Wer ist schuld?

Autofahrer nimmt eigenen Autobahn-Unfall auf - er war mit 240 km/h unterwegs

Autobahn 2 jetzt durchgehend dreispurig
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Ein YouTuber hat einen Unfall auf der Autobahn aufgenommen, an dem er selbst beteiligt war.

Ein deutscher YouTuber hat sich gefilmt, als es zu einem Autounfall kam. Verletzt wurde niemand. Die Zuschauer sind sich aber unschlüssig, wer schuld ist.

In Ländern wie Russland sind sogenannte „Dash-Cams“ weit verbreitet. Fahrer installieren sie hinter der Frontscheibe, um unter anderem Beweismaterial vorlegen zu können, falls es zu einem Unfall kommt. Gelegentlich laden Personen die Aufnahmen ihrer Fahrten aber auch im Internet hoch, falls sich kuriose oder außergewöhnliche Dinge auf der Strecke ereignet haben.

In Deutschland hingegen ist diese Praxis nicht sehr üblich, weshalb es weniger Videos von Autofahrten* im Netz gibt. Meist haben deutsche Autofahrer, die sich mit Kameras ausstatten, von Vornherein das Ziel, das Videomaterial im Internet zu teilen. So geschehen etwa im Fall des YouTubers Carpool of Eren: Womöglich wollte er ein weiteres YouTube-Video aufnehmen, als er plötzlich in einen Autounfall verwickelt wurde.

YouTuber nimmt Unfall auf der Autobahn auf - und stellt Videoclip ins Netz

Den Clip hat er dem Netz auch nicht vorenthalten. Zu sehen ist darin, wie Carpool of Eren mit einem VW auf der äußersten linken Autobahnspur unterwegs ist. Nachdem er an einem Schild zur Aufhebung des Tempolimits vorbeifährt, schießt die Geschwindigkeitsanzeige in die Höhe. Am Ende hat er circa 240 km/h erreicht, als es zum Unfall kommt: Ein Skoda will unmittelbar vor dem YouTuber auf die linke Fahrbahn wechseln. Der VW-Fahrer wiederum bremst zwar ab, streift den Spurwechsler aber mit dem Seitenspiegel.

In der Videobeschreibung erwähnt Carpool of Eren, dass sich niemand verletzt habe. Lediglich die Autokarosserie beider Wägen hätte gelitten.

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Unfall auf YouTube veröffentlicht - doch wer ist eigentlich schuld?

Trotz des deutlichen Videobeweises sind sich die Kommentatoren unter dem Video unschlüssig, wer nun eigentlich die Schuld an dem Unfall trägt. Zwar dürfe der Skoda nicht einfach ohne zu schauen auf eine andere Spur wechseln, doch der YouTuber habe sich gleichzeitig nicht an die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h gehalten, erwähnt ein Zuschauer: „Auch wenn es kein Tempolimit gibt, kann die Versicherung dir eine Mitschuld geben, falls du schneller als 130 km/h Richtgeschwindigkeit fährst.“

Ein Szenario, das aber nicht immer zutrifft: In manchen vergangenen Gerichtsurteilen wurde eine Überschreitung der Richtgeschwindigkeit nicht zwangsläufig als Grund gesehen, eine Mitschuld festzustellen. Das hängt allerdings stets vom Einzelfall ab.

In einem späteren Video spricht Carpool of Eren noch einmal über den Nachgang des Unfalls und erwähnt, dass ihm von der Versicherung des Skoda-Fahrers zumindest bislang noch keine Teilschuld vorgeworfen wurde. Ob es dazu noch kommt, wird sich zeigen.

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Filmen im Auto - Darum sollten Sie davon absehen

Obwohl Dash-Cams auch hierzulande erhältlich sind, sollten Sie vom Filmen während der Autofahrt absehen, falls Sie der Vorgang zu sehr ablenkt und sich dadurch die Unfallgefahr erhöht. Das Filmen mit Smartphones ist grundsätzlich verboten und kann laut dem Bußgeldkatalog bis zu 100 Euro Strafe und einen Punkt in Flensburg nach sich ziehen beziehungsweise sogar bis zu 200 Euro und zwei Punkte in Flensburg, falls es durch die Handy-Nutzung zu einem Unfall kommt. (soa) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Video: Russische Dash Cams

Mehr erfahren: Autofahrer, aufgepasst: Diese Dinge sollten Sie im Herbst unbedingt beachten.

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