Über 40 Einbrüche in vier Monaten

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Hessisch Lichtenau. Einbruchserie in Lichtenau: Seit Januar haben es Diebe auf Firmen abgesehen, auch Kindergärten sind häufig das Ziel

Hessisch Lichtenau. Über 40 Einbrüche und drei verhaftete Diebe, das ist die bisherige Bilanz der Einbruchserie in Hessisch Lichtenau.

Besonders auf die Firmen im Stadtgebiet haben es die Täter abgesehen, rund 27 Mal waren Unternehmen das Ziel. Etwa 18.000 Euro Schaden richteten die Täter an, die Beute mit eingerechnet. Häufig ist jedoch der Sachschaden höher als der Wert des Diebesgutes. Geklaut wird alles, was man tragen kann, egal ob Werkzeug oder Wurst.

Einige Lichtenauer Unternehmer suchten jetzt das Gespräch mit Lichtenaus Bürgermeister Jürgen Herwig. Er soll für mehr Sensibilisierung in der Bevölkerung sorgen. "Es kommt einem leider so vor, als ob die Stadt die Sorgen der Gewerbetreibenden nicht ernst nimmt", erklärt Herbert Oetzel, der bereits dreimal das Ziel von Einbrechern wurde.

Dazu Lichtenaus Bürgermeister Jürgen Herwig: "Es wäre eine Überforderung für eine Stadt oder Gemeinde, Maßnahmen zum Schutz der Grundstückseigentümer vor Diebstählen oder Einbrüchen zu treffen. (...) Es geht hier um die Prävention vor bzw. die Verfolgung von Straftaten. Und dafür ist nicht die Stadtverwaltung tätig. (...) Wir leben in einem Rechtsstaat und in diesem ist die Polizei für die Aufklärung der Taten zuständig."

Dass es sich um mehrere Täter handeln muss wird schon dadurch deutlich, dass die Polizei bereits drei Einbrecher ermitteln konnte, die unabhängig voneinander für mindestens fünf Einbrüche verantwortlich sind. Seit zwei Monaten ging der Polizei jedoch kein weiterer Täter mehr ins Netz.

"Die Kollegen in Hessisch Lichtenau fahnden mit Hochdruck nach den Tätern. Zum aktuellen Stand der Ermittlungen können wir jedoch aus ermittlungstechnischen Gründen keine Angaben machen", erklärt Reiner Lingner von der Polizeidirektion Werra-Meißner auf Anfrage.

Die Arbeit der Polizei sehen die Geschäftsleute, die sich mit Herwig trafen, als sehr gut an: "Wenn wir bei der Polizei etwas Verdächtiges melden, dann sind die Beamten umgehend vor Ort."

Was die Geschäftsleute sich wünschen, ist, dass die Bevölkerung sensibler bei einem verdächtigen Verhalten reagiert. "Als man jetzt in der Landgrafenstraße in sieben Geschäfte eingebrochen ist bzw. es versuchte, muss jemand etwas bemerkt haben. Wir hoffen, dass in Zukunft sich die Leute dann bei der Polizei melden und so etwas nicht ignorieren", so Oetzel.

Damit die Bevölkerung sich aber entsprechend verhält hofft Oetzel, dass die Stadt zukünftig entsprechende Informationsveranstaltungen durchführt.

Die Vermutung, dass die Einbrecher wegen der abgeschalteten Laternen häufiger zuschlagen weist Herwig zurück: "Entgegen dem Klischee vom ,nächtlichen Besucher’ werden weit über ein Drittel der Einbrüche tagsüber begangen. In anderen Kommunen des Kreises, wo schon länger Nachts die Laternen ausgeschaltet sind, gab es keinen Anstieg bei der Zahl der Einbrüche."

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Die Chronik der bisherigen Taten, die von der Polizei mitgeteilt wurden, lesen Sie hier:

18.-22. April: Eine Lagerhalle in der Lilienthalstraße in Hirschhagen war das Ziel unbekannter Täter. Der oder die Täter entwendeten insgesamt etwa 80 Kabelschnitte im Wert von ca. 500 Euro.

