Ist das illegal?

Anwohner stellt sich Fake-Blitzer auf sein Grundstück - so reagiert die Polizei

Huch, was ist das denn für ein Kasten? Das dachten sich wohl auch die Polizisten, die an diesem ominösen Fake-Blitzer vorbeikamen. Ist das überhaupt erlaubt?

Da hatte jemand wohl genug von den ewigen Rasern: Im rheinland-pfälzischen Landkreis Wittlich hat ein Anwohner oder eine Anwohnerin kurzerhand einen Blitz selbst gebastelt und ihn sich in den Hof gestellt.

Fake-Blitzer schreckt Raser ab

Man sollte meinen, dass die Polizei dagegen vorgehen könnte, schließlich ist der Blitzer nicht echt. Doch als sie den Fake-Blitzer entdeckte, reagierte die Polizei Rheinland-Pfalz auf ihrer Facebook-Seite eher amüsiert - und erlaubt dem Anwohner das Aufstellen der selbstgemachten Blitzeranlage sogar: 

"Unsere Blitzeranlagen scheinen derart beliebt zu sein, dass ein begabter Bürger aus der Eifel sein Grundstück mit einem täuschend echten Nachbau schmückt", heißt es auf der Facebook-Seite. "Blitzen darf er damit nicht. Aber die Aufmerksamkeit der Vorbeifahrenden ist ihm sicher!" Der Satz schließt mit einem grinsenden Smiley ab. Humor scheinen sie also zu haben.

Weiter heißt es: "Erlaubt ist in diesem Fall übrigens, was gefällt. Nach Abstimmung mit unseren Verkehrsexperten sind Blitzer-Attrappen auf einem Privatgrundstück nicht zu beanstanden."

Die meisten User finden die Reaktion der Polizei gut, so schreibt ein User: "Finde ich gut, auch wenn er nicht blitzt, wird es sicher den ein oder anderen Bleifuß heben. Viel mehr würde ich feiern, wenn die Polizei nach einem halben Jahr sagt, wir stellen unseren Hänger jetzt mal dort hin."

Lesen Sie hier: Virus legt Blitzer lahm: Polizei erlässt 13 Millionen Euro an Bußgeldern.

Das lässt sich die Polizei Rheinland-Pfalz nicht zweimal sagen und reagiert prompt darauf: "Wir geben das sehr gerne als Anregung an unsere zuständigen Kollegen der Polizeiinspektion Wittlich weiter!"

Doch auch Kritiker melden sich zu Wort. So glaubt ein User etwa: "Anstatt bei angeblichen 'Verkehrsexperten' besser mal bei der Staatsanwaltschaft nachfragen! Die StA Görlitz hatte nämlich in einem vergleichbaren Fall Anklage wegen Amtsanmaßung und Straßenverkehrsgefährdung erhoben (mE zu Recht). Das hat das AG zwar am Ende eingestellt, weil der Angeklagte das Gerät abgegeben und die Tat bereut hat. Aber hier pauschal von 'erlaubt' zu sprechen, ist doch wohl eher weit aus dem Fenster gelehnt oder!? Zudem ist entschieden, dass auf einem Privatgrundstück auch keine Verkehrsschilder aufgestellt werden dürfen, wenn diese sichtbar sind und den Verkehrsfluss beeinflussen. Auch eine solche Attrappe beeinflusst den Verkehrsfluss eindeutig (z.B. plötzliche Bremsmanöver) und das ist ausschließlich Sache der Straßenverkehrsbehörde... Sehr komisches Verhalten der Polizei Trier..."

Doch auch darauf weiß die Polizei eine Antwort: "Wir sprechen nicht pauschal von erlaubt, aber in dem vorliegenden Fall ist es so: Die Blitzer-Attrappe steht zunächst nicht im öffentlichen Verkehrsraum, sondern auf einem privaten Grundstück. Sie ist lediglich äußerlich einem unserer Geschwindigkeitsmessanhänger nachgebaut, jedoch nicht mit Mess-/Foto-/Video-/Blitz- oder Lichttechnik ausgestattet. Deshalb kann sie auch keine Daten aufzeichnen und keine konkrete Wirkung auf den vorbeifließenden (öffentlichen) Straßenverkehr ausüben. Das bloße Vorhandensein und die Sichtbarkeit ist hierzu nicht ausreichend. Verboten wäre die Attrappe, wenn sie im öffentlichen Verkehrsraum stünde oder sich – wie oben beschrieben – auf den Straßenverkehr auswirken bzw. in ihn hineinwirken würde durch Blitz-/Lichteffekte oder Datenaufzeichnung."

