Am Sonntag ist Bürgermeisterwahl im Ringgau

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Klaus Fissmann (links) und Mario Hartmann stehen zur Wahl des Bürgermeisters im Ringgau.

Am Sonntag, 26. Mai, wird im Ringgau gewählt. Dann entscheidet sich, wer in den nächsten sechs Jahren das Amt des Bürgermeisters innehat. Zur Wahl stehen der amtierende Bürgermeister Klaus Fissmann (SPD) und Herausforderer Mario Hartmann (parteilos). Dem Sontraer Stadtkurier (SSK) haben sie vorab einige Fragen beantwortet.

Ringgau.  SSK: Worin besteht Ihre Motivation, das Amt des Bürgermeisters im Ringgau zu führen?

Klaus Fissmann: Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde haben wir in den letzten zwölf Jahren die Gemeinde zukunftsfähig gemacht: Einkaufsmöglichkeiten und den Bürgerbus etabliert, Grundschule und Kindergarten zusammengeführt, Wanderwege errichtet und die Mohnblüte in den Ringgau geholt. Ich habe noch viele Ideen für den Ringgau, die ich gerne umsetzen möchte: mit den Ärzten die Versorgung sicherstellen, mit einem Investor barrierefreie und betreute Wohnungen bauen, Familien und Unternehmen zu uns holen. Der Ringgau ist mein Zuhause, hier arbeite ich gerne.

Mario Hartmann: Im Zentrum meiner Motivation steht das Allgemeinwohl und die Gemeinde Ringgau sowohl finanziell als auch strukturell voranzubringen. Die Gemeinde steht derzeit unter dem sogenannten Schutzschirm. Bilanziell betrachtet gibt es immer nur zwei Möglichkeiten um zu handeln. Kosten senken oder Einnahmen erhöhen. Ich sehe noch sehr viel Potential im Bereich der Einnahmen. Ein intensives Standortmarketing, Ausbau der Telekommunikationsstruktur und die Stärkung des Tourismus in unserer Region unter Berücksichtigung des Umwelt- und Landschaftsschutzes sind nur einige Beispiele dafür.

SSK: Was sind Ihre Ziele für die Gemeinde?

Fissmann: Sicherlich schwimmen wir nicht im Geld und sicherlich sind wir auch keine große Gemeinde, aber wir haben immer wieder bewiesen, dass wir in den letzten 12 Jahren mit ganz vielen Projekten eine Vorreiterrolle in Hessen eingenommen haben. Das Ärztezentrum und die damit verbundene Sicherstellung der ärztlichen Versorgung –weit über die Grenzen des Ringgaus hinaus- liegt mir besonders am Herzen. Dass man Kindergarten und Schule für alle Generationen öffnet und unsere Ringgauer bis ins hohe Alter auch bei uns leben können, z.B. durch barrierefreie und betreute Wohnungen, möchte ich angehen und unterstützen. Schnelles Internet bietet für unsere ländliche Region eine riesige Chance: unsere Unternehmen bleiben wettbewerbsfähig und Familien können von zuhause aus arbeiten, ohne in die Großstädte ziehen zu müssen.

Hartmann: Hier unterscheide ich zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Zielen. Ein kurzfristiges Ziel von mir ist die Aufarbeitung der seit 2012 nicht erfolgten Jahresabschlüsse, um eine definitive Aussage über die finanzielle Lage der Gemeinde treffen zu können. Ein bislang noch nicht durchgeführtes Standortmarketing für die Gemeinde Ringgau ist möglichst schnell umzusetzen. Zu den kurz- und mittelfristigen Zielen gehören unter anderem den Leerstand von Gebäuden zu beheben, die sich in kommunaler Hand befinden. Jeder kennt das Problem mit Gebäuden, die langfristig unbewohnt sind. Durch unzureichende Beheizung und geringer Zufuhr an Frischluft entsteht u.a. Schimmel. Daher sehe ich hier Handlungsbedarf, um diese Gebäude zu vermarkten. Eine Idee besteht in der Vermarktung an Gewerbetreibende. Hier gibt es aus meiner Sicht nur Gewinner. Die Gemeinde wird die Last von ungenutzten Gebäuden genommen und erzielt Einnahmen durch den Verkauf. Der Gewerbetreibende hat ein zu geringen Konditionen erworbenes Gebäude, das er gewerblich nutzen kann. Ein Beispiel für ein langfristiges Ziel ist die Erstellung eines Leitbildes für die Zukunft der Gemeinde Ringgau. Hier gilt es viele Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde einzubeziehen.

SSK: Worin sehen Sie dringenden Handlungsbedarf?

Fissmann: SuedLink darf nicht kommen. Wir haben keinerlei Vorteil von dieser Mega-Stromtrasse. Sie versorgt den Süden Deutschlands und zerstört unsere Landschaft. Wir können vor Ort immer wieder gute und zukunftsfähige Projekte anstoßen, aber wir brauchen auch die Unterstützung der Landesregierung. Hier muss endlich mehr für den ländlichen Raum getan werden: die Kommunen müssen finanziell angemessen ausgestattet werden, Arbeitsplätze müssen von Ballungsgebieten auf das Land kommen, wir brauchen Unterstützung im Bereich des ÖPNV und wir dürfen nicht als gesamte Region abgehangen werden. Dazu gehört auch die Abschaffung der Straßenbeiträge, um das Leben auf dem Land attraktiv zu machen.

Hartmann: In der Transparenz und Information von kommunalen Aktivitäten. Es gilt die Bürgerinnen und Bürger über die Themen zu informieren, die viele und nicht nur einige wenige Menschen im Ringgau betreffen. Einige Beispiele hierfür wären in der Vergangenheit die Themen SuedLink-Trasse und Windkraftanlagen gewesen. Des Weiteren gilt, wie bereits erwähnt, die Jahresabschlüsse aufzuarbeiten, um eine Aussage über die finanzielle Lage der Gemeinde treffen zu können. Ohne eine ordentliche und fundierte Grundlage, kann man keine Entscheidungen über kommunale Ausgaben treffen.

SSK: Wie würden Sie potentiellen Neu-Bürgern die Gemeinde Ringgau beschreiben?

Fissmann: Wir sind eine lebens- und liebenswerte Gemeinde, in der ehrenamtliches Engagement groß geschrieben wird. Nahversorgung und Mobilität sind sichergestellt. Wir sind weit weg von kilometerlangen Staus und Wohnungsknappheit, wie es in Ballungsgebieten der Fall ist. Hier kann man sich erholen und es lohnt sich hier zu arbeiten und zu leben. Vom Freibad, über Sport- und Freizeitanlagen und unsere beliebten Premiumwanderwege haben wir viele Angebote vor Ort.

Hartmann: Unsere Gemeinde befindet sich in einer Region mit einer liebenswerten Landschaft, die es zu schützen gilt. Sie liegt im Herzen Deutschlands und ist somit von der gesamten Bundesrepublik sehr gut erreichbar. Sie haben hier die Möglichkeit Ihre Kinder in einer von Natur beprägten Region aufwachsen zu lassen. Ein reiches Angebot von Freizeitaktivitäten rundet dieses Bild ab. Kommen Sie am besten zu uns und überzeugen Sie sich selbst!

SSK: Mit welchen drei Worten würden Sie sich beschreiben?

Fissmann: Bürgernah. Zukunftsorientiert. Ehrlich.

Hartmann: Zuverlässig, dynamisch, strukturiert.

*Anm. der Red.: In der gedruckten Ausgabe vom Mittwoch hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Selbstverständlich ist auf der kompletten Seite die Bürgermeisterwahl im Ringgau gemeint.

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