Suche nach dem Vater

Helsa. Von Oktober 1943 bis März 1945 musste Ivo Michelini als italienischer Kriegsgefangener im Munitionswerk Hirschhagen unter schwierigsten Bedi

Helsa. Von Oktober 1943 bis März 1945 musste Ivo Michelini als italienischer Kriegsgefangener im Munitionswerk Hirschhagen unter schwierigsten Bedingungen arbeiten. Über den Geschichtsverein Helsa wollte jetzt sein Sohn Piero mehr über die Vergangenheit seines Vaters und seine Arbeit im Lager sowie alles über seine abenteuerliche Fluch erfahren. Auf unzähligen Papierzettel und Rändern von Zeitungen wurde geforscht und gesucht.

Ivo Michelini war im Lager Steinbach in Eschenstruth inhaftiert. Neben den schlimmen Erlebnissen von Ivo Michelini - er musste beispielsweise miterleben wie 17 seiner Kameraden bei einer der größten Explosionenin Hirschhagen am 31. März 1943 ums Leben kamen - gab es auch friedlichen Kontakte zur Bevölkerung. Von Beruf Frisör hatte er, wie Recherchen ergaben, zahlreichen Eschenstrüthern die Haare geschnitten. Im nahen Quentel hatte er, wie im Tagebuch zu entnehmen war, eine Freundin.

Wie groß das Interesse am Schicksal seines inzwischen verstorbenen Vaters ist, zeigt die Tatsache, dass sich PietroMichelini mit Ehefrau Antonelle auf den Weg nach Nordhessen machte.

Gerold Kunert, bestens vertraut mit der Geschichte des Munitionswerkes, konnte ihm nun alle Örtlichkeiten zeigen, die sein Vater in den Tagebüchern beschrieben hatte. In den folgenden zwei Tagen ging es auf Spurensuche in Eschenstruth und Hirschhagen. Um die Sprachbarrieren besser zu überwinden hatte man den in Wickenrode lebenden Italiener Antonino Caserta hinzugezogen. Der Wissensaustausch brachte sowohl für Piero Michelini als auch für den Geschichtsverein Helsa neue Erkenntnisse. Mit einem herzlichen Dank an die Gastfreundschaft der Familie Kunert starteten die Michelinis mit ihrem Wohnmobil um die Fluchtstrecke seines Vaters abzufahren, die damals über Spangenberg, Rotenburg, Hersfeld, Heilbronn, und Untertürkheim bis in seine Heimatregion Toskana führte. Für Gerold Kunert bleibt jetzt noch das Geheimnis eines Tagebucheintragung über eine Quentler Freundin von Ivo Michelini zu erforschen und weiter zu recherchieren.

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