Auch interessant: 20 km/h zu schnell: Trotz Blitzerfotos werden diese Raser nicht bestraft.

sca

Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos

Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur.
Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur. © Polizei Dortmund
Kurioses Blitzer-Bild: Pferd von Radarfalle geblitzt.
Nach Toleranzabzug ist das Pferd mit einer Geschwindigkeit von 59 Stundenkilometern in die Messanlage galoppiert. Erlaubt sind an der Bundesstraße 455 in Eppstein allerdings nur 50 Stundenkilometer. Doch zu schnell war das Tier keinesfalls unterwegs. Ein vorbeifahrendes Auto hatte den Blitzer ausgelöst. © Stadt Eppstein
Der Polizei entgeht nichts: Auch zu schnelle Vögel werden kontrolliert.
Der Polizei entgeht nichts: Auch zu schnelle Vögel werden kontrolliert. © Polizei
Teenies auf Spritztour: Mit Muttis Auto geblitzt. Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt.
Teenies auf Spritztour: Mit Muttis Auto geblitzt. Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt. © Polizei Aachen
Das Radarfoto, herausgegeben vom Landkreis Emsland, zeigt ein weißes Pferd auf dem Schullendamm in Meppen.
Das Radarfoto, herausgegeben vom Landkreis Emsland, zeigt ein weißes Pferd auf dem Schullendamm in Meppen. © dpa
Zu schnell zum Einsatz: Ein Feuerwehrfahrzeug in Bad Mergentheim an der Blitzampel Schlossgartenstraße.
Zu schnell zum Einsatz: Ein Feuerwehrfahrzeug in Bad Mergentheim an der Blitzampel Schlossgartenstraße. © 
Hundemann oder Alien? © mm
Mit Absicht: Kaum zufällig dürfte dieses Bild entstanden sein. Der Fahrer kam wohl ungeschoren davon. Motorräder haben halt vorne kein Nummernschild.
Mit Absicht: Kaum zufällig dürfte dieses Bild entstanden sein. Der Fahrer kam wohl ungeschoren davon. Motorräder haben halt vorne kein Nummernschild. © Polizei
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Raser auf Schienen.
Raser auf Schienen. © mm
Rückenansicht: Ein Trio bekundet wortlos seine Meinung über Geschwindigkeitskontrollen.
Rückenansicht: Ein Trio bekundet wortlos seine Meinung über Geschwindigkeitskontrollen. © mm
Schlechte Aussicht: Wäre der Teppich geschickter aufgeladen worden, hätte der Fahrer die Blitz-Gefahr wohl erkannt. © mm
Ist der Weihnachtsmann am 28. Dezember wirklich noch im Stress? Und woher hat er den diesen neuen Schlitten? Fragen über Fragen - doch auf alle Fälle war hier ein hier ein Strafzettel für zu schnelles Fahren fällig.  © Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
Auch der Weihnachtsmann ist mit seiner Kutsche schon in einen Blitzer gerauscht (Archivfoto 2006). Allerdings hatte sich das Pferdegespann vorbildlich an das vorgeschriebene Tempolimit gehalten. Ein anderes Fahrzeug auf der Überholspur hatte die Radarfalle ausgelöst. Auf dem Foto ist der Raser vom Gespann jedoch vollkommen verdeckt.    © dpa
Mit Sturmhauben, geklauten Nummernschildern und Muttis Auto waren drei Jugendliche bei Aachen unterwegs und haben sich einen Riesen-Ärger mit der Polizei eingehandelt. © Polizei

Rubriklistenbild: © Polizei Rheinland-Pfalz / Facebook

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