Fahrbericht

Der George Clooney der Coupés: Was kann der Mercedes CLA?

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Das Mercedes CLA Coupé überzeugt nicht nur mit schickem Design.

Erst seit 2013 im Programm von Mercedes Benz - aber mit 750 000 verkauften Fahrzeugen ein echtes Erfolgsmodell. Das CLA Coupé kommt jetzt ganz neu. Wir haben es getestet - bei einer ausgiebigen Testfahrt in Oberbayern.

Der CLA ist ein echter Eroberer. Ein Charmeur, der vor allem Frauen becirct. Der George Clooney der Coupés wird jetzt noch attraktiver. Was vor allem am knackigen Körper liegt. Denn das neue Modell kommt im Coke-Bottle-Design: Geformt wie eine Colaflasche, das heißt knackiges Heck (Colaboden), schlanke Taille und oben rum, quasi zum Flaschenhals hin, wieder breiter.

Mercedes CLA Coupé: perfekte Kurven

Die Spur vorne ist um 45 und hinten um 55 Millimeter gewachsen im Vergleich zur normalen A-Klasse. Was nicht nur gut aussieht, sondern auch der Fahrdynamik in den Kurven zugutekommt. Beim Test auf den oberbayerischen Landstraßen zwischen München und Tegernsee, zwischen Osterwarngau und Allerheiligen kann man das nur bestätigen. Das CLA Coupé ist wirklich ein Auto für die Kurven.

Wer seinen Mercedes überwiegend für solche Ausfahrten nutzen will, sollte dabei besonders sorgfältig auf die Motorenwahl achten. Der 200er Benziner (ab 33.588 Euro) ist mit 163 PS und einem Drehmoment von 250 Nm nicht gerade eine lahme Ente (8,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100), aber mehr für gemütliche Zeitgenossen gedacht.

So viel kostet das Mercedes CLA Coupé

Mit 224 PS (350 Nm Drehmoment) rührt sich da beim 250er (ab 39.508 Euro) schon mehr in der Hose. Fast zwei Sekunden ist er schneller auf Tempo 100. Dafür schluckt er aber auch laut Normverbrauch um rund einen Liter mehr als der 200er und landet bei rund 6,5 Liter (kombiniert).

Am Design hat Mercedes nur leicht nachgeschärft.

Mit dem 180d (ab 33.885 Euro) und dem 220d bietet Daimler auch etwas für die Diesel-Fraktion. 116 respektive 190 PS drängeln sich da unter der Motorhaube, der fettere Diesel rumpelt in 7,1 Sekunden von 0 auf 100. Vier Liter braucht der Kleine, der Große genehmigt sich einen halben Liter mehr. Dank eines zweiten SCR-Katalysators mit Ammoniak-Sperrkat.

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Wir haben das Mercedes CLA Coupé auf Herz und Nieren getestet

Wir waren mit dem kleinen Benziner unterwegs und angenehm von seinem Ansprechverhalten überrascht. Mindestens genauso wie vom Verbrauch, der sich eher an neun Litern orientierte, als an den prognostizierten 5,5 Litern. Trotz eines cw-Werts von 0,23 und damit eines Luftwiderstands, der dem eines Radrennfahrers nahe kommt. Lag aber an diesem Tag vielleicht auch am nervösen Gasfuß. Man sieht jedoch: die nach der neuen WLTP-Norm gemessenen Verbräuche sind schon näher an der Realität dran. Aber mehr auch nicht.

Tatsächlich näher an der Wirklichkeit ist Mercedes mit dem MBUX also mit dem digitalen Cockpit und den vielen elektronischen Helfern. Da ist zum Beispiel das Navi, das Bilder von der Frontkamera einspielt und so das richtige Abbiegen am unübersichtlichen Kreisel mit virtuellen Pfeilen zum Kinderspiel macht. Oder nachts eine bestimmte Adresse suchen? Normal ein echter Horror? Aber mit MBUX-Augmented Reality kein Problem. Das System blendet die Hausnummer einfach ins Kamerabild ein.

Teilautonom unterwegs im Mercedes CLA Coupé

Diese Highlights sind im CLA jetzt ebenso verfügbar, wie einzelne Features des teilautonomen Fahrens. Auch hier liegt Mercedes technologisch relativ weit vorne: vom selbstständigen Spurwechsel beim Überholvorgang auf der Autobahn, über das automatische Anpassen der Geschwindigkeit vor Kurven - bis hin zur intelligenten Verknüpfung mit der Fahrzeugnavigation. Letzteres ist ein genauso überraschendes wie praktisches Feature. Wer zum Beispiel falsch abgebogen ist, den bremst das Navi neuerdings bei der nächsten Wendemöglichkeit automatisch ab.

Und wer schon zu viele Punkte in Flensburg hat, der wird sicherlich die automatische Geschwindigkeitsanpassung an das vorgeschriebene Limit schätzen. Auch wenn es zugegebenermaßen schon ein wenig ungewohnt ist, wenn das Auto wie aus dem Nichts plötzlich die Geschwindigkeit drosselt. Aber dann hat man tatsächlich ein Schild übersehen, und damit hilft diese Funktion, (Buß-)Geld zu sparen.

Nicht nur Sprache, sondern auch Gesten soll die Mercedes Benz User Experience im neuen CLA verstehen.

Sowohl bei der Sprach- als auch bei der Gestensteuerung sind die Fortschritte hör- und sehbar. Zum Beispiel kann das System jetzt zwischen Fahrer und Beifahrer unterscheiden. Und hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange bis nicht nur Befehle ausgeführt, sondern auch komplexere Fragen beantwortet werden.

In den USA geht das schon. Dort kann man zum Beispiel - wer es auch immer braucht - nach dem Geburtsdatum von Donald Trump fragen oder nach einem Restaurant in der Nähe, das asiatisch kocht und einen Kinderspielplatz hat. Schöne, neue Informationswelt. Und so praktisch.

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Was stört uns am Mercedes CLA Coupé

Was es zu meckern gibt? Das ein oder andere Detail. Zum Beispiel das umständliche Schließen der Heckklappe. Der Griff auf der Innenseite ist so blöd angebracht, dass man zwangsläufig auf das Blech greifen muss, um sie zuzumachen. Ebenso unpraktisch ist das Öffnen der Motorhaube. Minutenlang fummelt man auf der Deckel-Unterseite, um den Sperr-Riegel zu finden. Das muss doch auch smart gehen.

Knackiges Heck und schlanke Taille: das neue Mercedes CLA Coupé

Fazit: Wer die schönen Dinge des Lebens mag, der ist mit dem haifischartigen Mercedes-Coupé bestens bedient. Aber auch die inneren (digitalen) Werte überzeugen. Eine unwiderstehliche Kombination, bei der Werte wie Motorleistung und Fahrdynamik eine schon fast untergeordnete Rolle spielen.

Auch interessant: Mercedes CLA - Zweite Generation wird schlauer und digitaler.

Rudolf Bögel

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