Unter den Wipfeln ist Ruh

Herleshausen. Die Vorstellung, nach dem Tod friedlich zwischen den Wurzeln hoher Buchen zu ruhen, während die Wipfel darüber im Wind rauschen, hat e

Herleshausen. Die Vorstellung, nach dem Tod friedlich zwischen den Wurzeln hoher Buchen zu ruhen, während die Wipfel darüber im Wind rauschen, hat etwas Friedliches. Und ist für viele Menschen, die sich nicht mit dem einheitlichen und ordentlichen Aussehen eines Friedhofes zufrieden geben wollen, eine willkommene Alternative – jetzt auch in der Region.Der Herleshäuser Bürgermeister Helmut Schmidt unterzeichnete gemeinsam mit Prinz Alexis von Hessen eine Urkunde: Ein Waldstück auf dem Iberg in der Gemarkung Archfeld wird künftig der Ruheforst Werraland in Herleshausen.

Die dort wachsenden Buchen sind über 150 Jahre alt, dazwischen stehen einige Eschen und Ahornbäume.Bis zum Herbst soll auch der Bebauungsplan für die Fläche geändert sein – denn der Wald wird in einen Friedhof umgewidmet, erklärt Helmut Schmidt. Die Hoheit und Trägerschaft über den Friedhof hat die Gemeinde Herleshausen, der jedoch allen Menschen offen stehen wird, die sich dort ihre Ruhestätte aussuchen.Viele Menschen empfinden gerade den Wald, in dem sie schon oft Ruhe und Erholung erfahren haben, als ein Stück Heimat oder als einen Ort, der in unserer heutigen schnelllebigen Zeit nicht so stark dem Wandel unterworfen ist.

Hatten die Gemeindevertreter anfänglich noch Bedenken ob der möglichen Anonymität der Grabstätten, konnten diese durch die Ruheforst GmbH und Prinz Alexis von Hessen ausgeräumt werden. Denn es werden nicht nur die Bäume, deren Wurzelbereich als Ruhestätte in Frage kommt, gekennzeichnet, sondern es ist möglich, an diesen Namensschilder anzubringen.

Jeder Baum ist ein Einzelbiotop und bietet entweder einer Familie oder einem Freundeskreis bis zu 12 Urnen Platz, die im Umkreis von etwa drei Metern beigesetzt werden. Die Urnen bestehen im Ruheforst aus Materialien, die biologisch abbaubar sind.Für die Angehörigen, besonders, wenn sie woanders wohnen, ist es ebenfalls leicht: Ein Grab unter einem Baum braucht keine Grabpflege. Mit einem Hauptweg sollen die ersten drei Hektar bis zum Spätsommer grob erschlossen werden. Welcher Baum als letzte Ruhestätte ausgewählt und gekennzeichnet wird, richtet sich nicht zuletzt danach, ob er die nächsten einhundert Jahre stehen wird. Bereits zu Lebzeiten kann man sich so seinen ganz persönlichen Baum auswählen und seinen Platz finden, wo man seine letzte Ruhestätte haben möchte.                                   (syh)

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