20. bis 21. April: In der Nacht brachen Unbekannte in sieben Geschäfte im Stadtgebiet von Hessisch Lichtenau ein. In der Landgrafenstraße wurde in ein Sanitätshaus, einen Optikerladen, eine Fleischerei und eine Eisdiele eingebrochen. In allen vier Fällen wurde die Eingangstür aufgebrochen. Der entstandene Sachschaden wird auf insgesamt 1.000 Euro geschätzt. Bei einer Apotheke in der Landgrafenstraße blieb es beim Versuch. Ein Bekleidungsgeschäft in der Poststraße war ein weiteres Ziel der Täter. Als siebtes Objekt suchten die Täter einen Imbiss in der Burgstraße auf.

12-14. April: Einbruch in ein Werkstattgebäude der Orthopädischen Klinik. Unbekannte hebelten die Eingangstür zur Maler- und Metallwerkstat auf und durchsuchten sämtliche Räume. Es wurde eine Digitalkamera und ein Bit-Satz gestohlen. Sachschaden: ca. 1.500 Euro.

In einen Kiosk "am Lohwasser" drangen unbekannte Täter ein, nachdem eine Tür aufgebrochen wurde. Im Kiosk wurde eine weitere Tür aufgebrochen und aus dem Zigarettenregal mehrere Packungen Zigaretten entwendet. Schaden: ca. 1.000 Euro.

5.-8.April: Die Grillhütte an der Freizeitanlage Riedteich in Walburg war das Ziel bisher unbekannter Täter. Entwendet wurde nichts. Sachschaden: 300 Euro.

1.-3. April: Einbruch im Jugendzentrum (JUZ) am Kalkbrunnen. Der oder die Täter durchsuchten sämtliche Schränke. Ob etwas entwendet wurde, ist bisher nicht bekannt. Sachschaden: 1.500 Euro.

1.-2. April: In der Leipziger Straße in Hessisch Lichtenau drangen die Täter in einen Imbiss ein. Entwendet wurden Bananenmilch, Cola, Kakao und Erdbeermilch. Zusätzlich wurden noch 25 Euro Wechselgeld gestohlen. Schaden: ca. 350 Euro.

30.-31. März: Unbekannte drangen in einen Imbiss in der Leipziger Straße ein. Gestohlen wurde nichts. Sachschaden: ca. 400 Euro.

Eine Firma in der Leipziger Straße war das Ziel. Ein Zeuge hatte zur Tatzeit verdächtige Geräusche wahrgenommen und die Polizei informiert. Durch die eingesetzten Streifen wurde festgestellt, dass ein Fenster eingeschlagen wurden. Sachschaden: 250 Euro geschätzt.

Einbruch in Orthopädische Klinik. Ein oder mehrere Täter brachen ein Fenster auf der Rückseite des Gebäudes auf. Anschließend wurde eine Tür im ersten Obergeschoss aufgebrochen. Bei einer weiteren Tür scheiterten die Täter. Ob etwas gestohlen wurde ist nicht bekannt. Sachschaden: 500 Euro.

28.-31. März: Einbruch in eine Lagerhalle in der Industriestraße. Es wurden verschiedene Werkzeuge und Maschinen entwendet. Weiterhin wurde ein Navigationsgerät geklaut. Der Stehlschaden wird auf 650 Euro, der entstandene Sachschaden auf 500 Euro geschätzt.

23. März: Unbekannte betraten in den Abend-/ Nachtstunden das Gelände des Hundevereins in der Jakob-Ziegler-Straße.Entwendet wurde nichts. Sachschaden: ca. 200 Euro

21.-23 März: Einbruch in den Kindergarten in der Klappallee. Es wurden ein Laptop sowie ein geringer Geldbetrag gestohlen. Während das Stehlgut einen Wert von etwa 850 Euro hatte, wird der entstandene Sachschaden auf etwa 2.000 Euro geschätzt.

