Wallmann: Massive Kürzungen bedrohen Existenz unserer Landwirte

Ist die Existent unserer Landwirte bedroht? Foto: Privat
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Ist die Existent unserer Landwirte bedroht? Foto: Privat

Vize-Landrat Wallmann kritisiert Kürzungen der Ausgleichszulage für  Landwirt­schaft im Werra-Meißner-KreisWerra-Meißner. In einem Schreiben an

Vize-Landrat Wallmann kritisiert Kürzungen der Ausgleichszulage für  Landwirt­schaft im Werra-Meißner-Kreis

Werra-Meißner. In einem Schreiben an die Hessische Landwirtschaftsministerin, Lucia Puttrich, macht der Landwirtschaftsdezernent des Werra-Meißner-Kreises, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann, deutlich, dass die insbesondere in den Jahren 2011 und 2012 erfolgten massiven Kürzungen der Ausgleichszulage tiefgreifende Veränderungen der Landbe­wirtschaftung im Werra-Meißner-Kreis verursachen.

Der Werra-Meißner-Kreis verfügt über eine landwirtschaftliche Nutzfläche von zirka 39.000 hektar, von denen 33.614 hektar, also zirka 86,2 Prozent als benachteiligt eingestuft sind – und dies nicht ohne Grund. Die landwirtschaftliche Vergleichszahl aller benachteiligten Gemarkungen des Werra-Meißner-Kreises liegt im Durchschnitt bei 20,77 und somit deutlich unter der Durchschnitts-LVZ ebenfalls stark benachteiligter Landkreise wie Waldeck-Frankenberg (23,50), dem Vogelsbergkreis (24,26), dem Landkreis Fulda (22,25) oder dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg (24,85).

Über 80 Prozent der Landwirte im Werra-Meißner-Kreis werden durch die Ausgleichs­zulage gefördert. Während im Jahr 2010 insgesamt noch 2.078.294 Euro ausgezahlt wurden, waren es im Jahr 2012 lediglich noch 940.448 Euro. Eine Kürzung von durchschnittlich rund 55 Prozent! Ausgerechnet in den Gemarkungen mit hohen Anteilen an Extensivgrünland fallen die Kürzungen noch gravierender aus (Hessisch Lichtenau: -65 Prozent, Ringgau: -66 Prozent, Großalmerode: -69 Prozent). Einige Betriebe werden dadurch in den Bereich des wirtschaft­lichen Existenzminimums geraten und können keine weiteren reduzierten Zahlungen auf diesem niedrigen Niveau verkraften. Für einzelne Betriebe ist die Auszahlung des Jahres 2012 um über 11.000 Euro geringer ausgefallen als noch im Jahr 2010. Besonders proble­matisch ist zu werten, dass die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe von den Kürzungen völlig überrascht wurden.

Der Werra-Meißner-Kreis hat mit über 30.000 ha Natura 2000-Gebieten einen besonders hohen Anteil ökologisch sensibler Flächen. Davon werden über 5.000 hektar landwirtschaftlich genutzt. "Mit den Kürzungen werden negative Signale zur Weiterbewirtschaftung dieser vorwiegend extensiv genutzten Flächen gesetzt. Genau diese Landschaftsbestandteile sind jedoch auch für die touristische Entwicklung der Region von großer Bedeutung", betont Dr. Wallmann, der auch Tourismusdezernent im Werra-Meißner-Kreis ist.

Unterstützung erhält die Position der Kreisverwaltung durch Aussagen von Staats­sekretär Weinmeister, der am 15. Januar anlässlich der 65. Landwirtschaftlichen Woche in Baunatal den Erhalt einer flächendeckenden Landwirtschaft in den Mittelgebirgs­regionen Hessens als wichtiges Ziel formulierte.Abschließend fasst Dr. Wallmann zusammen, dass die ausschließliche Gewährung des in der Richtlinie zur Ausgleichszulage vorgesehenen Grundbetrages für extensiv wirtschaftende Landwirte in den Mittelgebirgsregionen, wie z.B. im Werra-Meißner-Kreis, existenzgefährdend sei und fordert die Ministerin daher auf, bei den für 2013 und darüber hinaus anstehenden Auszahlungen der Ausgleichszulage die Prioritäten deutlich stärker zugunsten der Mittelgebirgslandwirtschaft zu setzen, um den Verhältnissen im Werra-Meißner-Kreis gerecht zu werden.

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