Vergessene Orte: Die Husarenkaserne in Sontra schloss vor zehn Jahren

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Die Husarenkaserne in Sontra.

Vor zehn Jahren wurde die Kaserne in Sontra geschlossen, 2012 erwarb der Interkommunale Zweckverband das Gelände. Seitdem wird es zum Gewerbepark umgewandelt.

Sontra - Der Geruch von verschossener Munition, Soldaten im Training auf dem Übungsplatz und stundenlanges Ausharren in Luftschutzbunkern – so muss man sich die Husarenkaserne in Sontra noch bis vor zehn Jahren vorstellen. Mittlerweile ist ein Großteil des 24 Hektar großen Geländes Solargebiet. Die meisten Gebäude jedoch sind in Vergessenheit geraten, zumindest bis 2012, als der Interkommunale Zweckverband (Sontra, Nentershausen und Herleshausen) das Areal erwerben konnte. Seitdem werden die Pläne des „Gewerbegebietes Husarenpark” umgesetzt. Mit Erfolg. Ein Gebäude wurde an ein örtliches Unternehmen verkauft, andere werden zukünftig für den städtischen Bauhof genutzt. Doch bei den Mannschaftsgebäuden gibt es keinen Bedarf mehr, ein Umbau oder eine Sanierung ist zu zeit- und geldintensiv. Sie werden daher abgerissen.

Über 1.000 Soldaten

1960/61 wurde die Kaserne südlich von Sontra errichtet, über 1.000 Soldaten waren seitdem dort stationiert, darunter die Einheit Panzeraufklärungsbataillon 5. Noch heute zeigen Schriften und Bilder an der Wand das Wohnen und Leben in den einstigen Blöcken. Nun sind die Flure verlassen, der Putz bröckelt von den Wänden und Pfützen durch Wasserschäden sind an vielen Stellen zu vermelden.

Nur in der ehemaligen Kantine scheint es, als könne jeden Moment jemand kommen und sich zum Essen hinsetzen: Sitzbänke und die komplette Kücheneinrichtung sind noch vorhanden. Alles Maßanfertigungen. Sie wurden nicht Opfer der Einbrüche und Diebstähle kurz nach offizieller Schließung der Kaserne im August 2008. Viele Wasserhähne, Leitungen und Altmetalle wurden geklaut, Messing und Kupfer sucht man heute in den Gebäuden vergeblich. Vergeblich ist auch die Suche nach dem Bolzplatz, dem Truppenübungsplatz oder dem Sanitätsbereich. Diese mussten bereits für das Solargebiet weichen. Vorhanden war auch ein Fahrschulplatz für den Spähpanzer „Luchs”. Durch seine Fahrweise mit Vor- und Rückwärtsfahrer brauchte man hier speziell ausgebildete Fahrer.

Die Schließung der Kaserne bedeutete vor allem für die Stadt Sontra eine große Herausforderung, gab es doch durch die Kaserne viele Aufträge für örtliche Unternehmen. Um das nun zum Gewerbegebiet umgewandelte Areal bestmöglich zu vermarkten, ist der Abriss von sieben Mannschaftsgebäuden geplant. Eines ist sicher: Die Soldaten sind gegangen und ein Teil der Gebäude werden nicht mehr lange bestehen, geblieben ist aber die untrennbar mit der Stadt verbundene Bezeichnung der „Husaren”.

Hinweis: Das Betreten des Geländes ist verboten. Für die Fotos hat sich unsere Zeitung eine Genehmigung der Besitzer eingeholt. Wer die Gelände oder Gebäude ohne Genehmigung betritt, macht sich strafbar und muss mit einer Anzeige rechnen.

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