Wird Witzenhäuser Vorzeigeprojekt fallen gelassen?

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Werra Meißner. Grüne Tonne: Die Kompostier-Anlage auf dem Burgberg soll nicht mehr aus dem Werra-Meißner-Kreis beliefert werden

Witzenhausen. Der Abfallzweckverband Werra-Meißner lässt ein Vorzeigeprojekt fallen: Die Abfallentsorgung von Biomüll in der Kompostanlage auf dem Burgberg Witzenhausen. Ende März 2015 läuft der Vertrag aus.

Ab April 2015 soll Schluss sein

Die Grüne Tonne und die mit ihr verbundene Abfalltrennung kennt jeder. Im Jahr 1983 als Modellprojekt in Witzenhausen eingeführt, machte sie erst in Deutschland - inzwischen europaweit Furore. Die Universität Kassel, Standort Witzenhausen, die das Projekt entwickelte, achtete darauf, dass die Grünabfälle vor Ort kompostiert wurden. So wurden lange Wege vermieden und das Projekt wurde über längere Zeit wissenschaftlich begleitet.  

Dennoch beschloss die Verbandsversammlung des Zweckverband Abfallwirtschaft, ab April 2015 die Bioabfälle aus dem Werra-Meißner-Kreis gemeinsam mit Bioabfall aus dem Landkreis Kassel in der Biogasanlage Lohfelden zu verwerten.

Eigentümer weiß nichts von Änderungen

Das thüringische Unternehmen Vogteier übernahm im Jahr 2000 die Anlage auf dem Burgberg und vertreibt seither die Ware Kompost als Gartenerde. Für Geschäftsführer Dirk Hesse kommt die Nachricht vom fehlenden Nachschub auf den Burgberg überraschend: "Die Information, dass die Witzenhäuser Kompostanlage keine Bioabfälle mehr aus dem Werra-Meißner-Kreis mehr bekommen soll, ist für mich neu. Ob die Anlage dann weiter betrieben wird, kann ich noch nicht sagen."

Jürgen Herwig, Vorsitzender des Abfallzweckverbandes hierzu: "Der Vertrag ist befristet abgeschlossen worden. Er läuft nun ordnungsgemäß aus und wurde bisher nicht verlängert."

Energie statt Kompost

Wenn statt Kompost nun Energie gewonnen werden soll, warum dann nicht auf dem Burgberg? Herwig: "Nach Abfrage bei allen Städten und Gemeinden des Werra-Meißner-Kreises stand fest, dass die Errichtung einer eigenen Bioabfall-Vergärungsanlage im Kreisgebiet nicht möglich ist. Ein wirtschaftlicher Betrieb einer eigenen Anlage allein mit den Bioabfallmengen aus dem Werra-Meißner-Kreis ist nicht zu gewährleisten."

Allein der Landkreis Kassel habe dem Zweckverband Abfallwirtschaft Werra-Meißner-Kreis eine Zusammenarbeit angeboten, so Herwig weiter.

Die Verbandsversammlung habe auf Vorschlag des Vorstandes einstimmig beschlossen, eine auf 20 Jahre angelegte Kooperation mit dem Landkreis Kassel bei der Bioabfallverwertung einzugehen. Ein Vorvertrag soll gewährleisten, dass eine gemeinsame Planung und Ausschreibung der Erweiterung der Anlage in Lohfelden erfolgt.

Herwig: "Verbandsversammlung und Vorstand sind sich einig, eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen zu haben. Die Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes nach einer hochwertigen energetischen Verwertung der Bioabfälle werden erfüllt, ein wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz geleis­tet und es wird zur Wertschöpfung in der Region beigetragen."

Nicht zuletzt sei auch eine kostengünstige und sichere Lösung im Sinne der Gebührenzahler im Werra-Meißner-Kreis gefunden worden.

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