannshausen - Sie sind die Verkünder des Sommers und prägen das Sommerbild des Himmels über unseren Dörfern und Städten, die Schwalben. Im Mai und Juni hat Udo Hildebrandt, der staatliche Vogelschutzbeauftragte des Werra-Meißner-Kreises, die Mehl- und Rauschwalben gezählt. Die Zählung dient dazu, eine kreisweite Kartierung des Schwalbenbestandes zu ermöglichen und Veränderungen zu erkennen.

Rückgang gegenüber Vorjahr

198 Mehlschwalbennester und 16 Rauschwalbennester wurden in Wichmannshausen gezählt, das stellt einen Rückgang von etwa zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr dar. „Die Ursachen für den Rückgang sind vielfältig, zum Beispiel auch Witterungsbedingt“, berichtet Udo Hildebrandt. In diesem Jahr sei die erste Sichtung schon Anfang April gewesen, allerdings kam es dann noch einmal zu einem Kälteeinbruch. Der Anfang des Mai war kühl und nass und erst nach einem Starkregen am 20. Mai hat der Vogelschutzbeauftragte einen stärkeren Zuzug von Mehl- und Rauchschwaben beobachtet. Das Vogelhotel in der Ortsmitte von Wichmannshausen wurde in diesem Jahr sehr gut angenommen, 18 Nester haben die Schwalben dort errichtet und auch die neue Ulfetalbrücke der A 44 wurde von zwei Mehl- und sieben Rauchschwalbenpaaren zum Domizil gewählt.

Auszeichnung für Schwalbenfreunde

Zwei Hauseigentümer in Wichmannshausen konnten vom NaBu die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ entgegen nehmen. Am Haus von Horst und Ulrike Göttig sind 15 Schwalbennester, bei Bernd Meister sind es 12 Nester. Hildebrandt sieht dies mit Freude und hofft, dass das Vorbild Schule macht. „Schwalbennester sind eine Verbindung der Natur und des Vogelschutzes, ich möchte im Auftrag der Staatlichen Vogelschutzwarte Danke sagen“, sagte Hildebrandt.

Positiv sieht er, dass in Wichmannshausen vermehrt Mauersegler zu beobachten sind. Sie gehören nicht zur Gattung der Schwalben, sondern zu den Seglern. Er ist ein Koloniebrüter und lebt nur etwa vier Monate in Deutschland. Danach zieht er wieder ins Winterquartier ins südliche Afrika. „Wir machen uns Gedanken, wie wir den Standorttreuen Mauersegler zukünftig gute Nistmöglichkeiten in Wichmannshausen bieten können“, erläutert Udo Hildebrandt.

Alle diejenigen, die auch ein „Schwalbenfreundliches Haus“ haben, können sich beim NaBu bewerben und vielleicht bekommen sie dann auch bald Plakette und Urkunde. Bewerben kann man sich per Mail unter: schwalben@NABU.de

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