Auf den Spuren Ben Gurions

Eschwege. "Ein Weltpolitiker hat den Weg nach Eschwege gefunden", so Bürgermeister Alexander Heppe im Stadtarchiv und zeigt auf die Eri

Eschwege. "Ein Weltpolitiker hat den Weg nach Eschwege gefunden", so Bürgermeister Alexander Heppe im Stadtarchiv und zeigt auf die Erinnerungstafel für das Eschweger Flüchtlingslager 1946 bis 1949, das er zusammen mit dem Stadtverordneten und Ideengeber Andreas Kühnel und dem Stadtarchivar Dr. Karl Kollmann vorstellte. "Wir haben als Motiv ein Portrait Ben Gurions und einen Ausspruch ausgewählt, den er anlässlich seines Besuches in dem Lager zu den Flüchtlingen gesagt hat", erklärt Andreas Kühnel. "Dieses Lager gehört zur Geschichte unserer Stadt. Der Name Eschwege ist damit für viele Menschen jüdischen Glaubens mit Hoffnung und Neubeginn verbunden", so Bürgermeister Heppe im Hochzeitshaus in Eschwege.

Die Tafel selbst wurde von der Kasseler Bildhauerin Ruth Lahrmann aus Bronze gefertigt und wird seinen Platz vor dem Gebäude des Finanzamtes finden. "Es ist nicht das erste Mal, dass die Künstlerin für die Stadt Eschwege tätig ist", erklärt Kollmann, denn die Panoramatafeln am Bismarckturm und das Denkmal für den unbekannten Radfahrer, der am Werra-Radweg beim Felsenkeller aufgestellt ist, trägt ihren Namen.

Das Lager für die sogenannten ,Displaced Persons’ – auf dessen Gelände heute auch das Finanzamt steht – war mit insgesamt über 4.000 verschleppten Personen eine der größten in Deutschland und bot den Holocaust-Überlebenden vorläufigen Schutz und Aufenthalt und Möglichkeiten zur Arbeit und kultureller Betätigung. "Das Eschweger Lager hat eine große Bedeutung für die Gründung des Staates Israel. Mit der Tafel wollen wir erreichen, dass die Bürger ein Interesse an diesem Teil unserer Geschichte finden. Auch für unsere Schulen ist das ein spannendes Betätigungsfeld", so Kühnel abschließend.

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