Recht im Verkehr

Autofahren mit Cannabis unter bestimmten Bedingungen möglich

Nach der Einnahme von Cannabis autozufahren, ist nicht grundsätzlich verboten. Voraussetzung ist hier die uneingeschränkte Fahrtüchtigkeit. Foto: Andreas Arnold/dpa
+
Nach der Einnahme von Cannabis autozufahren, ist nicht grundsätzlich verboten. Voraussetzung ist hier die uneingeschränkte Fahrtüchtigkeit. Foto: Andreas Arnold/dpa

Zum Beispiel bei chronischen Schmerzen können Ärzte Cannabis verschreiben. Doch dürfen Patienten nach dem Konsum noch Autos fahren? Ein Gericht urteilt: unter bestimmten Voraussetzungen ja.

Düsseldorf (dpa/tmn) – Wer aus medizinischen Gründen Cannabis einnimmt, darf sich zwar auch nach dem Konsum an das Steuer eines Autos setzen. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass seine Leistungsfähigkeit dabei nicht grundsätzlich eingeschränkt ist.

Das zeigt ein Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf (Az.: 6 K 4574/18), auf das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

In dem Fall hatte ein Mann gegen eine Fahrerlaubnisbehörde geklagt. Diese hatte ihm verweigert, die zuvor entzogene Fahrerlaubnis neu zu erteilen. Die Begründung lautete: Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) hatte ergeben, dass der Mann den Cannabiskonsum wohl nicht vom Autofahren würde trennen können.

Zugleich hatte die MPU aber ergeben, dass der Mann auch unter Einfluss des Rauschmittels psycho-physisch leistungsfähig war – und das bedeutet: Er könnte trotz des Konsums sicher am Verkehr teilnehmen. Auch aus diesem Grund entschied das Gericht: Der Mann muss seine Fahrerlaubnis von der Behörde zurückbekommen.

Vor jeder Autofahrt auf das eigene Gefühl hören

Menschen, die ärztlich verschriebenes Cannabis konsumieren, können laut dem Urteil in der Lage sein, Auto zu fahren – vorausgesetzt eben, sie sind unter der Wirkung des Rauschmittels ausreichend leistungsfähig, sie konsumieren das Cannabis nur zuverlässig entsprechend der ärztlichen Verordnung und haben keine Grunderkrankung, die die Fahrtüchtigkeit mindert.

Haben Betroffene das Gefühl, dass sie durch die Medikamente das Auto nicht mehr sicher steuern können, müsse zu erwarten sein, dass sie sich nicht ans Steuer setzen und losfahren, befand das Gericht. 

Für Menschen, die Cannabis illegal konsumieren, gelten die Annahmen hingegen nicht: Sie dürfen natürlich nicht bekifft Autofahren.

Was Cannabis-Patienten beachten sollten: Haben sie in Folge des Konsums zum Beispiel Ausfallerscheinungen beim Fahren, können sie dafür nach dem Strafgesetzbuch (Paragraf 316: Trunkenheit im Verkehr) belangt werden. Gerade in der Einstellungs- und Eingewöhnungsphase kann Experten zufolge die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt sein.

Urteil Verwaltungsgericht Düsseldorf

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Immer weniger Jugendliche in Deutschland machen den Führerschein: Das sind die Gründe

Die Zahl der ausgestellten Führerscheine geht in Deutschland Jahr für Jahr zurück. Das hat mehrere Gründe.
Immer weniger Jugendliche in Deutschland machen den Führerschein: Das sind die Gründe

Cristiano Ronaldo gönnt sich extrem seltenen 9-Millionen-Euro Supersportwagen

Cristiano Ronaldo kann sich als einer der bestbezahltesten Sportler der Welt einiges leisten. Zur Feier der Meisterschaft mit Juventus Turin hat er sich nun ein extrem …
Cristiano Ronaldo gönnt sich extrem seltenen 9-Millionen-Euro Supersportwagen

Achtung: Diese Tunnel und Pässe kosten Maut

Bevor Sie sich auf die Reise in oder über die Alpen machen, sollten Sie Ihre Route genau planen. Denn hier müssen Sie zusätzlich zur Autobahn-Maut zahlen.
Achtung: Diese Tunnel und Pässe kosten Maut

Coronavirus: Experten warnen - diesen großen Fehler begehen viele im Auto

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf unser aller Alltag aus - selbst beim Autofahren. Wer den Mundschutz nämlich am Rückspiegel aufhängt, begeht laut Experten einen Fehler.
Coronavirus: Experten warnen - diesen großen Fehler begehen viele im Auto

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.