Altlasten sorgen für Diskussionen um Sontraer Haushalt

Mit 23 Stimmen wurde der Haushalt von Sontra beschlossen, trotz Diskussionen. Für die Zukunft stellt sich die Stadt nun mit neuen Projekten auf.

Sontra. Mit 23 Ja-Stimme konnte in der vergangenen Woche der Haushalt der Stadt Sontra beschlossen werden. Dieser schließt nach kleinen Korrekturen mit einem Überschuss von 103.400 Euro im Ergebnishaushalt ab. Ohne Diskussionen ging diese Entscheidung aber nicht von statten.

Altlasten sorgen für Unmut

Die CDU und die Bürger für Sontra hatten sich für einen Sperrvermerk im Haushalt ausgesprochen, denn Altlasten in Höhe von 200.000 Euro aus dem Jahr 2007 waren erst jetzt im Haushalt aufgetaucht. „Ich möchte wissen wo diese Kosten herkommen und wie es dazu kommen kann, das man den Betrag erst jetzt in Rechnung stellt“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Marco Haukwitz. Bürgermeister Thomas Eckhardt erklärte, dass „die jeweilige Abrechnung zum Zeitpunkt der Bauausführung erfolgen sollte“.

So seien die Kosten erst im November 2015 bekannt gewesen. CDU und die Bürger für Sontra hätten sich eine genauere Diskussion der Altlasten in Haupt- und Finanzausschuss gewünscht. „Die genaue Aufklärung soll nun verspätete Folgen. Da wir der Verwaltung aber vertrauen und diese für die Altlasten nichts kann, werden wir dem Haushalt zustimmen“, erklärte Haukwitz. Der Sperrvermerk wurde aber von den 16 anwesenden SPD-Abgeordneten - und damit der Mehrheit- abgelehnt. Gegen den Haushalt stimmten am Ende die Bürger für Sontra und Bündnis 90/Die Grünen. Die Bürger für Sontra stimmten als einzige auch gegen das Investitionsprogramm für die Jahre 2016 bis 2020.

Trotz der Aufregung um die Altlasten rüstet sich Sontra also für die Zukunft. Besonders wichtig ist Bürgermeister Thomas Eckhardt dabei Sontra weiterhin familienfreundlich zu gestalten. 1,3 Millionen Euro werden so in die Kindertagesstätten investiert, die Kosten werden dabei aber nicht an die Eltern weitergegeben. „Unsere Kindergartenbeiträge bleiben gleich, denn wir wollen Familien zu uns locken“, so Eckhardt. Hier kommt auch das Stadtentwicklungskonzept „Sontra 2030“ zum Tragen, dass gemeinsam mit Stadtplanungs-Studenten der Uni Kassel und einem Planungsbüro durchgeführt wird. In den nächsten Jahren soll die Innenstadt so Revitalisiert und dem Leerstand entgegengewirkt werden. „Wir sehen es als zwingende Aufgabe der negativen Entwicklung aktiv entgegen zu wirken“, betonte Eckhardt. 150.000 Euro stehen hier für den Kauf von Liegenschaften zur Verfügung.

Weiterhin wird sich die Stadt für das Dorferneuerungsprogramm bewerben. Hier darf die Stadt aber sechs Jahre lang keinerlei Außenwirkung und so keine neuen Bauplätze in der Kernstadt oder den Ortsteilen ausweisen. „Da wir in der Kernstadt aber nur noch elf städtische Bauplätze haben, wollen wir im Bereich Schindkaute/Königsberger Ring ein neues Baugebiet ausweisen. So haben alle Bauwilligen auch weiterhin die Möglichkeit in Sontra zu bauen“, so Eckhardt. Gerade in Bezug auf die Vermarktung des Gewerbegebietes Husarenpark und einer möglichen Schaffung von neuen Arbeitsplätzen hält Eckhardt dies für eine wichtige Entscheidung für die Stadt.

Koordinierungsstelle wird geschaffen

Ebenfalls eine richtungsweisende Entscheidung ist die Ausschreibung einer Koordinatorenstelle. So sollen die unterschiedlichen Facetten des bürgerlichen Engagements gefördert und unterstützt werden. Es sollen neue Projekte entwickelt und konkretisiert, regionale Akteure vernetzt und das Engagement von Unternehmen gefördert werden. „Ich danke allen beteiligten Akteuren, die die Einrichtung dieser Stelle unterstützen. Sie ist zwingend erforderlich um Sontra positiv für die Zukunft aufzustellen“, bedankt sich der Verwaltungschef. Um die Stadt noch attraktiver zu machen, wird im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit nicht nur der Haseltalradweg gebaut, sondern mit beiden Bergbauvereinen aus Sontra und Nentershausen auch ein „Wanderweg zur Bergbaugeschichte“ angelegt. 15.000 Euro sind bei einer möglichen Förderquote von 75 Prozent eingeplant.

Gemeinsam mit der Adam-von-Trott-Schule, dem Kinder- und Jugendbeirat und HessenForst wird die Stadt zudem einen Naturerlebnispfad aufbauen. Dabei soll auch der alte Trimm-Dich-Pfad wieder auf Vordermann gebracht werden. „35.000 Euro haben wir bei einer Förderung von 75 Prozent dafür eingeplant. Der Wanderweg soll einen Kilometer lang sein und die verschiedensten Erlebnisse bieten wie einen Barfußpfad. Dabei werden die Wege von einer AG der Schule angelegt“, so Eckhardt.

Neben diesen vier Projekten investiert die Stadt 1,2 Millionen in den Feuerwehrbereich und 350.000 Euro in die Infrastruktur. „Der Bau der Rettungs-und Feuerwehrwache in Wichmannshausen ist hier ein großes Projekt. Das größte Unterfangen wird allerdings die Sanierung der Abwasserleitungen in Ulfen in den nächsten Jahren werden. Aber ich bin froh, dass wir endlich diesen Weg gehen, besonders zum Wohle der Bürger“, zog der Bürgermeister sein Fazit.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Daniel Reinha

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Datterode: Einbruch in Kindertagesstätte

Ein Laptop, drei Fotokameras und diverse Schlüssel wurden bei dem Einbruch in die Kita entwendet.
Datterode: Einbruch in Kindertagesstätte

Drei Verletzte bei Schneeglätte

Insgesamt drei verletzte Personen und 17.000.- Euro Sachschaden sind das Resultat eines Unfalls, der sich gestern, 18. April, gegen 19.10 Uhr auf der Kreisstraße …
Drei Verletzte bei Schneeglätte

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.