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„Wärmeschock“ und „böse Kratzer“: Experten warnen vor Waschanlagen-Nutzung bei eisigen Temperaturen

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Von: Simon Mones

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Bei der Autopflege im Winter müssen Autofahrer einiges beachten. So rät der ADAC vom Besuch der Waschanlage bei unter -10 Grad ab. Es drohen vereiste Dichtungen.

Wenn es um das eigene Auto geht, dann wird so mancher Deutscher zum Putzteufel. Doch nicht immer ist die Handwäsche auf dem eigenen Grundstück erlaubt und sinnvoll. Denn Autowaschanlagen sind inzwischen deutlich sparsamer. Doch grade im Winter sollte man sich bei der Autopflege gut überlegen, ob der Besuch wirklich notwendig ist.

Denn das Auto muss in der kalten Jahreszeit nicht häufiger gewaschen werden als im Sommer. Auch die Angst, dass der winterliche Schmutz – eine aggressive, salzhaltige Lauge – auf den Lack enorm korrosionsfördernd wirke, ist laut dem ADAC unbegründet. Zumindest dann, wenn der Lack nicht vorgeschädigt ist. „Auch der Unterbau eines Fahrzeugs hat in der Regel keine Korrosionsprobleme: Durch werkseitige Hohlraumversiegelungen, verbesserten Unterbodenschutz und den Einsatz verzinkter Bleche ist das eher ein Problem der Vergangenheit“, betont der Autoklub.

Autowaschanlage.
Wenn das Thermometer zweistellige Minusgrade anzeigt, sollten Autofahrer lieber nicht in die Waschanlage fahren. © Christophe Gateau/dpa

„Wärmeschock“ und „böse Kratzer“: Experten warnen vor Waschanlagen-Besuch bei eisigen Temperaturen

Soweit so gut, wenn das Thermometer aber Minustemperaturen von unter -10 Grad anzeigt, sollte man den Besuch in der Waschstraße verschieben. Denn auch der Lack sowie die Gummi- und Kunststoffteilen des Fahrzeugs reagieren empfindlich auf extreme Temperaturschwankungen.

„Vermeiden Sie deshalb den Wärmeschock, wenn das ca. 10 bis 30 Grad warme Wasser der Waschanlage auf Fahrzeugteile trifft, die kurz vorher noch der Eiseskälte ausgesetzt waren. Vor allem vorgeschädigte oder nachlackierte Lackoberflächen sind für den Laien nicht immer gleich sichtbar, leiden aber langfristig unter dem Wärmeschock“, erklärt der ADAC. Zudem sei die Gefahr, dass Türschlösser vereisen oder Gummidichtungen anfrieren, deutlich höher als bei gemäßigten Temperaturen. Die Autopflege kann so schnell nach hinten losgehen.

„Wärmeschock“ und „böse Kratzer“: Schnee und Eis vor Waschanlagenbesuch entfernen

Steht im Winter ein Besuch in der Waschanlage an, ist es besonders wichtig, dass vorher alle Reste von Schnee und Eis entfernt werden. „Denn die ziehen die Bürsten sonst wie Schmirgelpapier über den Lack – und es gibt böse Kratzer!“, schreibt der ADAC. Ohnehin drohen empfindliche Strafen, wenn das Auto nicht ordentlich von Schnee und Eis befreit wurde.

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Ein besonderes Waschprogramm ist nicht notwendig. Die günstigste Option ist in der Regel ausreichend. Wichtig ist lediglich eine maschinelle oder manuelle Vorwäsche als „lackschonenden Ausgleich der Temperaturunterschiede“ sowie zum ersten Entfernen grober Schmutzpartikel. „Zusätzliche und teure Super-Programme mit Heißwachs oder Unterbodenschutz sind aus fahrzeugtechnischer Sicht nicht notwendig“, betont der Automobilklub. Wer sein Auto besonders pflegen will, kann diese jedoch nutzen. Wichtiger sei eine Kontrolle durch den Fachmann. Dieser kann vor und nach der Wintersaison Schäden am Unterboden erkennen und ausbessern.

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