Windräder: Stress um Standorte

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Das Raetselraten, welche Standorte im Kreis genehmigt werden, geht weiter. Foto: Archiv

Werra-Meißner/Kassel. Eine Mitteilung des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden der Regionalversammlung Nordhessen, Lothar Seeger, zum Thema Wi

Werra-Meißner/Kassel. Eine Mitteilung des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden der Regionalversammlung Nordhessen, Lothar Seeger, zum Thema Windräder im Werra-Meißner-Kreis sorgt für Wirbel. In der heißt es: "Nach der Einzelfallüberprüfung der möglichen 56 Standorte für Windkraftanlagen durch das Regierungspräsidium sollen jetzt lediglich neun Standorte weiter untersucht werden."

Weiterhin, so Seeger, habe das RP nur sechs von insgesamt 43 durch die Kommunen vorgeschlagenen Standorte akzeptiert.

"So lässt sich eine Energiewende nicht umsetzen", kritisiert Seeger das Regierungspräsidium. Rund 2050 Hektar müssten im Kreis als Fläche für Windvorrangflächen ausgewiesen werden, das sei Vorgabe. 1280 Hektar seien davon nach der Überprüfung durchs RP nur übrig geblieben.

Jörg Wiegel, Sprecher des RP widerspricht dem: "Ich weiß nicht, wo Herr Seeger seine Zahlen her hat." Man sei momentan noch damit beschäftigt die 56 möglichen Standorte im Kreis zu untersuchen. "Obwohl schon viel vorgearbeitet wurde, befinden wir uns derzeit immer noch ganz am Anfang des Planungsprozesses. Bei den jetzt vorgestellten Suchflächen handelt es sich nicht um ,Einzelfallüberprüfungen’, sondern um regionalplanerische Voreinschätzungen", so Wiegel und widerspricht damit den Aussagen Seegers. Auch die regional­planerisch als kritisch eingeschätzten Suchflächen (weitere rund 3.700 Hektar) würden weiterhin untersucht. Seeger habe sich nur auf die als unproblematisch eingestuften Flächen bezogen, die 1280 Hektar ausmachen.

"Wir haben am Montag lediglich unsere bisherigen Untersuchungen dem Landkreis vorgestellt", sagt Wiegel. Der Werra-Meißner-Kreis habe ein eigenes Konzept mit Wunsch-Standorten und offensichtlich sei man davon ausgegangen, dass das RP sagt, welcher Wunsch-Standort erfüllt werde und welcher nicht. "Wir sind aber noch nicht so weit, fertige Flächen zu präsentieren. Und daher kann zum momentanen Zeitpunkt niemand voraussagen, ob es mehr als neun oder vielleicht auch weniger als neun Standorte werden", so Wiegel.

Lothar Seeger wiederum widerspricht den Aussagen von Jörg Wiegel. Gegenüber dem EXTRA TIP sagt Seeger: "Eine mir vorliegende Aussage des RP bestätigt, dass von den ermittelten 56 Suchflächen im Werra-Meißner-Kreis die meisten im weiteren Planungsprozess ausgeschlossen werden müssten – das Erreichen der 2.050 Hektar daher unrealistisch seien."

Wer sagt die Wahrheit, Seeger oder RP?

Für Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann "gibt es zur Zeit keine Wahrheit". Für ihn sei das momentan keine Diskussion, die in der Öffentlichkeit zu führen sei. "Das RP stellte dem Kreis und den Kommunen Anfang der Woche nur ganz grob den derzeitigen Stand dar." Berücksichtigt wurden dabei nur erste Standort-Kriterien (siehe EXTRA INFO).

Dem Umweltdezernent des Kreises gehe es darum, am Ende die günstigsten Standorte gefunden zu haben. Dafür arbeite man konstruktiv mit dem RP und den Kommunen zusammen.

EXTRA INFO

Standort-Kriterien

Werra-Meißner. Windkraftanlagen sollen nur in Bereichen von Wind-Mindestgeschwindigkeiten von 5,75 Meter/Sekunde, nicht in Wasserschutz- und Naturschutzgebieten, sowie erst ab einem Abstand von mindestens 1.000 Metern von Ortslagen errichtet werden.

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