Sportvereine werden auch in Zukunft nicht aussterben

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Bei der gestrigen Podiumsdiskussionen sprachen sich alle Akteure für die weitere Förderung des Sports aus Bad Sooden-Allendorf. Der Schutzschirm spi

Bei der gestrigen Podiumsdiskussionen sprachen sich alle Akteure für die weitere Förderung des Sports aus

Bad Sooden-Allendorf. Der Schutzschirm spielt derzeit eine große Rolle in der Kommunalpolitik. Eine exakte Vorgabe, an welchen Stellen nun gespart werden muss, gibt es nicht. "Es liegt in der kommunalen Selbstverwaltung, wo Kürzungen in den Städten und Kommunen vorgenommen werden", so der Landtagsabgeordnete Dirk Landau bei der gestrigen Podiumsdiskussion in Bad Sooden-Allendorf, zu der der Sportkreis Werra-Meißner e.V. eingeladen hatte. Dem "Spar-Katalog" des Landes zufolge könnte es auch den Sportvereinen an den Kragen gehen – nämlich genau dann, wenn sich Kommune und/oder Landkreis gegen die weitere Förderung des Sport entscheiden. "In den Städten und Gemeinden unseres Kreises kommen zunehmend Diskussionen über die Einsparungen und die daraus resultierenden Konsequenzen gerade für die Sportvereine auf", so Joachim Kraus, Stellv. Vorsitzender für den Bereich Vereinsförderung und -beratung beim Sportkreis Werra-Meißner. "Natürlich müssen sich sich auch die Vereine an der Bewältigung der Schulden im Kreis beteiligen, aber das kann nicht über eine Hallennutzungsgebühr gehen", so Kraus weiter, der die Sportförderung genau wie Landrat Stefan Reuß als besonders wichtig sieht. So muss der Kreis als größter Anbieter von Sporthallen im Jahr insgesamt 1,5 Million Euro für die Bewirtschaftung der Hallen aufbringen – das würde bedeuten, dass für den Verein pro Übungsstunde 27 Euro aufkommen würden. "Wir erheben keine Gebühren für die Vereine. Das ist keine unerhebliche Summe, die wir da jährlich bezahlen. Trotzdem haben wir uns dagegen ausgesprochen", so Reuß.

Doch nicht nur der Kreis muss genau gucken, wo der Rotstift angesetzt wird. Die Gemeinde Berkatal zum Beispiel hat beispielsweise bereits vor dem Schutzschirm Vereinbarungen mit den Vereinen getroffen. "Der Rasen wird bei uns von den Vereinen gemäht, aber das passiert bereits seit 1997", so der Bürgermeister der Gemeinde, Friedel Lenze. Eigenleistung müssen die Sportvereine auch in Wanfried erbringen. "Ich bin nicht nur der Bürgermeister der Stadt Wanfried, ich bin auch Vorsitzender im größten Sportverein hier", so Wilhelm Gebhard, der auch Abstand von einer Hallennutzunggebühr nimmt, die Vereine jedoch mit ins Boot geholt hat, damit diese diverse kommunale Leistungen in Zukunft übernehmen können. "Denn nur gemeinsam sind wir stark und können es schaffen", so Gebhard weiter.

Für den ETSV als größten Verein im Kreis mit knapp 2900 Übungsstunden im Jahr würden rund 78.000 Euro zusätzliche Ausgaben anstehen, die zu den Aufwendungen für die eigene Halle – die Jahnturnhalle – noch hinzukommen würden. "Keiner der Bürgermeister wird dem Parlament ernsthaft vorschlagen, Gebühren zu erheben", so Bürgermeister Alexander Heppe, für den am Ende des Jahres unter dem Strich Ausgaben zwischen 350.000 bis 400.000 Euro stehen. Doch auch in Eschwege soll der Rotstift nicht angesetzt werden. "Kein Bürgermeister wird es dem Parlament vorschlagen, Gebühren zu erheben. In diesem Bereich wird bei uns nichts angefasst", so Heppe weiter.

Doch obwohl sich alle Akteure für die weitere Förderung des Sports einsetzten, gab es eine Gruppe Sportler, die sich zu Wort meldeten. "Sie wollen den Sport fördern, jedoch soll unser Sportgerät besteuert werden. Das passt irgendwie nicht zusammen. Denn auch reiten ist ein Sport", warf eine Reitsportlerin in die Runde. Eine Gefahr für die Vereine in den Ortsteilen Bad Sooden-Allendorfs brachte eine andere Wortmeldung hervor. Denn wenn die Dorfgemeinschaftshäuser tatsächlich geschlossen würden, fiele die Trainingsmöglichkeit für viele Sportler - wie zum Beispiel die Tischtennisspieler – flach.

Letztendlich war man sich am Ende der Diskussion dennoch einig: Der Sport muss auch weiterhin gefördert werden. "Alle Kommunen haben die gleichen Probleme, aber es muss intelligent gespart werden", so der Vizepräsident des Hess. Lantages, Lothar Quanz.

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