E-Autos aus zweiter Hand

Was beim Kauf gebrauchter Stromer besonders zu beachten ist

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Einstecken und losfahren: Zurzeit entwickelt sich ein Markt für gebrauchte Elektroautos (Symbolbild).

Deutschland ist bereit fürs Elektroauto. Neue Modelle werden im Dutzend präsentiert, auf leisen Reifen rollen sie inzwischen zu Tausenden durch die Stadt und über Land.

Wenn ein Stromer am Kabel hängend am Straßenrand steht, inspiziert niemand mehr verwundert die Ladestation. Allein: Billig ist das nicht. So günstig der Verbrauch ist, so teuer ist der Anschaffungspreis. Vielen sind die Fahrzeuge mit Elektromotor als Neuwagen zu teuer. Warum also nicht gebraucht kaufen?

Nachfrage nach gebrauchten E-Autos steigt

Ein Markt für E-Autos aus zweiter Hand ist durchaus vorhanden, hat AutoScout24 auf Nachfrage unserer Redaktion ermittelt. Seit dem Jahr 2014 gebe es ein Angebot an gebrauchten Fahrzeugen mit Elektromotor. 2018 habe es einen nennenswerten Anstieg gegeben, so die Internet-Gebrauchtwagenbörse. Vor allem zur zweiten Jahreshälfte hin sei außerdem die Nachfrage auf Verbraucherseite gestiegen.

Im Vergleich mit den konventionellen Antrieben sind die Stückzahlen noch sehr gering. 621.587 Benziner und 433.417 Diesel waren im Jahr 2018 im Angebot von AutoScout24. Und 4.388 Elektroautos. Beliebtester gebrauchter Stromer war der Tesla Model S (siehe auch Tabelle), für den ein Durchschnittspreis von 80.784 Euro ermittelt wurde. "Das Angebot stieg im Laufe des Jahres konstant an."

Das Interesse an Gebrauchten mit alternativen Antrieben wachse, so AutoScout24. Insbesondere in Ballungsräumen, wo meist nur kurze Strecken gefahren werden und wo möglicherweise für Autos mit Verbrennungsmotoren Fahrverbote drohen, erwarte man großes Interesse vor allem an Elektroautos. Allerdings herrsche bei potenziellen Kunden auch eine große Verunsicherung hinsichtlich der eher geringen Reichweiten, der langen Ladezeit, der Haltbarkeit der Akkus und der Infrastruktur.

Lesen Sie auch: Elektro-Autos aus zweiter Hand - Das taugen die gebrauchten Saubermänner.

Auf diese Punkte sollten Sie bei gebrauchten E-Autos achten

Beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos gelten prinzipiell die gleichen Regeln wie beim Erwerb eines Diesels oder Benziners aus zweiter Hand. Rechtlich gibt es keine Unterschiede. Laut ADAC sind allerdings einige Besonderheiten zu beachten.

Verschleißteile, die mit einem Verbrennungsmotor und Getriebe zusammenhängen, also beispielsweise Auspuffanlage, Zahnriemen und Kupplung, gibt es bei einem Elektroauto nicht.

Aufgrund des hohen Anfahr-Drehmoments sind die Reifen besonderem Verschleiß ausgesetzt. Diese sollte man also sehr genau unter die Lupe nehmen.

Ob der Elektromotor samt den Nebenaggregaten noch in Ordnung ist, kann man bei einer Probefahrt hören. Dazu alle Lärmquellen wie Radio und Klimaanlage ausschalten und den Wagen langsam rollen lassen. Hört man nichts, ist ziemlich sicher auch nichts defekt.

Wegen geringerer Nutzung verrosten die hinteren Bremsen relativ schnell und müssen möglicherweise bald ausgetauscht werden.

Marderbisse können an den Hochvolt-Leitungen besonders gravierende Auswirkungen haben, deswegen sehr genau auf entsprechende Spuren kontrollieren.

Schenken Sie der Batterie besondere Aufmerksamkeit

Das Alter von Batterien richtet sich sowohl nach dem Produktionsdatum als auch nach der Anzahl der Ladezyklen. Nach Möglichkeit sollte man beide Werte in Erfahrung bringen, denn davon hängt die Lebenszeit der teuersten Komponente des Autos entscheidend ab. Liegen keine gesicherten Werte vor, kann man bei der Probefahrt mit einem voll geladenen Akku feststellen, wie weit man mit dem eigenen Fahrstil kommt und ob dieser Wert den Angaben zur maximalen Reichweite zumindest annähernd entspricht.

Bei einigen Fahrzeuge werden die Batterien nur gemietet. In solchen Fällen muss mit dem Hersteller geklärt werden, welche Bedingungen im Mietvertrag für den Fall eines Verkaufes festgehalten sind.

Erfahren Sie hier: So lange müssen Käufer auf ihre Elektro-Autos warten.

Top Ten der Elektroautos bei AutoScout24

Ranking

Marke

Neupreis

Durchschnittspreis

1

Tesla Model S

ab 71.999 Euro

80.784 Euro

2

Renault ZOE

ab 29.900 Euro

17.143 Euro

3

smart fortwo

ab 11.165 Euro

18.703 Euro

4

BMW i3

ab 38.000 Euro

31.445 Euro

5

Nissan Leaf

ab 31.950 Euro

26.074 Euro

6

Renault Twizy

ab 6.950 Euro

7.223 Euro

7

Volkswagen eGolf

ab 35.900 Euro

30.677 Euro

8

Tesla Model X

ab 98.380 Euro

115.400 Euro

9

Volkswagen up!

ab 22.975 Euro

20.184 Euro

10

Opel Ampera-e

ab 42.990 Euro

37.493 Euro

Quelle: AutoScout24-Inserate aus Deutschland; nur Gebrauchtwagen; Auswertungszeitraum: Februar 2018 bis Januar 2019; Ranking auf Basis der Kontaktaufnahmen; betrachtet werden ausschließlich PKW-Inserate mit Fahrzeugpreisen von max. 250.000 Euro. Inserate nicht älter als 18 Wochen. Dass die Preise für Neuwagen teilweise niedriger sind als die Durchschnittspreise für Gebrauchte, liegt daran, dass es bei diesen Modellen eine sehr günstige Basisversion gibt.

Auch interessant: Diese Vor- und Nachteile haben die Dieselalternativen Elektro, Hybrid und Wasserstoff.

Volker Pfau

Diese neuen Elektroautos kommen 2019 auf die deutschen Straßen

Angeschlossen an eine Ladestation mit 100 Kilowatt Gleichstrom soll die Batterie des Kia Niro laut Hersteller in 42 Minuten von 20 auf 80 Prozent voll laden. Foto: Kia
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4,8 Sekunden braucht der I-Pace von Jaguar für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Der Hersteller verspricht eine Reichweite bis 470 Kilometer mit dem Elektromotor. Foto: Florian Schuh
4,8 Sekunden braucht der I-Pace von Jaguar für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Der Hersteller verspricht eine Reichweite bis 470 Kilometer mit dem Elektromotor. © Florian Schuh / dpa
Wie weit kann er noch fahren? Die restliche Reichweite wird im Jaguar I-Pace auf einem Touchscreen angezeigt. Foto: Florian Schuh
Wie weit kann er noch fahren? Die restliche Reichweite wird im Jaguar I-Pace auf einem Touchscreen angezeigt. © Florian Schuh / Dpa
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Der Audi e-tron ist ein vollelektrischer SUV mit einer Reichweite von bis zu 417 Kilometer. Es ist das erste rein elektrische Modell der Ingolstädter. © Audi AG
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