Kaufberatung

BMW bringt den neuen X2, aber wie schlägt er sich gegen Q2, Seat Ateca, VW T-Roc?

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Wir haben den BMW X2 für Sie getestet.

Zu protzig, zu prahlerisch - bei den neuen BMW-Modellen gehen die Meinungen auseinander. Wir haben einen besonderen Newcomer einem Praxistest unterzogen. Den X2. Die Frage lautet: Ist der Schönling auch ein Held des Alltags?

Und wie schlägt er sich im Vergleich mit der Konkurrenz? Aus dem Premium-Segment tritt er zunächst hausintern gegen den X1 an und dann gegen Audi, hier wahlweise gegen Q2 oder Q3. Wer es günstiger, aber trotzdem nicht langweilig haben will, der greift zum Seat Ateca. Und wenn es um Lifestyle geht, dann hat VW neuerdings in diesem Segment auch ein gewichtiges Wort mitzureden. Mit dem T-Roc. Doch welches Modell soll man sich kaufen?

Kraftvoll und gedrungen, trotzdem elegant: der BMW X2

Analog zur wundersamen BMW-Modellvermehrung im SUV-Segment (X6, X4) gibt es mit dem X2 quasi die sportliche Variante des X1. Und nachdem auch im Jahr 2019 jedes dritte verkaufte Auto in Deutschland ein SUV war (Tendenz weiter steigend), ist die Strategie sicher nicht falsch, weitere Modelle auf den Markt zu bringen.

Unbestritten gut sieht er ja aus – der X2 von BMW. Auch wenn die Coupé-Linie nicht ganz so ausgeprägt ist wie bei seinen großen Brüdern, steht er gut da: Kraftvoll und gedrungen, trotzdem elegant dank der wirklich coolen M-Sport-Ausstattung in sattem Blau. Genauer gesagt: in Misano Blau metallic. Benannt nach dem italienischen Ort Misano an der blauen Adria, gleich hinter Cattolica.

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So viel kostet der BMW X2

Aber Schönheit hat Ihren Preis. In diesem Fall schlägt dieses Extra-Paket schon mit 6.400 Euro zu Buche. Bei einem Grundpreis von 34.050 Euro für die kleinste Motorisierung, den sdrive 18i mit 140 PS, sind das fast satte 20 Prozent Aufschlag. Wenn man dazu, wie bei unserem Testwagen, noch die Steptronic-Automatik mit der Doppelkupplung ordert, dann quert man mit 42.550 Euro schnell eine kleine Schallmauer.

Dafür aber hat man neben allerhand optischer Leckerbissen, wie 19-Zoll-Felgen, Aerodynamik-Paket, Sportsitze, Sportfahrwerk und Lederlenkrad schon mit an Bord. Und mit Park Distance-Control sowie Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion stehen zwei wichtige Assistenten zur Verfügung.

140 PS aus drei Zylindern - ist das nicht zu wenig für den Lifestyle-SUV? Ein klares Nein, obwohl wir das nicht für möglich gehalten haben. Und 9,6 Sekunden von 0 auf 100 hören sich auch nicht unbedingt prickelnd an. Aber ganz im Gegensatz zu den blanken Leistungsdaten fühlt sich der X2 18i sdrive viel kräftiger an als er eigentlich ist. Was auch an der grundsätzlich strafferen Ausrichtung des Fahrgestells liegt.

Weniger Verbrauch, aber auch weniger Ladevolumen

Weniger Pferdchen unter der Haube = weniger Schadstoffe = weniger Verbrauch - so lautet hier die Formel. Mit rund 130 g/km CO2 liegt der X2 auf einem guten Niveau, weil das schon die Werte des realistischeren WLTP-Verfahrens sind. Der Verbrauch sollte knapp unter sechs Litern liegen, bei uns waren es knapp unter sieben Liter. Der eine Liter Unterschied - der ist dem Spaß geschuldet, den wir mit diesem kleinen Fronttriebler hatten.

Im Vergleich zum BMW X1 hat der BMW X2 deutlich weniger Kofferraumvolumen.

Der Platz hinten im Fond ist aufgrund der niedrigeren Dachlinie (minus sechs Zentimeter vorne und hinten) nicht ganz so üppig wie im rund 2.000 Euro billigeren X1. Auch beim Kofferraumvolumen liegt er mit 470 Liter deutlich unter dem günstigeren Bruder, der 505 Liter zu bieten hat (1.355 bei umgeklappter Rückbank und damit fast 200 Liter weniger als der X1). Störend ist hie und da jedoch die hohe Ladekante, da hilft auch der doppelte Boden nichts, sonst wäre sie noch viel höher.

