Weitere Stolpersteine in Nesselröden verlegt

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Vor dem Haus in der Badegasse 14 gedenken nun fünf Stolpersteine an die Familie Katz.

Insgesamt 15 Stolpersteine wurden vergangenen Freitag in Nesselröden verlegt. In dem Ortsteil ist die Aktion damit abgeschlossen.

Nesselröden. Im Rahmen einer kleinen Gedenkfeier konnten vergangenen Freitag die letzten Stolpersteine in Nesselröden verlegt werden. Insgesamt 15 Steine schlossen so die 2013 in Herleshausen ins Leben gerufene Aktion „Stolpersteine” in Nesselröden ab. Organisiert wurde die Gedenkfeier von Helmut Schmidt, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises, Bürgermeister Burkhard Scheld und Pfarrerin Katrin Klöpfel. Gemeinsam begrüßten sie zahlreiche interessierte Bürger und die Paten der Stolpersteine, darunter auch Dekan Dr. Martin Arnold sowie Vertreter der Feuerwehr und der Vereine vor Ort. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Opernsänger und Musiklehrer Thomas Riehl aus Eisenach mit jiddischen Liedern. Die Texte seiner Lieder verlas er zuvor in deutscher Sprache.

So erinnern vor dem Haus in der Badegasse 9 zwei Stolpersteine an die Schwestern Ida und Bertha Katz. Ida Katz, geboren 1876, wird 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo ihr Tod am 21. April 1944 registriert wird. Auch ihre Schwester Bertha, die als Hausangestellte tätig war, wurde in ein Vernichtungslager deportiert und im Juni 1942 als tot registriert. Vor dem Haus in der Badegasse 14 erinneren weitere Steine an einen anderen Zweig der Familie Katz. Wilhelm Katz, ein Cousin von Bertha und Ida, wird 1878 in Nesselröden geboren. Gemeinsam mit seiner Frau Henriette floh er 1939 zu seiner Tochter Lotte nach England. Dort lebte er bis zu seinem Tod. Die Patenschaft für seinen Stein übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Nesselröden. Auch seiner Frau und seinen Kindern Käte, Lotte und Karl wird jeweils ein Stein gewidmet.

Mitgewirkt haben auch einige Konfirmanden der Kirchengemeinde Nesselröden: (v.li.) Selina Walter, Henrik Stöhr, André Krause und Pierre Schlothauer.

Nicht in Vergessenheit geraten soll auch die Schwester von Wilhelm Katz, Sara Weinberg. Sara wurde 1879 in Nesselröden geboren. Gemeinsam mit Ehemann Jakob Weinberg hatt sie vier Kinder. Nach der Abschiebung fand das Ehepaar zunächst in Krakau eine neue Bleibe, bevor sie umgesiedelt wurden. Obwohl die Tochter Charlotte 1961 nach ihren Eltern und den drei Brüdern suchte, blieb deren Schicksal unbekannt. Die Patenschaft für den Stolperstein zur Erinnerung an Sara Weinberg übernahm Pfarrerin Katrin Klöpfel.

Ein weiterer Stein wird Rebekka Meyer, geb. Katz, gewidmet, auch eine Schwester von Wilhelm Katz, die im Ghetto Izbica in Polen verstarb. Vor dem Geburtshaus von Max Klebe, Im Winkel 4, erinnert ein Stolperstein an den, im Jahr 1944 im Ghetto Theresienstadt ermorderten, Juden. Hier wird auch an Honet Wolf sowie an eine Tochter Emma Wolf erinnert. Beide zählten zu den alteingessenen jüdischen Mitbürgern von Nesselröden. An die Geschwister Sara Levy (geb. Müller) und Ferdinand Müller erinnern zwei Stolpersteine vor dem Haus in der Straße Wildengraben 4.

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