Die Welt ist eine Turnhalle

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Der Vorstand des ETSV und Gerd Strauss (li.) und Markus Claus (re.) traf mit der Wahl des Ehrengastes voll ins Schwarze Deutschlands Turnlegende Eberhard Gienger praesentierte sich aufgeschlossen, witzig und charmant. Fotos: Winter

Die Welt sei eine Turnhalle sagte Ehrengast und Turnlegende Eberhard Gienger gestern Abend beim Festkommers zum hundertjährigen Jubiläum derEschwege

Die Welt sei eine Turnhalle sagte Ehrengast und Turnlegende Eberhard Gienger gestern Abend beim Festkommers zum hundertjährigen Jubiläum der

Eschweger Jahnturnhalle. Disziplin, Teamfähigkeit, der Umgang mit Sieg und Niederlage – all das, was man durch Sport erlerne, wiederhole sich im Leben, ob früh in der Schule oder später im Beruf.

Von Höhen und Tiefen hatten auch die Macher des ETSV zu berichten. In einem lockeren und humorvollen Plausch erklärte das wandelnde Geschichtsbuch des ETSV, 2. Vorsitzender Gerd Strauß, dem "Jungspund" und

Vorsitzenden Markus Claus, wie Vereinsleben früher funktionierte und welche Hürden die ersten Turner zu nehmen hatten. So verkauften Eschweger Sportler Ansichtskarten und standen mit Teilen ihres Privatvermögens dafür ein, dass eine Sporthalle überhaupt realisiert werden konnte.Die damaligen Kosten für die Jahnturnhalle von 22.000 Mark sei eine immense Summe gewesen, die heute, so Strauß, etwa 600.000 Euro entspreche.

Ähnlich große Hürden und außergewöhnliche Wege mussten fast 100 Jahre später gegangen werden, als die dringend sanierungsbedürftige Halle kurz vor dem Verkauf stand - die Kosten für die Unterhaltung waren zuviel für den Verein geworden. Doch dank des Konjunkturprogramms, das die Bundesregierung im Zuge der Finanzkrise realisierte, bot sich dem ETSV eine unerwartete Geldquelle. Und diese nutze man mit Unterstützung der Stadt um die Halle nicht nur im Vereinseigentum zu belassen sondern sie nach heutigen Ansprüchen zu sanieren.

Einer, der dabei wie kaum ein Zweiter mithalf war Günter "Charly" Quentel. Er nahm gemeinsam mit Ilse Beck, die seit 1946 der Turnabteilung angehört, ebenfalls auf dem Sofa Platz. Die zwei Urgesteine hatten viel zu erzählen aus dem früheren Vereinsleben ihres Eschweger Sportvereins.

Ehrenamtliches Engagement sei schon immer ein bedeutendes Merkmal des ETSV, so Gerd Strauß. Und dies verkörperten auch Margot "Gelle" Friedrich und Rainer Mensing. Beide wurden für ihre jahrzehntelange Vereinsarbeit geehrt.

Mut machte zum Schluss Welt- und Europameister Eberhard Gienger den vielen jungen Sportlern im ETSV. Es müsse nicht immer schlecht sein, etwas nicht zu können, sagte er und meinte damit sein eigenes Unvermögen, eine besondere Turnübung fehlerfrei hinzubekommen. Weil er nach unzähligen Versuchen und Abstürzen vom Reck anfing die Übung anders zu turnen, entstand daraus der weltberühmte Gienger-Salto, auch heute noch eine der Höchstschwierigkeiten am Reck.

Für beste musikalische Unterhaltung sorgten beim gemütlichen Zusammensein im Anschluss die Marchingband Dietemann.

Hier sehen Sie die Bilder vom Festumzug durch die Innenstadt am Samstagnachmittag

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