Staatsanwaltschaft fordert zehn Jahre Haft für Sontraer Schützen

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Ein 50-jähriger Deutsch-Türke aus Göttingen soll mehrfach auf einen 24-Jährigen geschossen und diesen lebensgefährlich verletzt haben. Hintergrund der Tat: Streit um eine geplante Hochzeit der Tochter

Sontra/Kassel. Im Prozess um die Schüsse auf einen 24-jährigen Sontraer, der dabei lebensgefährlich verletzt wurde, hat das Landgericht Kassel unter Vorsitz von Richter Dr. Volker Mütze am heutigen Mittwoch die Beweisaufnahme abgeschlossen. Oberstaatsanwalt Andreas Thöne hielt sein Abschlussplädoyer und forderte zehn Jahre Haft für den Angeklagten, einen 50-jährigen Deutsch-Türken aus Göttingen. Hintergrund der beinahe tödlichen Auseinandersetzung der beiden Männer war ein Streit um eine geplante Hochzeit der Tochter des Angeklagten und dem 24-Jährigen, der kurdischer Abstammung ist.

Große Polizeipräsenz im Landgericht

Neben der Tat an sich führte das verfeindete Verhältnis zwischen den beiden Familien des Angeklagten und des Opfers dazu, dass Angehörige beider Parteien direkt nach Ende des vorletzten Verhandlungstages im Zuhörerraum aufeinander losgingen und erst durch zahlreiche Polizeibeamte getrennt werden konnten. Somit stand auch der aktuelle Prozesstag wieder unter dem Schutz eines enormen Polizeiaufgebotes, über 40 Einsatzkräfte hielten sich im Gerichtsgebäude auf.

Die Präsenz der Beamten war sicherlich auch der Grund dafür, dass es zu keinen weiteren Auseinandersetzungen kam, die angespannte Atmosphäre war jedoch deutlich zu spüren. Oberstaatsanwalt Thöne unterstrich in seinen ausführlichen Schlussworten, dass er den Tatbestand des versuchten Mordes in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung aus niederen Beweggründen als erfüllt ansehe.

Der Göttinger habe in klarer Tötungsabsicht – und nicht wie von der Verteidigung angebracht aus Notwehr – gehandelt. Dies sei unter anderem alleine dadurch klar geworden, dass der 50-Jährige sein Opfer auch nach den ersten von insgesamt mindestens zehn Schüssen (aus einer scharfen Pistole, Kaliber 7,65 Millimeter sowie einer Gasdruckwaffe) weiter verfolgte, obwohl der 24-Jährige bereits schwer verletzt vor ihm flüchtete. Das Opfer schwebte nach mehreren Einschüssen in akuter Lebensgefahr, musste notoperiert werden und überlebte nur knapp. Dieser Umstand spreche für ein hohes Maß an Brutalität, sagte Thöne weiter.

Der 24-Jährige war über einen Monat in stationärer Behandlung und ist erwerbsgemindert. Er leidet bis heute an unter anderem an Panikattacken und ist in psychotherapeutischer Behandlung. Zur Motivation des Angeklagten sagte Thöne, dass sich der 50-Jährige durch die bevorstehende Hochzeit des 24-Jährigen mit seiner Tochter, der er sehr kritisch gegenüberstand, gedemütigt fühlet und in seiner Ehre verletzt.

Der Prozess wird am 18. Februar um 13 Uhr fortgesetzt.

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