Auf Spurensuche - Judith Faitek aus den USA besuchte Sontra, die Heimat ihrer Vorfahren

Auf der Suche nach den Spuren Ihrer jüdischen Vorfahren hatte Judith Faitek, geb. Heilbrunn, die weite Reise aus den USA nach Sontra angetreten.Die G

Auf der Suche nach den Spuren Ihrer jüdischen Vorfahren hatte Judith Faitek, geb. Heilbrunn, die weite Reise aus den USA nach Sontra angetreten.

Die Großeltern von Judith Faitek, jüdischen Glaubens, Josef und Rickchen Heilbrunn, betrieben in Sontra einen Viehhandel. Sie hatten drei Söhne, die zwischen 1912 und 1919 in Sontra geboren wurden.

Der Vater von Judith war Leo Heilbrunn, er floh vor Hitler im Dezember 1933 gemeinsam mit seinen beiden Brüdern nach Chicago. Josef und Rickchen Heilbrunn folgten ihnen in 1936.

Am Tag der Machtergreifung Hitlers lebten in Sontra insgesamt 77 Mitbürger jüdischen Glaubens. Sie haben Sontra in den darauffolgenden Jahren allesamt verlassen und keiner ist bis heute nach Sontra zurückgekehrt. Judith wurde in 1945 in Chicago geboren und heiratete Leo Faitek. Sie lebt heute in San Diego, Kalifornien.

Gemeinsam mit ihrer deutschen Freundin Monika Sauermann traf Judith Faitek sich mit Heinz Opfer, um mit ihm eine Stadtführung zu unternehmen.Heinz Opfer hatte bereits 2006 den Cousin von Judith Faitek, Randy Heilbrunn bei dessen Besuch in Sontra betreut. Zu ihm besteht seitdem ein ständiger Kontakt. Die Verbindung zwischen den Familien Opfer und Heilbrunn ist ursprünglich durch die Internetpräsentation www.sontra.info entstanden, die von Heiko Opfer, Mitinhaber der Sontraer Firma ,Computer Service Opfer’, erstellt wurde.

Nachdem man sich hier in den Geschäftsräumen am Marktplatz getroffen hatte, unternahm die Gruppe einen rund zweistündigen Rundgang durch die Innenstadt Sontras, wo seinerzeit die meisten Mitbürger jüdischen Glaubens gewohnt haben.

Haus steht nicht mehr

Selbstverständlich wollte Judith Faitek das Haus Ihrer Großeltern sehen.

Dies war jedoch leider nicht möglich. Dieses Haus gehörte zu den Gebäuden, die in den 90er Jahren im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten zusammengefallen waren. An seiner Stelle in der Niederstadt 6 steht heute ein neu errichtetes Wohn- und Geschäftshaus. Heinz Opfer war es jedoch gelungen, ein Bild des Hauses im alten Zustand zu beschaffen und schenkte es Judith Faitek.

Weitere Stationen des Rundanges waren unter anderem der Standort des ehemaligen jüdischen Badehauses, die Synagoge, die Schule, aber auch das Haus und die Dru­ckerei Ihres Onkels Simon Heilbrunn.

Ein weiterer Haltepunkt war auch die 1995 angebrachte Gedenktafel in der Nähe der früheren Synagoge in der Fuldaer Straße. Die Besucherin zeigte sich sehr erfreut darüber, dass die Stadt diese Tafel zur Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger angebracht hat.

Den Abschluss der Stadtführung bildete ein Besuch der beiden historischen jüdischen Friedhöfe in Sontra.

Nach dem Stadtrundgang mit Heinz Opfer wollten die Besucherinnen an diesem Tag noch auf Spurensuche in den Orten Reichensachsen, Abterode und Frankershausen gehen.

Mit Judith Faitek werden sehr viele Eindrücke und Fotos, geschossen mit ihrer Digitalkamera, den Weg in die USA antreten.

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