„Wir wollen nicht aufgeben“

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Witzenhausen. Der gestrige Neujahrsempfang der Stadt Witzenhausen zeigt sich kämpferisch.

Witzenhausen. In diesem Jahr zeigte sich der Neujahrsempfang der Stadt Witzenhausen kämpferisch: "Wir wollen nicht aufgeben", war die Devise von Bürgermeisterin Angela Fischer. So gestaltete sich nämlich auch das vergangene Jahr. Ob beim Hochwasser im Juni, bei der 72-Stunden-Aktion der Pfadfinder oder der Ausarbeitung der Haushaltes für 2014. "Es liegen schwere Hürden vor uns, aber es wäre fatal zu sagen, wir geben auf", so Fischer und bedankte sich bei den zahlreich engagierten Bürgern der Stadt für ihre Arbeit in den Vereinen und Verbänden für die Stadt.

Passend zur abendlichen Devise passten auch die beiden Ehrungen, die traditionell zum Neujahrsempfang der Stadt vergeben werden. Der Bürgerpreis, der von der VR-Bank gestiftet wurde, ging in diesem Jahr an Ursula Hoche von der Rettungshundestaffel Werra-Meißner.

Zusammen mit ihrem Mann, den sie vor drei Jahren durch einen tragischen Unfall verloren hat, gründete sie vor nunmehr zehn Jahren die Rettungshundestaffel Werra-Meißner. Mehrfach jährlich wird die Staffel, insbesondere von der Polizei, zu Einsätzen angefordert. Gemeinsam mit VR-Bank Vorstand Uwe Linnenkohl überreicht Fischer den Preis an Ursula Hoche: "Selbstverständlich und mit viel Herz hat sie eine Rettungseinheit ins Leben gerufen, die mit ihren Hunden Luna, Pico und Digger immer zur Stelle ist: Im Einsatz, bei Übungen oder auch bei den Feuerwehrtagen des Jahres 2013. Die engagiert und mutig ihr Schicksal immer wieder selbst in die Hand nimmt, die nicht aufgibt und weiter arbeitet für sich, für ihre mittlerweile erwachsenen Kinder und für uns, für unsere Stadt. Dafür herzlichen Dank und herzlichen Glückwunsch unserer Wahlbürgerin Ursula Hoche."

Und auch der zweite Preisträger musste sich zum Ende des vergangenen Jahrs noch kämpferisch zeigen. Den Ehrenamtspreis der Stadt ging an den rund 100 Mitglieder staken Witzenhäuser Kanuclub. Auf den Säulen der alten Flussbadeanstalt an der Werra bauten sie nach der Gründung 1959 in Eigenleistung das Vereinshaus, von dem weite Teile dem Brand am 20. November zum Opfer fielen. "Besonders tragisch war dieser Brand, weil gerade erst die Schäden durch das letzte Hochwasser, das bisher höchste an dieser Stelle, beseitigt waren", so Fischer. Im Haus des Kanuclubs waren die 30 Vereinsboote eingelagert und weitere 40 bis 50 Boote der Mitglieder. Ein Drittel ist offensichtlich zerstört, bei den anderen muss geklärt werden, ob die Reinigung schadstofffrei möglich ist. "Mit verbrannt ist auch ein Boot, dass wir alle kennen: Ein geklinkerter Holzkanadier, von dem nur noch die Kielleiste aus Messing übrig blieb. In diesem Boot wurde jedes Jahr unsere Kirschenkönigin zur Schlagd gefahren", so Fischer. Europaweit bekannt gemacht hat der Kanuclub die Stadt durch die Grenzlandrallye, die seit 1990 nunmehr Werraland-Rallye heißt.

"Die Kanuten pflegen einen Sport, der unsere Werra ins Blickfeld rückt, viele sind schon mehr als 40.000 Kilometer gepaddelt, also mehr als einmal um die Welt. Der Witzenhäuser Kanuclub zeichnet sich aus durch große Gastfreundschaft, hohe Zuverlässigkeit, einem klaren Bekenntnis zu unserer Stadt und unserer Region. Auch sie sind Vorbild, nicht aufzugeben, nach Hochwasser und Brand wieder Mut zu finden und neu zu beginnen", so die stolze Bürgermeisterin und überreichte den Preis stellvertretend an den Vorsitzenden Hajo Heymel, der versprach einen Nagel für die Urkunde zu finden: "Denn wir werden wohl wie vor 55 Jahren ganz neu anfangen müssen und alles neu aufbauen. Aber gemeinsam werden wir es schaffen."

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