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Unser erstes Fazit zum BMW X2

Wenn man die hausinterne Konkurrenz ansieht, dann könnte man provokant über den X2 sagen: weniger Auto für mehr Geld. Was grundsätzlich stimmt, aber am angepeilten Kundenkreis glatt vorbeigeht. Der X1 ist eher eine gemütliche Familienkutsche oder das klassische Golden-Ager-Auto, während derX 2 mehr die jüngere Klientel anspricht.

Eigentlich ist er ein Coupé für Spaß, Sport und Stil. Letzteren findet man als hübsches Detail auf beiden C-Säulen. Mit dem hier platzierten BMW-Emblem erinnert man an Stilikonen wie den 3,0 CSI. Das war auch ein Coupé und - wie ein bayerischer Autobauer sagen würde: So schee (schön)!

Die Konkurrenz des BMW X2: Der Audi Q2

Doch wie sieht es mit der Konkurrenz aus? Der Q2 aus Ingolstadt wäre zumindest von der Nomenklatur ein direkter Konkurrent, ist aber nicht ganz so groß wie der BMW sowohl was das Platzangebot für Passagiere als auch für die Ladung angeht. Dafür kostet der Ingolstädter auch deutlich weniger als sein oberbayerischer Konkurrent aus München.

Der Audi Q2 wirkt im Vergleich zum BMW X2 etwas angestaubt, ist aber auch schon seit 2016 auf dem Markt.

Die vergleichbare 150-PS-Variante mit tiptronic in Arablaukristall schlägt nur mit 33.300 Euro Basispreis zugrunde, noch 19-Zöller dazu, dann sind wir bei 34.150 Euro. Man sieht schon: Der Weg über die 40.000 Euro ist noch weit. Im Vergleich zum X2 jedoch ist der Q2, der im Jahr 2016 auf den Markt kam, schon ein wenig angestaubt.

Fairerweise käme auch ein Q3 noch als Konkurrent für den X2 infrage. Der liegt der Vollständigkeit halber als S-Line, ebenfalls mit 150 Benzin-PS, Frontantrieb und Automatik-Getriebe und natürlich in Arablau Kristall schon bei 40.400 Euro.

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Die Konkurrenz des BMW X2: Der VW T-Roc und der Seat Ateca

Sieht zumindest so cool aus wie der BMW X2: der VW T-Roc.

Ebenfalls aus dem Volkswagen-Konzern kommen der VW T-Roc und der Seat Ateca. Während ersterer mit einem mindestens so coolen Design wie der X1 aufwarten kann, bietet der Spanier auf den Punkt gebracht: den meisten Platz und die besten Komfort- und Sicherheitsfeatures fürs Geld.

Damit sind wir bei den Preisen. Automatik, 150 PS, R-Line, 19-Zöller und Sonderfarbe Blau kosten beim T-Roc knapp 35.000 Euro. Die spanische Verwandtschaft kommt (gleicher Antrieb, Ausstattung Xcellence, Lavablau) auf rund 2.000 Euro weniger. Mit viel guten Willen und den gleichen Ansprüchen wie einem Döner gegenüber - also einmal mit allem und scharf - kommt man über die 40.000er-Grenze.

Das ist beim Audi Q3 und auch beim X1 mühelos möglich. Beim T-Roc von VW muss man sich ebenfalls leicht anstrengen dieses Geld auszugeben, wenn man aber auf die teuren Diesel oder den 190-PS-Benziner mit Allrad zurückgreift, gelingt auch das.

Unser zweites Fazit zum BMW X2

Der Seat Ateca bietet im Vergleich zum BMW X2 viel mehr Platz.

Deshalb unser zweites Fazit: Wenn es ums Design geht, dann liefern sich X2 und T-Roc ein echtes Kopf- an Kopf-Duell. Entschieden wird es durch den Geschmack oder den Geldbeutel des jeweiligen Käufers. Wenn es auch ums Geld geht, dann gewinnt der Volkswagen. Die Audis laufen hier ein wenig hinter der Blaskapelle her, genauso wie der Ateca, der vorne langweilig aussieht und hinten so als ob Donald Duck mit dem Schnabel gegen die Wand gelaufen wäre.

Geht es hingegen nach Prestige, da findet man den BMW wieder ganz oben auf dem Treppchen, leider landet auch hier der Seat auf dem letzten Platz.

Dafür aber punktet der Spanier mit solider moderner Technik, viel Platz und günstigeren Preisen. Neben dem Q3 ist er der einzige im Quintett, der den Ansprüchen einer Familie gerecht werden könnte. Alle anderen sind mehr oder minder Singles Liebling oder die Lifestyle-Kutsche fürs erfolgreiche Jung-Dynamiker-Paar.

Lesen Sie auch: So viel verdienen BMW, Mercedes und VW wirklich mit ihren Autos.

Rudolf Bögel

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