Es könnte so einfach sein

Forscher hat simple Lösung für das Dieselabgas-Problem

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Es gibt eine Lösung für das Abgasproblem, die einfacher nicht sein könnte.

Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in deutschen Städten werden von Tag zu Tag unausweichlicher. Dabei haben Forscher eine ganz simple Lösung für das Abgasproblem.

Mit Stuttgart als Vorreiter in Sachen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge dürften andere Städte bald nachziehen: Im Februar beschloss die Landeshauptstadt, dass ab 2018 keine Diesel mehr im Ballungsgebiet zugelassen sind.

Damit soll das Problem der enorm hohen Stickoxidwerte in den Griff bekommen werden. Dabei gibt es für das Abgas-Problem eine ganz einfache Lösung, wie ein Forscher erklärt.

Paradoxe Lösung für Abgas-Problem

Was zunächst paradox klingt, macht durchaus Sinn: Denn Matthias Klinger, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden, legte der Welt am Sonntag einen simplen Ansatz für die Minderung des Stickoxid-Ausstoßes von Fahrzeugen vor: Es sollen die Feinstaubgrenzen angehoben werden.

Das heißt: Um Stickoxide zu vermeiden, müssen die Grenzwerte eines anderen Schadstoffes gelockert werden.

Grenzen für Feinstaub anheben: Ist das die Lösung?

Wenn es um die Luftreinhaltung ging, war der Feinstaub lange Zeit im Mittelpunkt der Diskussionen. Um die Menge an den mikroskopisch kleinen Rußpartikeln in der Luft in Grenzen zu halten, tüftelten Autohersteller an den Motoren ihrer Fahrzeuge - mit dem Ergebnis, dass die Betriebstemperatur erhöht werden müsste.

Eine hohe Betriebstemperatur der Motoren sorgt also nun für einen geringen Feinstaub-Ausstoß - im Gegensatz dazu werden aber automatisch mehr Stickoxide produziert. Eine gleichzeitige Verringerung von Feinstaub und Stickoxid-Ausstoß ist laut Klinger physikalisch gar nicht möglich. Und doch fordert die Deutsche Umwelthilfe schon seit langem die "Blaue Plakette", die genau diese Vorgaben erfüllen soll.

Passend dazu: Diese Dieselfahrzeuge sind laut DUH die größten Luftverpester.

Feinstaub-Belastung erhöhen für weniger Stickoxid?

Jetzt fragen Sie sich bestimmt: Ersetzt man damit nicht ein Problem mit einem anderen? So ganz stimmt das nicht. Denn die gefürchtete Feinstaub-Belastung in den Städten kommt nicht etwa von den Dieselfahrzeugen, sondern wird hauptsächlich vom Wetter verursacht. "Dieselfahrzeuge hingegen haben nur einen marginalen, kaum messbaren Einfluss auf die Feinstaubkonzentration", erklärt Klinger.

Würde man also von den unsinnigen Feinstaub-Grenzwerten ablassen, könnten Autohersteller ihre Motoren wieder so einstellen, "dass der Treibstoff bei geringeren Temperaturen verbrennt und damit weniger Stickoxide als Abgase entstehen." Damit löse sich das Abgas-Problem praktisch von alleine - und man spart sich noch dazu einiges an Aufwand.

Feinstaub-Grenze auflockern: Schwieriges Unterfangen

Doch um eine solche Lösung für das Stickoxid-Problem durchsetzen zu können, müsste erst einmal eine unabhängige Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Stickoxid-Konzentration sowie natürlichem und verkehrsbedingtem Feinstaub durchgeführt werden. Danach wäre es an der Politik, die Grenzwerte für Feinstaub abzuschaffen oder zu lockern.

Lesen Sie hier unsere Zusammenfassung zum Abgasskandal und welche Diesel-6-Fahrzeuge, trotz Plakette, die meisten Abgase ausstoßen.

Auch interessant: Aus diesem Grund macht eine technische Nachrüstung der Dieselfahrzeuge keinen Sinn.

Von Franziska Kaindl

Autodebakel - die größten Rückrufaktionen

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