SuedLink soll zum Teil durch den Werra-Meißner-Kreis verlaufen

Landrat Reuß: "Behalten uns vor gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur Rechtsmittel einzulegen."

Werra-Meißner. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Fachplanung für den Abschnitt C des SuedLinks am vergangenen Montag offiziell abgeschlossen. Die Entscheidung bezieht sich auf die Teilstücke zwischen Bad Gandersheim/Seesen und Gerstungen. Die BNetzA folgt in ihrer Festlegung weitestgehend dem Vorschlag der Vorhabenträger TenneT TSO und TransnetBW.

So soll der SuedLink verlaufen

Der festgelegte Trassenkorridor soll demnach im südlichen Niedersachsen bei Edemissen-Strodthagen südlich von Einbeck beginne und von dort in südliche Richtung verlaufen. Auf Höhe Göttingen, so die Planung, verschwenkt er über eine im Verfahren vorgeschlagene Alternative in westliche Richtung. Vor der Ortschaft Knutbühren knickt er in südliche Richtung ab. Bei Friedland überquert er die niedersächsisch-hessische Landesgrenze. Südlich Witzenhausen soll der Trassenkorridor dem Werratal folgen und östlich an Bad Sooden-Allendorf vorbei verlaufen. Westlich von Eschwege soll eine im Verfahren vorgeschlagene kleinräumige Verschwenkung genutzt werden. „In der Folge verläuft der Trassenkorridorvorschlag in südöstliche Richtung durch den Ringgau. Die Ortslage Netra wird über eine im Verfahren vorgeschlagene Verschwenkung südlich umgangen. Weiterhin verläuft der Trassenkorridor von Rittmannshausen aus südwärts und über die Landesgrenze bei Herleshausen bis Gerstungen-Unterellen in Thüringen“, teilt die BNetzA mit. Und weiter: „Nach Abschluss der Fachplanung für die Abschnitte folgen die Planfeststellungsverfahren. In diesem Genehmigungsschritt werden der genaue Leitungsverlauf innerhalb des Trassenkorridors und die technische Umsetzung der Stromleitung festgelegt.“ Die Vorhabenträger hätten nach Kenntnissen der BNetzA die Unterlagen zu den Planfeststellungsanträgen bereits parallel zum Bundesfachplanungsverfahren vorbereitet und würden entsprechende Anträge voraussichtlich in Kürze einreichen.

Landrat Reuß: „Behalten uns rechtliche Schritte vor“

Mit großem Bedauern und Enttäuschung haben sowohl Landrat Stefan Reuß als auch der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann auf die Nachricht reagiert. „In Fachgutachten und Stellungnahmen“, so Landrat Reuß, „haben wir sehr deutlich auf die Belastung der Bevölkerung durch ortsnahe Trassenführungen hingewiesen und auch die Schädigung unserer ökologisch hochsensiblen Landschaftsräume thematisiert, ebenso haben wir auf erhebliche Fehler in der bisherigen Planung hingewiesen leider wohl ohne Erfolg.“ Wir behalten uns selbstverständlich vor, alle möglichen Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen, so Stefan Reuß. „Selbstverständlich sind wir für eine konsequente Energiewende“, betont der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann, „schließlich wird im Werra-Meißner-Kreis an vielen Punkten bereits eine dezentrale Energiewende umgesetzt. Klar ist aber auch: wir akzeptieren nur eine auf nachvollziehbaren Fakten basierende und nicht politisch motivierte Entscheidung zum Trassenverlauf.“ „Wir werden die seit heute verfügbaren und sehr umfangreichen Begründungen der Entscheidung der Bundesnetzagentur prüfen und uns mit der Stadt sowie dem Landkreis Göttingen abstimmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Selbstverständlich werden wir uns anschließend auch mit den betroffenen Thüringer Nachbarlandkreisen abstimmen“, ergänzen Reuß und Dr. Wallmann.

Hintergrund

Aufgabe des SuedLinks ist es, den Offshore-Windstrom von der Nordsee bis in die süddeutschen Ballungsräume am Main respektive am Neckar transportieren. Die Verbindung wird von den beiden Übertragungsnetzbetreibern TenneT und TransnetBW realisiert. Die Trasse besteht aus zwei Vorhaben und wird in Wilster und Brünsbüttel beginnen. Endpunkte sind die Netzknoten Bergrheinfeld und Großgartach. Beide Vorhaben werden über weite Bereiche parallel geplant und realisiert. SuedLink ist in mehrere Planungsabschnitte aufgeteilt. Das Projekt wird als Erdkabel mit einer Kapazität von bis zu vier Gigawatt realisiert. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2026 geplant.

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