14.-17. März: Ein Einbruchsversuch in einen Restpostenmarkt in der Leipziger Straße. Aufgrund vorhandener Sicherungen gelang es dem/den Tätern nicht, in das Gebäude einzudringen. Sachschaden: ca. 700 Euro.

In der Leipziger Straße wurde in eine Firma eingebrochen. Unbekannte Täter durchsuchten die Firmenräume. Gestohlen wurde nichts. Sachschaden: 1.500 Euro.

Ein weiterer Einbruchsversuch wurde aus der Industriestraße gemeldet. Der/die Täter wollten ein Rolltor zu einer Werkstatt öffnen, was aber nicht gelang. Sachschaden: 500 Euro.

13. März: Ein Einbruch in ein Büro- und Lagergebäude ereignete sich am Hambacher Weg. Unbekannte entwendeten aus dem Büro eine Digitalkamera und Bargeld aus der Portokasse. Aus zwei Spendendosen wurden ca. 15 Euro entwendet. Der Wert des Diebesgut beträgt 455 Euro. Sachschaden: 700 Euro.

1.-3. März: Unbekannte drangen in ein Firmengebäude in der Leipziger Straße ein. Entwendet wurden ca. 20 Werbefeuerzeuge sowie 30 Euro Münzgeld. Sachschaden: 300 Euro.

26.-27. Februar: Zu einem Einbruch in einen Kellerraum kam es in der Richard-Wolf-Straße. Aus dem Keller wurde lediglich eine Dose Tabak im Wert von 14 Euro entwendet. Im Laufe der Ermittlungen ergab sich ein Tatverdacht gegen einen 13-jährigen und einen 16-jährigen Jugendlichen aus Hessisch Lichtenau.

25.-26. Februar: Eine Doppelgarage in der Desseler Straße war das Ziel von Einbrechern. Der oder die Täter entwendeten mehrere Werkzeuge im Wert von etwa 400 Euro.

19.-20. Februar: Unbekannte entwendeten aus dem Lager einer Pizzeria in der Leipziger Straße verschiedene Lebensmittel aus einer verschließbaren mobilen Gefriertruhe, die aufgebrochen wurde.Der/die Täter entwendeten Schnitzel, Chicken Nuggets, Calamaris, Pommes und Kroketten im Wert von ca. 300 Euro. Sachschaden: 100 Euro.

15.-16. Februar: Unbekannte überstiegen in der Ottilienstraße den knapp drei Meter hohen Metallzaun des Leergutlagers des Rewe-Marktes. Ein Eindringen in den Markt fand nicht statt.

14. Februar: Der Polizei gelang es zwei Einbrüche in den Kindergarten "Karpfenfänger" sowie den Aufbruch zweier SB-Staubsauger einer Tankstelle in der Leipziger Straße aufzuklären. Die Taten ereigneten sich am 8.-9. Januar. Als Täter konnte ein 55-jähriger Lichtenauer ermittelt werden.

9. Februar: Einbruch in den Evangelischen Kindergarten in der Klappallee. Es wurden lediglich Nahrungsmittel und ein geringer Geldbetrag entwendet.

6. Februar: Angezeigt wurde ein versuchter Einbruch in eine Halle am Hambacher Weg. Am Rolltor entstand ein geringer Schaden. Ins Gebäude kamen die Täter nicht.

28.-29. Januar: In eine Lagerhalle "Am Hambacher Weg" versuchten Unbekannte ohne Erfolg einzubrechen. Sachschaden: 1.000 Euro.

Zu einem zweiten Einbruchsversuch kam es in der Leipziger Straße in Fürstenhagen. Hier versuchte man in einen Imbiss einzubrechen. Der Versuch schlug fehl. Sachschaden: 300 Euro.

