"Und bitte"

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Blick hinter die Kulissen beim ZDF-Dreh von Astrids Stylingshow auf FuerteventuraCorralejo/Werra-Meißner. 7.15 Uhr. Irgendwo im Nirgenwo im Norden Fu

Blick hinter die Kulissen beim ZDF-Dreh von Astrids Stylingshow auf Fuerteventura

Corralejo/Werra-Meißner. 7.15 Uhr. Irgendwo im Nirgenwo im Norden Fuerteventuras. Steine, Geröll, ein paar Kakteen. Stille, Einsamkeit. Weit weg vom Trubel der Touristenhochburgen steht sie im Landesinneren: Die schneeweiße Luxusvilla. Flachdach, riesige Fensterfronten, zwei Pools, 16 Zimmer, davon sieben Schlafzimmer, alle mit eigenem Bad.

Im Gegensatz zur fast leb­­­los wirkenden kargen Landschaft drumherum, bricht in der Villa allmählich Trubel aus. Denn sie ist der Schauplatz für einen Dreh des ZDF. Einige Folgen von "Schick & Schön – Astrids Stylingshow" werden erstmals im sonnigen Süden gedreht.

Und mittendrin die Hauptdarstellerin Astrid Rudolph. Die in Rambach aufgewachsene, später lange in Eschwege, dann in Kassel und heute mit ihrer Familie in Bonn lebende Stylingexpertin ist längst zu einer Großen ihrer Branche aufgestiegen. Mit 44 Jahren aber auch noch für die Kamera entdeckt zu werden, ist selten. Sagen die, die es wissen müssen – die vom Zweiten Deutschen Fernsehen.

Während die Sonne noch nicht so richtig strahlen will, strahlt Astrid – und wie. In knalligem Gelb von den Schuhen bis zum Oberteil und mit perfektem Make-up zieht sie alle Blicke auf sich. Kameramänner, Tontechniker und auch ihre "Mädels", wie Astrid ihre wichtigsten Mitarbeiterinnen immer nennt, zu denen auch die Eschweger Friseurin Andrea Brand gehört, bekommen für einen Moment den Mund nicht mehr zu.

Doch dann geht es los. Totenstille, die Kameras in Position, alle sind auf ihren Plätzen als aus dem Nebenraum die bestimmende Ansage kommt: "Und bitte".

Dort sitz Myriam, die Produktionsleiterin, vor zwei Monitoren. Sie beobachtet gemeinsam mit ihrer Assistentin Ana jede Winzigkeit des Drehs. Astrid macht ihre erste Ansage, stellt die erste Kandidatin vor. Visagistin Inneta und Friseurin Andrea sind in Position. Vor ihnen auf den Tischen unzählige Pinsel, Make-up in allen Variationen – die Menge würde reichen, um eine ganze weibliche Armee zu schminken. Denkt zumindest ein Mann.

Und mittendrin eine aufgeregte Kandidatin, die die beginnenden optischen Veränderungen zwar spürt aber nicht sehen kann. Alle Spiegel sind mit Handtüchern zugehängt. Erst nachdem alles perfekt sitzt, die unscheinbare junge Frau zu einer Dame wird, nach der sich nicht nur Männer in der Fußgängerzone umschauen, darf sie sich im Spiegel betrachen.

Stundenlang wird geschnitten, gefärbt, geschminkt. Stundenlang werden die besten Positionen der Kameras ausgelotet, die Kamermänner knien, liegen, stehen auf Leitern. Die Tontechniker fordern absolute Ruhe. Immer wieder ertönt "Und bitte". Anspannung, totale Konzentration. Die Produktionsleitung macht Ansagen, Szenen werden wiederholt. Myriam fallen Details auf, die sonst niemandem des 15-köpfigen Teams auffallen. Ein Profi. Genau wie Astrid in ihrem Metier. Sie nimmt Myriams Verbesserungswünsche gelassen hin. Kein Zeichen von genervt sein. Im Gegenteil: Mit geschultem Auge, humorvoll und natürlich macht sie ihren Job. Wohlwissend, dass es darum geht, ein perfektes Produkt abzuliefern.

Das perfekte Styling nimmt allmählich Konturen an. Der entscheidende Moment naht. Astrid legt liebevoll ihre Arme um die nervöse Kandidatin. Sie weiß, dass die Veränderung enorm, die Überraschung groß sein wird.

Der erste Blick in den Spiegel. Große, immer größer werdende Augen. Man hat den Eindruck, die junge Frau ist sich nicht ganz sicher, wen sie dort im Spiegel gerade entdeckt. Prüfende Blicke. Dann endlich: das erlösende Lächeln. Umstyling gelungen – zur großen Zufriedenheit der Kandidatin. Freudentränen laufen, auch bei Friseurin Andrea, die sich im Alltag ja nach den Wünschen ihrer Kunden richtet. Dieses Mal gab nicht die Kundin sondern die Stylingexpertin Astrid Schnitt und Farbe vor – und Andrea musste "blind" schneiden, ohne Spiegel, ohne Rückmeldung ihrer "Kundin".

Erleichterung beim gesamtem Team. Die erste Kandidatin ist im Kasten, abgedreht. Doch Schluss ist noch lange nicht. Noch zwei Kandidaten warten an diesem Tag. Und auf die bereits umgestylte junge Frau wartet schon Stylistin Isabelle. Klamotten von Kopf bis Fuß sind ihr Metier. Kleiderstangen füllen den Raum, Hosen, Röcke, Kleider, Blusen – es ist, als ob man in der Damenabteilung eines Modegeschäftes gelandet ist. Dazu noch ein Schuh-Paradies. Higheels von Prada, Flip Flops für acht Euro. Die Bandbreite ist enorm. Mode muss nicht teuer sein, schließt es aber auch nicht aus, sagt die Styling-Expertin, die alle Wünsche ihrer Chefin Astrid umgesetzt hat und nicht nur eine riesige Auswahl bietet sondern ganz wichtig: Die passenden Größen für die Kandidatin.

Als diese dann im perfekten Look von Astrid wieder vor die Kamera geholt wird, das letzte "Und bitte" zu hören ist, der Dreh abgeschlossen ist, gibt es Applaus. Beifall für eine überglückliche Kandidatin, aber auch Beifall vom Team für das Team.

Ein langer Tag geht zu Ende. Scheinwerfer aus, Ruhe in der Villa. Das Team steigt in die Busse. Die Sonne ist längst untergangen, es ist 20. 30 Uhr. Rückfahrt zum Hotel. Morgen geht’s weiter, dann steht der nächste Drehtag von "Schick & schön – Astrids Stylingshow unter Palmen" an – irgendwo im nirgendwo, im Norden Fuerteventuras.

EXTRA INFO

Astrids Sendezeiten

Die drei brandneuen Folgen "Schick & schön", die auf Fuerteventura mit insgesamt neun Kandidaten gedreht wurden, sind Ende des jahres auf ZDF Info zu sehen: So., 30. 12.: 13.30 Uhr, Mo., 31.12.: 10.15 Uhr, Di., 1.1.: 10.30 Uhr. Darüber hinaus werden die Sendungen ab der ersten Januarwoche einmal wöchentlich im ZDF in der Sendung "Hallo Deutschland" gezeigt. (win)

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