Wowereit erst auf dem Sofa, dann am Herd

Maenner am Herd: (v.li.) Markus Claus von den "Maennerkoechen", Klaus Wowereit und Michael Roth.
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Maenner am Herd: (v.li.) Markus Claus von den "Maennerkoechen", Klaus Wowereit und Michael Roth.

Hoher Besuch heute Morgen beim Neujahrsempfang der Eschweger SPD: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit nahm nicht nurgemeinsam mit dem Ge

Hoher Besuch heute Morgen beim Neujahrsempfang der Eschweger SPD: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit nahm nicht nur

gemeinsam mit dem Generalsekretär der hessischen SPD auf dem Sofa Platz und sprach über brisante bundespolitische Themen, sondern der Hobbykoch legte auch Hand am Herd an und versorgte die über 200 Gäste im prallgefüllten E-Werk mit Rührei.

Zuvor ließ Wowereit kein gutes Haar an der Regierungskoalition um Kanzlerin Angela Merkel. Besonders im Bezug auf einen Mindestlohn, forderte er, die CDU so lange zu treiben, bis diese ihren Widerstand aufgebe. Es können nicht so weitergehen, dass Hungerlöhne akzeptiert würden, mahnte Wowereit. Allerdings rief er die Genossen gemeinsam mit Michael Roth dazu auf, mit den eigenen Stärken Wahlkampf zu machen und diese im Jahr des 150-jährigen Bestehens der SPD mit Stolz und Selbstbewusstsein nach außen zu tragen.

Beim Thema Bildung setze Wowereit auf die Förderung im frühkindlichen Alter. "Im Schulalter ist es oft schon zu spät, vieles ist dann schon versaut", nahm Berlins Regierender Bürgermeister kein Blatt vor den Mund. Die Förderung unserer Kinder dürfe aber nicht nur Aufgabe des Staates sein, sondern in den Familien müsse der

Aufstiegswille vorhanden sein. "Wir müssen an die Familien ran", sagt Wowereit, der aus ganz einfach Verhältnissen stammt und schon im jugendlichen Alter die Pflege der schwer erkrankten Mutter übernahm.

Zuvor begrüßte Eschweges SPD-Vorsitzender Alexander Feiertag die Gäste, unter denen auch Landtagsvizepräsident Lothar Quanz, Landrat Stefan Reuß, Stadtkämmerer Reiner Brill, Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag und Ehrenbürgermeister Jürgen Zick waren, und ging auf die anstehenden lokalpolitischen Themen ein.  Ein wichtiges Thema sei der Werratalsee, der in diesem Sommer nicht erneut umkippen dürfe. Das Parkaus an der Schlossgalerie und die Fertigstellung des Marktplatzes, der nach vorsichtiger Prognose Feiertags zu Ostern eingeweiht werden könnte, der Ausbau des Hallenbads und die Eröffnung der Stadthalle (das Restaurant im März, Hotel und Veranstaltungshalle im Mai) nannte Feiertag ebenfalls.

Es war ein unterhaltsamer Sonntagvormittag mit einem politischen Stargast, der locker, ernst aber auch humorvoll über Politik und die

Menschen im Land redete. Nur zum Thema Berliner Flughafen hörte man kein Wort von Wowereit - allerdings wurde er dazu auch nicht befragt.

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