25.-26. Januar: Aus einem Kfz-Betrieb in der Straße "Am Lohwasser" entwendeten unbekannte Täter zwei Montiereisen, einen Bolzenschneider sowie zwei Zigarettenpackungen. Schaden: ca. 300 Euro.

22.-23. Januar: Im evangelischen Kindergarten "Forellenfänger" in der Klappallee wurden in der Nacht Lebensmittel gestohlen.

18.-21. Januar: Auf dem Gelände des JUZ wurde versucht die Tür eines Bürogebäudes aufzubrechen, wodurch ein Schaden von 250 Euro entstand. Ein Eindringen gelang nicht.

17. Januar: Versuchter Einbruch in eine Zahnarztpraxis im Steinweg. Die Täter versuchten die Haupttür sowie eine Nebeneingangstür aufzuhebeln, was jedoch misslang. Die Tat muss sich im Zeitraum vom 28. Dezember bis zum 17. Januar ereignet haben.

In der Landgrafenstraße drangen Unbekannte in eine Wohnung eines Mehrfamilienhauses ein. Aus der Wohnung wurden zwei Notebooks und ein Portmonee mit etwas Bargeld gestohlen. Schaden: 1600 Euro.

8.-16 Januar: In eine Gartenhütte im Vortridener Weg wurde eingebrochen. Es wurde eine Motorsense der Marke "Stihl" entwendet.

14. Januar. Ermittelt wurde ein 35-jähriger Kasseler, der in der Woche zuvor mehrere Straftaten begann. Nachdem er in der Nacht vom 7.-8. Januar in eine Firma "Im Tal" eingestiegen war, entwendete er dort einen Schlüssel, so dass er aus einem Pkw noch ein Portmonee und Navigationsgerät entwenden konnte. Das Eindringen in eine Wohnung in der Landgrafenstraße in Hessisch Lichtenau geht ebenso auf das Konto des Mannes.

8.-9. Januar. Einbruch in den Kindergarten "Karpfenfänger". Der Täter kam nicht ins Gebäude. Sachschaden: 1250 Euro.

Die Münzbehälter zweier SB-Staubsauger auf dem Gelände einer Tankstelle in der Leipziger Straße wurden aufgehebelt. Aus den Behältern wurden ca. 20 Euro entwendet. Der Sachschaden beträgt ca. 100 Euro. Der Täter der beiden Einbrüche wurde am 13. Februar festgenommen.

8.-9. Januar: Unbekannte drangen in die Kindertagesstätte der AWO in der Straße "Haarbreite" in Walburg ein. Entwendet wurde aber nichts. Sachschaden ca. 1.000 Euro.

In der Königsberger Straße versuchte ein Unbekannter Täter in ein Wohnmobil einzubrechen. Der Halter des Wohnmobils sah dies jedoch. Als der Täter bemerkte, dass er bei seiner Tat beobachtet wurde, lief er davon. Schaden: 100 Euro.

7.-8. Januar: Ein Wohnungsinhaber in einem Mehrfamilienhaus in der Landgrafenstraße in hörte Geräusche und stand auf. Im Wohnungsflur stand er plötzlich einem ihm unbekannten Mann gegenüber, der daraufhin sofort aus der Wohnung lief. Sachschaden entstand nicht.

Aus einem Pausenraum einer Firma in der Straße "Im Tal" wurden ein Handy, eine Geldbörse und ein Pkw-Schlüssel gestohlen. Anschließend wurde aus dem dazugehörigen Pkw das Navi entwendet. Schaden: 400 Euro. Der Täter der beiden Einbrüche, ein Kassler, wurde am 13. Januar verhaftet.

6.-7. Januar: In ein Gebäude des "Lenoirstift" Fürstenhagen wurde eingebrochen. Unbekannte rissen die Holzverkleidung eines Fensters ab und schlugen anschließend die Scheibe ein, um in das Hauptgebäude einzudringen. Dabei lösten sie den Alarm aus. Sachschaden: 150 Euro.

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