"Unser Immunsystem lernt ein Leben lang": Wie Kräuter dabei unterstützen können

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Ines Schindler (li.) und Felicia Molenkamp wollen über die gesunde Kraft der Kräuter aufklären.

„Du bist, was Du isst!“ Jeder kennt das Sprichwort und wenn man einmal schaut, was man so alles isst, dann is(s)t man demnach nicht unbedingt gesund. Dabei ist eine ausgewogene Ernährung das A und O für den Körper. Vor allem aber stärkt gesunde Ernährung das Immunsystem. Viele fangen erst dann an Obst und Gemüse zu essen, wenn man bereits krank ist. Doch man sollte immer auf die Ernährung achten, um vorzubeugen.

Hessisch Lichtenau - Viel kosten muss es gar nicht, zahlreiche Zutaten liefert die Natur sogar kostenfrei. Entlang von Wald und Feldwegen findet man allerhand gesunde Kräuter, viele kann man sogar ganz einfach bei sich zuhause im Garten anpflanzen oder finden. Eine Expertin für Kräuter ist die Dipl.-Biol. Felicia Molenkamp, die gerade ihr zweites Buch veröffentlicht. Vor dem Buch Pflanzengeflüster hat sie bereits Kräuter-Biotika veröffentlicht, in dem es darum geht, wie die Wirkstoffe von Pflanzen genutzt werden können.

Zusammen mit Ines Schindler wollte sie im Lokal „Schindler mit Genuss“ das Thema den Besuchern näherbringen, doch die Veranstaltung musste abgesagt werden. „Wir hoffen, dass wir am 6. Mai die Lesung zu Pflanzengeflüster nachholen können“, so Schindler. Für Molenkamp sind Pflanzen mehr als „plumpe Gewächse“, die im Grünen umherstehen. „Pflanzen kommunizieren miteinander und verfügen über eine Schwarmintelligenz, was ich in meinem neuen Buch ausführlich erkläre“, so die Diplom Biologin. In ihrem ersten Buch hat sie hingegen veranschaulicht, wie nützlich und wirksam Pflanzen sind. Sie stärken das Immunsystem, helfen bei Erkrankungen und liefern Mineralstoffe, die man gerade im Krankheitsfall gut gebrauchen kann. Mit den Pflanzen verhindere man zwar laut Molenkamp nicht, dass man sich einen Virus einfängt, wie etwa Corona, doch der Körper könne gestärkt den Kampf aufnehmen. „Viren benutzen uns Menschen als Taxi“, so Molenkamp. Man solle ihnen daher die Weiterfahrt so schwer wie möglich machen, auf natürlichem Weg.

Frische Kräuter unterstützen das Immunsystem beim Lernen

Von der Hygienehysterie halte sie nichts: „Durch all das Desinfektionsmittel sorgen wir nur dafür, dass sich die Viren und Bakterien daran anpassen, denn diese entwickeln sich weiter. Es reicht, wenn man sich die Hände ganz normal und gründlich mit Seife reinigt. Desinfektionsmittel sorgt bei permanenter Anwendung nur dafür, dass die Haut austrocknet und somit rissig wird“, erklärt Molenkamp. Durch die rissige Haut können so die Viren und Bakterien deutlich leichter eindringen. Einen hundertprozentigen Schutz vor Krankheiten gibt es nicht. „Unser Immunsystem lernt ein Leben lang“, so Molenkamp. Mit frischen Kräutern, aus der Natur, oder auch aus dem Supermarkt, unterstützt man es beim Lernen.

Zwiebelgewächse und Kohl sowie Spargel enthalten sogenannte Senföl-Glykoside als „Parasiten-Jäger“ mit anti-viraler Wirkung sind als Speisewürze bekannt. Sie werden traditionell zur Behandlung und auch präventiv gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt (auch aus Kapuzinerkresse, Senf und Meerrettich). Diese werden von den Gewächsen als pflanzliche Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger gebildet und schützen auch menschliche Körper, können allerdings auch Haut und Schleimhaut reizen. Thymian und andere traditionell gegen Husten und Atemwegsentzündungen wie Spitz-Wegerich, Huflattich und Co enthalten anti-viral wirkende Inhaltsstoffe. Thymol, Wirkstoff des Thymians, zählt zu den am stärksten antibakteriell und antiviral wirkenden Einzelkomponenten ätherischer Öle. Es hindert Viren daran, sich in die Mund- und Rachenschleimhäute einzunisten.

„Frischer Thymian mit Ananasstückchen als Dessert sind eine leckere Wildkräuter-Nascherei“, so Molenkamp. Wer also die Kräuterküche ein wenig in seinem Speiseplan einfügt, dem wird es das Immunsystem danken. Wer nicht an die Wirkung glaubt, der habe letztlich den Geschmack und das Aroma, was das Essen verbessert.

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