Naturschutz und Klettersport ziehen an einem Strang

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Seit über 100 Jahren nutzen Kletterer aus der Umgebung die 15 bis 25 Meter hohen Felsformationen zum Training, wie hier am Ellerstein. Naturschutz und Klettersport in Einklang bringen, das ist das Ziel des Kletterkonzeptes.

Ein Kletterkonzept kombiniert im Werra-Meißner-Kreis Naturschutz und Klettersport für vier Felsen.

Eschwege. Vertreter der Oberen Naturschutzbehörde des Landes Hessen, des Landkreises, von Hessenforst und des Deutschen Alpenvereins haben ein gemeinsames Konzept unterzeichnet, dass die Belange des Naturschutzes und die Nutzung der Felsen Habichtstein, Behälterskopf, Ellersteine und Otterbachstein von Kletterern in Einklang bringen will.

Vier Felsen sind betroffen

Alle vier Felsen liegen im FFH-Gebiet Werra- und Wehretal. In solchen Bereichen ist das Land Hessen verpflichtet dafür zu sorgen, dass sich der Zustand der Gebiete nicht verschlechtert. Alle Felsen werden aber schon seit über 100 Jahren von Kletterern für ihren Sport genutzt, wodurch sowohl Tier- als auch Pflanzenarten gefährdet werden können.

Beobachtung für fünf Jahre

Vereinbart wurde, dass über einen Zeitraum von fünf Jahren, der gegebenenfalls auch verkürzt oder verlängert werden kann, die Felsen Ellerstein und Otterbachstein für den Klettersport gesperrt werden. Der Große Habichtsstein und der Behälterskopf sind für das Klettern freigegeben, allerdings wird in beiden Fällen der Felskopf gesperrt und der Zugang mit Pfaden, die mit Begrenzungsmarkierungen gekennzeichnet sind, gelenkt.

Planungsbüro verfasst Gutachten

Alle zwei Jahre werden die Felsen durch ein Planungsbüro begutachtet und etwaige Veränderungen dokumentiert. Käme es zu einer drastischen Verschlechterung, könnte auch vor dem Ablauf der 5-Jahres-Frist ein Kletterverbot ausgesprochen werden. Der Zustand der bekletterten Felsen wird in einem weiteren Schritt mit dem der gesperrten Felsen verglichen. Auf diese Weise will man gemeinsam zu einem Ausgleich der Belange von Naturschutz und Klettersport kommen.

Keine Kosten für den Landkreis

Der Deutsche Alpenverein beteiligt sich finanziell an dem Monitoring, veröffentlicht die Sperrungen, übernimmt die Beschilderung wird auch personell die Begutachtung der Felsen übernehmen. Insgesamt entstehen Kosten in Höhe von etwa 30.000 Euro, auf den Landkreis kommen keine Kosten zu.

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