Der Werra-Meißner-Kreis untersagt Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern

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Dr. med. Annett Förste, stellv. Fachbereichsleiterin Gesundheit, Dr. Rainer Wallmann und Landrat Stefan Reuß bei der Eil-Pressekonferenz

Die Infektionskette soll durch schnelle und deutliche Reaktionen unterbrochen werden.  Solidarität mit den Schwächeren ist gefragt.

Werra-Meißner. Im ganzen Landkreis sind alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit mehr als 100 zu erwartenden Teilnehmern verboten. Ausnahme ist der Besuch von Bildungseinrichtungen wie Schulen oder Universitäten.

Teilnehmerliste wird Pflicht

Bei öffentlichen Veranstaltungen unter 100 Teilnehmern sind Anwesenheitslisten mit Adressen und Kontaktdaten der Teilnehmern. Bei privaten Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen besteht ebenfalls die Pflicht, Anwesenheitslisten zu erstellen. Diese Listen werden, sollte es einen Infektionsfall geben, vom Kreis-Gesundheitsamt angefordert, sie sind dann sofort auszuhändigen.

Kein bestätigter Corona-Fall im Landkreis

„Wir haben uns für diese drastischen Maßnahmen entschieden, weil wir momentan in der Situation sind, dass es im Landkreis noch keinen bestätigten Corona-Fall gibt und wir diesen Umstand möglichst lange auch erhalten wollen. Dies wird nur mit einer schnellen und deutlichen Reaktion möglich sein, um die Infektionskette zu durchbrechen“, sagte Landrat Stefan Reuß in der Eil-Pressekonferenz heute um 11 Uhr.

Landrat Reuß: „Die Lage ist sehr, sehr ernst"

Diese Allgemeinverfügung gilt vorerst bis zum 10. April.  „Wir wollen keine Panik verbreiten, aber wir wollen deutlich machen, dass die Lage sehr sehr ernst ist“, sagte Landrat Stefan Reuß. Abgesagt wurden bereits diverse Veranstaltungen (der MARKTSPIEGEL berichtete), die Sportverbände haben Spiele und Training abgesagt und Kinobetreiber sind aufgerufen, sich verantwortungsvoll zu verhalten.

„Ich empfehle Veranstaltungen unterhalb der Verbotsgrenze auf das absolut erforderliche Maß zu reduzieren. Dafür bitte ich um Ihre Umsicht und Verständnis, vor allem aber um Ihre Unterstützung", formulierte es Landrat Reuß.

Absagen und Schließungen in Eschwege:

Eschweges Bürgermeister, Alexander Heppe hat bei Facebook veröffentlicht:

„Bislang habe ich in Eschwege veranlasst, die für heute geplante Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehren der Kreisstadt Eschwege abzusagen. Wir können es uns nicht leisten, Menschen, die sich für unsere Sicherheit einsetzen, zu gefährden. Die Kameradinnen und Kameraden werden gebraucht!

Außerdem wurde der städtische Seniorennachmittag abgesagt.

Auf dringendes Anraten des Gesundheitsamtes habe ich zudem den Geschäftsführer der Stadtwerke Eschwege gebeten, das Espada Freizeitbad bis auf weiteres zu schließen.

Ebenso werde ich rein vorsorglich veranlassen, die Stadtbibliothek ab morgen geschlossen zu halten, da die dortigen Medien durch die Ausleihe sprichwörtlich "durch viele Hände" gehen. Rein vorsorglich gilt dies auch für das Jugendzentrum, die Jugendräume der Stadtteile, den Jugendtreff Heuberg und das Seniorenbüro.

Das sind mit Sicherheit keine populären Entscheidungen, ich weiß, aber dennoch sehe ich mich veranlasst, verantwortungsbewusst im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu handeln.

Ich bitte daher um Verständnis, Nachsicht und vor allem um Unterstützung, denn es geht darum, die gesundheitlich Schwächeren in unserer Gesellschaft vor vermeidbaren Gefahren zu schützen."

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