Unbemerkter Unfall

Bei Parkrempler keine Regresspflicht gegenüber Versicherung

+
Beim Ausparken gestreift? Kann die Versicherung in diesem Fall Regress vom Verursacher verlangen? Foto: Arno Burgi

Der Parkplatz ist voll mit Autos und man hat Mühe aus der Parklücke herauszukommen. Da ist ein Rempler an einem anderen Fahrzeug schnell geschehen. Spielt es dann für die Versicherung eine Rolle, ob man den Unfall bemerkt hat oder nicht?

Berlin (dpa/tmn) - Bei Unfallflucht kann die Versicherung den von ihr beim Gegner ersetzten Schaden vom Verursacher zurückfordern. Doch diese Regresspflicht kann unter bestimmten Umständen entfallen.

Das ist der Fall, wenn der Verursacher den Unfall nicht bemerkt hat oder die Versicherung in jedem Fall hätte zahlen müssen. Also auch dann, wenn der Unfall bemerkt worden wäre.

Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Berlin: Beim Ausparken beschädigte eine Frau mit ihrem Auto ein anderes Fahrzeug. Den dort entstandenen Schaden ersetzte ihre Versicherung, forderte aber Regress. Denn die Autofahrerin hätte aufgrund der Unfallflucht ihre Pflicht verletzt. Diese wiederum argumentierte, den Unfall nicht bemerkt zu haben. Und selbst wenn, hätte die Versicherung den Schaden ebenfalls begleichen müssen.

Vor Gericht bekam die Frau Recht. Ob sie den Unfall beim Ausparken bemerkt hatte, darauf komme es nicht an. Denn auch dann hätte die Versicherung zahlen müssen. Zudem müsse die Möglichkeit einer Unfallflucht wegen Fahruntüchtigkeit ausscheiden. Denn Parkunfälle seien nicht "alkohol- und/oder betäubungsmitteltypisch" (Az.: 119 C 3173/17). Über das Urteil berichtet die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Mann kauft in Lidl-Filiale "Führerschein" für 300 Euro

Ist der Discounter jetzt ins Führerscheingeschäft eingestiegen? Das glaubte zumindest ein Mann, der sich dort eine Fahrerlaubnis kaufte, weil er seinen abgeben musste.
Mann kauft in Lidl-Filiale "Führerschein" für 300 Euro

Assistenz-Systeme könnten viele Menschenleben retten

In Deutschland sind zuletzt rund 3200 Menschen pro Jahr im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Ein Teil davon könnte nach Einschätzung von Fachleuten noch leben, wenn …
Assistenz-Systeme könnten viele Menschenleben retten

So lösen Sie eine eingefrorene Handbremse

Der Winter ist der Monat, in dem Sie viel Zeit für Ihr Auto einplanen müssen: Denn Bauteile wie die Handbremse frieren gerne mal ein. So lösen Sie sie wieder.
So lösen Sie eine eingefrorene Handbremse

Tempo 130 auf der Autobahn: Evangelische Kirche startet Petition für Geschwindigkeitsbegrenzung

Immer wieder gibt es Diskussionen über ein flächendeckendes Tempolimit. Jetzt will sich auch die Kirche für Tempo 130 einsetzen, aber noch nicht sofort.
Tempo 130 auf der Autobahn: Evangelische Kirche startet Petition für Geschwindigkeitsbegrenzung

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.