Im Trüben fischen

Von CHRISTIAN HORN Walburg. Es ist eine schmutzige Branche in der Hartmut Pansenhagen ttig ist. Seine Arbeit findet im verborgenen

Von CHRISTIAN HORN

Walburg. Es ist eine schmutzige Branche in der Hartmut Pansenhagen ttig ist. Seine Arbeit findet im verborgenen statt, meist undurchschaubar, im Trben und das europaweit. Wenn es mal brennzlig wird kann er sich nur auf seinen Partner, Stefan Taschendorf, verlassen. Denn er holt ihn jedes Mal wieder aus dem Trben raus. Und so zieht Pansenhagen jeden Morgen seinen Anzug an, nur um dann mglichst schnell wieder abzutauchen. Pansenhagens Beruf: Industrietaucher. Seit neun Jahren ist er nun schon in dem Geschft bei der Firma Eurodiver 24 GmbH Tauch und Montageservice ttig, vorallem im Bereich der Klr- und Biogasanlagen.

Und so fhrte ihn der Job am Montag nach Walburg, denn hier musste jetzt die Belftung des Belebungsbecken der Klranlage saniert werden. Da die Arbeiten im laufenden Betrieb stattfinden, bleibt das Wasser im Becken. Aus diesem Grund musste der Industrietaucher her.

Die Arbeit ist hart, die Sicht ist gleich Null. Zum Glck sind die Schrauben und Muttern so gro, dass diese ein Taucher auch im Dunkeln ,leicht ertasten kann, erklrt Oswald Smasal von der Firma Klawa, die die neue Belftungsanlage errichtet. Aber Schrauben und Muttern sind nicht das Einzige, was man in diesen Gewssern finden kann.

,Fundstcke

Eins der kuriosesten Dinge, die ich bisher gefunden habe war ein Gebiss. Handys hingegen findet man viele unter Wasser, die Dinger sind aber beschi..., funktionieren nicht mehr, erklrt Pansenhagen mit einem Lachen ber den Lautsprecher, whrend er unter Wasser arbeitet. In Walburg holt er zu seiner Verwunderung mehrere Ziegelsteine aus dem Becken. Sag mal, war dem Klrmeister langweilig oder haben die hier den Boden gepflastert und nicht betoniert?, fragt Pansenhagen scherzend.

Und weiter: Zu dem Job bin ich ber einen Bekannten gekommen, der hat mir davon erzhlt und schon war ich mit an Bord. Trotz der Arbeit ist ihm der Appetit noch nicht vergangen und so bittet er die Kollegen, dass die schonmal Kaffee aufsetzen und ein paar Brote fr die Pause schmieren sollen. Sein Partner am Beckenrand, Stefan Taschendorf, Signalmann, ist seit fnf Jahren mit dabei. Er sorgt nicht nur dafr, dass Pansenhagen immer das richtige Werkzeug zur Hand hat, sondern vorallem fr Luft zum Atmen. Die Sicherheit steht an oberster Stelle. Fr die Arbeiten bereitet man sich sorgfltig vor. Bislang kam es noch nie zu einem Zwischenfall, aber wenn mal was sein sollte, wird der Taucher an der Leine eingeholt, so Taschendorf.

Doch auch in Walburg ging alles glatt. Element fr Element lst der Taucher von der Belftungsanlage, die nach mehreren Jahren in der Tiefe wieder ans Tageslicht kommt. Die Anlage wird nun durch eine neue ersetzt. Nach erledigter Arbeit taucht Pansenhagen wieder aus dem Untergrund auf, legt seinen Anzug ab und macht sich auf den Weg zum nchsten Auftrag.

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