Von Stühlen, auf denen man nicht Platz nimmt

Sozialpreistraegerin Sandra Ehrenberg mit einem „Staerke“-Gefuehlsstuhl eines Schuelers und dem Gefuehlsbarometer, auf denen man sein eigenes Befinden bildlich zeigen kann.
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Sozialpreistraegerin Sandra Ehrenberg mit einem „Staerke“-Gefuehlsstuhl eines Schuelers und dem Gefuehlsbarometer, auf denen man sein eigenes Befinden bildlich zeigen kann.

Witzenhausen. Die Sozialpreisträger des Werra-Meißner-Kreises kann man gerade mal an zwei Händen abzählen. Sandra Ehrenberg ist eine von ihnen. S

Witzenhausen. Die Sozialpreisträger des Werra-Meißner-Kreises kann man gerade mal an zwei Händen abzählen. Sandra Ehrenberg ist eine von ihnen. Sie wurde am Werra-Meißner-Tag von Landrat Stefan Reuß für ihr Präventionskonzept "Ich bin O.K. – du bist O.K." ausgezeichnet. Doch was hat es damit auf sich? Ehrenberg ist ausgebildete Psychologische-, systemische Familien-, Paar-, und Einzelberaterin. Und ist Mutter von sechs, mitterweile erwachsenen Kindern: "Alle besuchten die Grundschule in Witzenhausen, legten den Grundstein für ihr Leben. Heute sind alle sehr erfolgreich. Aus Dankbarkeit wollte ich der Schule deshalb etwas zurückgeben."Das Idee zum Projekt selbst reifte schon einige Jahre in Ehrenberg. Ihr geht es darum, den Menschen den Zugang zu den eigenen Gefühlen zu ermöglichen.

Gefühle wahrnehmen, zulassen und einordnen

"Wir alle haben Gefühle, allerdings nicht nur positive. Wichtig ist, auch diese zuzulassen, wahrzunehmen und schließlich ihrem Ursprung zuordnen zu können." So könne Ärger nicht an der falschen Stelle rausgelassen werden. Eineinhalb Jahre lang hatte Ehrenberg Zeit ihr Präventionskonzept wöchentlich in einer Doppelstunde einer dritten Klasse der Kesperschule näher zu bringen: "Die Klasse hatte bereits die dritte Lehrerin bekommen. Ziel war es, die knapp 30 Schüler zusammenwachsen zu lassen. Das hat gut funktioniert, weil Kinder, Lehrer und Eltern mitgemacht haben."Gerade viele Eltern seien anfangs sehr skeptisch und unsicher gewesen. "Trotzdem haben die mir ihr Vertrauen geschenkt. Die Kinder wurden offener, stellten zuhause mehr Fragen, so dass sich die Erwachsenen wiederum mit ihren eigenen Gefühlen auseinandersetzten. In der Klasse selbst wurden die einzelnen Gefühle wie Wut, Freude oder Stärke mit Hilfe von sogenannten Gefühlsstühlen optisch dargestellt. "Ob nun Mut oder Wut, Fröhlich- oder Traurigkeit, jede Regung  ist ein kleiner Persönlichkeitsanteil, den es wahrzunehmen gilt. Denn ein Ingorieren könnte fatale Folgen haben: "Despression ist fast immer unterdrückte Traurigkeit und ein Burnout die Angst etwas einfach nicht mehr schaffen zu können." Durch das Projekt würden Kinder eine positive Einstellung zu ihren Gefühlen bekommen und wüssten, was sie dafür tun können. Und sie nähmen auch Andere mit ihren gefühlen wahr, würden persönliche und soziale Kompetenzen entwickeln", so Ehrenberg.Sie wünscht sich, dass bald in jeder Schule eine systemische Beraterin sitzt. Doch das sei noch Zukunftsmusik. Das nächste Projekt "Ich bin O.K. – du bist O.K." startet Ehrenberg im Februar. Und zwar wieder an der Kesperschule.Weitere Informationen zum Thema finden sie auf www.sandraehrenberg.de

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