Der Terminkalender ist jetzt schon rappelvoll

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Wohnwagen-Fan: Michael Zimmermann im gemuetlichen Eckchen mit Ehefrau Susanne.

Werleshausen. Michael Zimmermann hat auch privat viel zu managen. Während er im Rathaus als Fachbereichsleiter der Verwaltung Vorgesetzter von 35 Mi

Werleshausen. Michael Zimmermann hat auch privat viel zu managen. Während er im Rathaus als Fachbereichsleiter der Verwaltung Vorgesetzter von 35 Mitarbeitern ist,  zieht er zu Hause als dreifacher Familienvater die Fäden an der Seite von Ehefrau Susanne.Während des Pressegesprächs klingelt mehrfach das Telefon. Die Kinder müssen chauffiert, die Fahrten organisiert werden. "Wir sind quasi ein kleines Taxiunternehmen. So ist das, wenn man auf dem Dorf wohnt", zuckt der Werleshäuser lässig mit den Schultern.Sohnemann Matteo (11) muss zum Fußballtraining, Tochter Celine (16) will vom Bahnhof abgeholt werden. Eben der ganz normale Alltag eines Papas. "Egal was kommt, die Familie steht bei mir immer an erster Stelle", sagt der 50-Jährige, der am 29. Januar zum neuen Bürgermeister Witzenhausens gewählt werden möchte. Wahlkampferprobt ist er bereits. 2005 unterlag er der amtierenden Stadtchefin Angela Fischer (CDU) in der Stichwahl. Heute sieht er sich politisch gereifter, gehe selbstbewusst, aber nicht überheblich ins Rennen. Erfahrung sammelte er zwischenzeitlich als Kreistagsabgeordneter und SPD-Ortsvereinsvorsitzender.

,Wahlniederlage 2005 hatte verschiedene Gründe’

Zimmermanns Analyse der damaligen Wahlniederlage fällt so aus: "Ich denke, das hatte verschiedene Gründe. Der Wechselwille war nach 18 Jahren Amtszeit Günter Engels (SPD) spürbar. Außerdem wirkte sich die politische Stimmung auf Bundesebene nicht gerade positiv aus: Mit Angela Merkel (CDU) wurde eine Frau Bundeskanzlerin. Und obendrein fiel die Wahlempfehlung der GRÜNEN  Witzenhausen zugunsten Fischers aus." In der Summe seien das keine guten Vorzeichen gewesen.

Heute hat er die GRÜNEN auf seiner Seite. Mit Dr. Rita Weber-Wied und Tina Fibinger sitzen sogar zwei in seinem neunköpfigen Wahlkampfteam. Mit dabei natürlich auch Partei-Kollegen, wie  Margarete Koschel-Naahs, Peter Schill, Rüdiger Träbing und Harald Ludwig. Außerdem Zimmermanns Freunde Tom Behringer und Jens Krumbein: "Es ist gut jemanden im Boot zu haben, der keine Parteibrille auf hat und die Dinge objektiv von außen beurteilen kann", erklärt Zimmermann. Anfang November soll der Flyer mit den Wahlkampfprogramm ausgearbeitet sein. "Danach geht’s in die heiße Phase, mein Kalender ist schon jetzt rappelvoll. Ab Sylvester werde ich kaum noch eine freie Minute haben, weil ich mich in den Stadtteilen vorstellen und Ortsvereine besuchen werde. Mein Vorteil: Viele kennen mich schon vom letzten Wahlkampf. Das Internet wollen wir stärker nutzen und zum Beispiel auf Facebook  werben sowie eine eigene Homepage einrichten. Mein Ziel ist es, im ersten Wahlgang zu gewinnen."

Politische Ziele

Konkrete Vorstellungen, welche Aufgaben gelöst werden müssen, hat der 50-Jährige bereits. Zimmermann will eine Bürgerbeteiligung in Sachen Energiewende, um Verfahren transparent zu halten. Die Zusammenarbeit mit der Universität Kassel müsse zwingend als Zukunftsfaktor für Witzenhausen im Hinblick auf die Stadtentwicklung intensiviert werden.Was Leerstände in der Innenstadt anginge, sollte ein erfolgsabhängiges Mietmodell entwickelt und das Angebot erweitert werden: "Da wurde in den letzten Jahren mehr zugeguckt als gehandelt. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Industrie- und Handelskammer  könnte man versuchen, von Bürgern gewünschte Fachgeschäfte in die Kirschenstadt zu holen." Außerdem will der 50-Jährige das Radwegekonzept ändern: "Der Radweg muss durch die Innenstadt und nicht an ihr vorbei führen. Das würde für mehr Frequenz sorgen." Damit ist Zimmermann beim Thema Tourismus angelangt. Hier sagt er: "Wandern, Kanu- und Fahrradfahren sind keine Alleinstellungsmerkmale Witzenhausens, denn andere Regionen haben ähnliche Angebote. Unsere Einzigartigkeit ist die Kirsche. Da müssen wir mehr herausholen und Kurzzeit-Touristen anlocken."In Sachen demografischer Wandel hält Zimmermann nichts davon, den Rotstift bei der dörflichen Infrastruktur anzusetzen: "Jugendclubs und Dorfgemeinschaftshäuser beleben die Orte, sind wichtig für das kulturelle Leben. Man muss mehr investieren. Gertenbach ist da ein gutes Beispiel. Hier ist alles existent. Es gibt sogar einen Dorfladen. Deshalb gibt es dort auch wieder Zuzüge."

Spricht’s und greift zum Autoschlüssel, denn seine Kinder lässt er nicht gerne warten.

Zur Person

Michael Zimmermann ist 50 Jahre alt und wohnt mit Ehefrau Susanne und seinen drei Kindern Celine, Leonie und Matteo sowie Hündin Joice in Werleshausen. Der Fachbereichsleiter der Witzenhäuser Stadtverwaltung verbringt jede freie Minute mit seiner Familie, fährt deshalb seit zehn Jahren mit dem Wohnwagen in den Urlaub. "Durch den stressigen Alltag entfernt man sich manchmal voneinander. Im Urlaub wächst man  auf engstem Raum wieder zusammen", sagt der Werleshäuser. Neben der Familie schlägt sein Herz auch für den Fußball. Zimmermann ist großer Fan des SV Werder Bremen.

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