Pilotprojekt

Bahn setzt ersten autonomen Elektro-Bus im Nahverkehr ein

+
Erstmals wird in Deutschland ein autonom-fahrender Bus im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt, Betreiber ist die Deutsche Bahn. Foto: Amelie Geiger/dpa

Premierenfahrt bei der Deutschen Bahn: Durch den niederbayerischen Kurort Bad Birnbach pendelt der erste fahrerlose Bus des Staatskonzerns. Eine weitere Strecke ist in Hamburg geplant.

Bad Birnbach (dpa) - Zum ersten Mal kommt im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland ein autonom fahrender Bus der Bahn zum Einsatz. Im niederbayerischen Bad Birnbach hat das Unternehmen das Pilotprojekt im regulären Straßenverkehr gestartet.

Die Bahn will damit den Verkehr auf Straße und Schiene stärker vernetzen, wie Vorstandschef Richard Lutz sagte. "Autonomes Fahren wird Realität auf Deutschlands Straßen." Gerade in ländlichen Gebieten, wo viele Menschen auf ein Auto angewiesen seien, könne so die Mobilität gesteigert werden.

Das von einer französischen Firma entwickelte Elektrofahrzeug EZ10 pendelt in dem Kurort zunächst zwischen dem Ortszentrum und der Therme, ab 2018 soll der Bahnhof an die Strecke angebunden werden. Der Bus bietet Platz für sechs Passagiere auf Sitzplätzen. Sensoren erkennen Hindernisse und lassen den Bus bremsen.

Betreiber ist die Bahn-Tochter DB Regio Bus Ostbayern. Im kommenden Jahr soll ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt werden. Die Fahrt ist für die Passagiere kostenlos. In Zukunft will die Bahn ihre Kunden Lutz zufolge mit dem Bus nicht nur fahrerlos, sondern auch auf Wunsch transportieren. In Hamburg sei für 2018 eine zweite Projektstrecke im öffentlichen Straßenverkehr geplant.

In Bad Birnbach will die Bahn erste Erfahrungen mit dem autonomen Bus in der Praxis sammeln. Deswegen sei auch ein Fahrbegleiter ist an Bord. Er könne bei Bedarf manuell eingreifen, sagte Projektleiter Sebastian Krieg. "Zum Beispiel wenn ein falsch geparktes Auto im Weg steht und umfahren werden muss." Das könne der Bus noch nicht selbstständig. Zunächst sei die Geschwindigkeit auf 15 Stundenkilometer beschränkt, sagte Krieg. Möglich wäre mit dem Mini-Elektrobus Tempo 40. Ein Verkehrshindernis sei der Bus auf dieser Strecke jedoch nicht, weil die Geschwindigkeit sowieso auf 30 Stundenkilometer begrenzt sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Erlkönig gesichtet: Um welchen Sportflitzer handelt es sich hier?

Komplett in mattem schwarz schleicht ein neuer Erlkönig über die Straßen - welcher Autobauer steckt hinter dem sportlichen Boliden?
Erlkönig gesichtet: Um welchen Sportflitzer handelt es sich hier?

Furcht vor unehrlichen Verkäufern beim Gebrauchtwagenkauf

Gebrauchtwagen sind günstiger als nagelneue Modelle. Allerdings fürchten viele Verbraucher, beim Kauf einem Betrüger aufzusitzen. Eine Umfrage zeigt, was ihnen besonders …
Furcht vor unehrlichen Verkäufern beim Gebrauchtwagenkauf

HUK-Coburg stellt sich bei Kündigungen über aboalarm quer

Die HUK-Coburg zeigt sich bei Kündigungen der Kfz-Versicherung über aboalarm störrisch: Eine fehlende Unterschrift ist der Grund für den Zwist.
HUK-Coburg stellt sich bei Kündigungen über aboalarm quer

Darf ich nach einem Glühwein noch Auto fahren?

Schon ein Glas Glühwein kann für Autofahrer zuviel sein. Darauf hat der TÜV Rheinland hingewiesen. Das beliebte weihnachtliche Heißgetränk steige schnell zu Kopf, der …
Darf ich nach einem Glühwein noch Auto fahren?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.