Den Toten einen Namen geben

Herleshausen: Regierungspräsident weiht Gedenkstätte einHerleshausen. Gegen Ende 1942  meldete Karl Fehr, damaliger Bürgermeister der Gemeinde Her

Herleshausen: Regierungspräsident weiht Gedenkstätte ein

Herleshausen.Gegen Ende 1942  meldete Karl Fehr, damaliger Bürgermeister der Gemeinde Herleshausen, pflichtgemäß dem Wehrmachtsstandortältesten in Eschwege den Tod von 38 sow­jetischen Kriegsgefangenen, die in der Zeit vom Oktober 1941 bis Oktober 1942 in Herleshausen im Lager an der Straße nach Frauenborn gestorben waren. Die aufgelisteten Namen der Toten, die von der Wehrmacht auf dem Judenfriedhof beigesetzt wurden, erschienen später nicht in der amtlichen Gräberliste und gerieten in Vergessenheit.

Durch einen Zufall wurden kürzlich die Durchschriften der Berichte von Karl Fehr im Archiv der Gemeinde Herleshausen entdeckt. Dank der Unterstützung durch die Stiftung Sächsischer Gedenkstätten (Dresden), in Zusammenarbeit mit dem Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation in Podolsk (50 km südlich von Moskau), war es möglich, die Kriegsgefangenenkarteikarten der 38 Soldaten und damit den Nachweis über deren Tod in Herleshausen zu bekommen.

In feierlichem Rahmen sollen den Toten ihren Namen auf einem Gedenkstein zurückgeben werden, der neben den Gräbern der nach ihnen in dem dann zum Ersatzlazarett umfunktionierten Lager gestorbenen 1.597 Kameraden aufstellen werden.

Zur feierlichen Einweihung des Gedenksteines am Montag, 27. Mai, um 15 Uhr, wird herzlich eingeladen.

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Kassel, wird die Einweihung des Gedenksteines in Anwesenheit von Angehörigen aus Russland vornehmen. Gleichzeitig soll neben der offiziellen Übergabe der Ergänzung zur "Amtlichen Gräberliste" der Reservistenkameradschaft Südringgau (Herleshausen) die Patenschaftsurkunde zur Pflege der Sowjetischen Kriegsgräberstätte überreicht werden.

Da am Friedhof nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen, werden die Gäste gebeten, vom ehemaligen Gutshof (Karl-Fehr-Straße) aus zum Friedhof zu laufen. Für Gehbehinderte werden Fahrgelegenheiten bereitgestellt. Es wäre eine nette Geste, wenn jeder Gast eine Nelke mitbringt und diese als Zeichen der Versöhnung zwischen den Völkern nach der Veranstaltung an einem der vielen Grabplatten auf der Kriegsgräberstätte niederlegt.                                         (wer)

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