Fahrbericht

Indian FTR 1200 S: Viel Charakter, aber auch Kritik

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Die Indian FTR 1200 S macht optisch einiges her.

Die Indian FTR 1200 überzeugt mit gelungener Optik, aber wie macht sie sich auf der Straße? Wir sind mit ihr gefahren.

Eine der spannendsten Neuheiten des Jahres steht vor uns: die Indian FTR 1200. Der US-Traditionshersteller verlässt damit das Cruiser-Segment und baut ein Bike, das an die glorreiche Flat-Track-Vergangenheit der Marke erinnern soll. Wir waren mit dem S-Modell unterwegs, das neben der Race-Replica-Lackierung zwei wohlgeformte Akrapovic-Schalldämpfer aufweist.

Indian FTR 1200: Lob fürs Aussehen und den Motor

Die Farben stehen der Indian super. Sie sieht gut aus und man erhält unterwegs Daumen-hoch-Zeichen und bei fast jedem Stopp Komplimente für die gelungene Optik. Wir verteilen dann auch gleich Mal Lob für den Zweizylinder-Motor: Der erfreut das Ohr mit kernigem Sound, hat ordentlich Vibrationen, um als Teil mit Charakter durchzugehen und bei Bedarf so viel Power, dass das Bike bärenstark durchzieht.

Die Indian in Zahlen

Der V2-Motor mit 1203 ccm Hubraum hat eine Maximalleistung von 123 PS, ein maximales Drehmoment von 115 Nm, das bei 6000 U/min anliegt, und beschleunigt die 237 Kilogramm schwere FTR in 3,6 Sekunden auf Tempo 100. Bei 193 km/h wird abgeriegelt – und das ist auch besser so, denn alles über Tempo 150 ist Unsinn.

Die Anzeige der Indian FTR 1200 ist übersichtlich.

Das Cockpit ist bei der S-Version klar, übersichtlich und originell gestaltet. Trotz kleiner Anzeigen sind die Infos gut ablesbar, die verschiedenen Ebenen sind schnell und einfach auch mit Handschuhen zu verstellen. Unterwegs begeistert das Fahrwerk der sehr handlichen FTR 1200, das einem ermöglicht, sehr agil zu fahren, denn es folgt willig jedem Lenkimpuls.

Auch interessant: Tradition und Moderne: Unterwegs mit der Triumph Scrambler 1200 XC.

Indian FTR 1200: Viel Charakter, aber auch Kritik

Vieles kann man der Indian als Charakterstärke durchgehen lassen, aber ein paar Dinge sollten die Erbauer baldmöglichst verbessern. Dazu gehört die Geometrie des Seitenständers, der ungünstig unter der linken Fußraste platziert ist. Auch die kleinen und fummeligen Blinkerschalter dürften etwas größer sein und das unterm Cockpit versteckte Zündschloss sollte an anderer Stelle platziert werden. Ebenfalls praxisfremd ist der 13-Liter-Tank konstruiert: Dank dessen verschachtelter Hohlräume dauert es sehr lange, bis sich der Sprit überall verteilt hat. Und vor allem im Sommer wird die FTR zum heißen Ofen: Der Doppelauspuff rechts bruzzelt einem den Oberschenkel gar.

Der Doppelauspuff sorgt für viel Hitze um die Oberschenkel.

So viel kostet die Indian

Die Basisversion gibt’s für 14.690 Euro, die von uns gefahrene FTR 1200 S kostet 17.290 Euro. Beim Verbrauch ermittelten wir rund 6,2 Liter auf 100 Kilometer – das ist angesichts der drehzahlintensiven Fahrweise angemessen.

Ebenfalls spannend: Es lebe der Sport: Ducati Panigale V4 S Corse.

Das Fazit zur Indian FTR 1200

Wenn der 16-jährige Sohn, für den normalerweise nur ein Skateboard als adäquates Fortbewegungsmittel zählt und der motorisierten Fahrzeugen relativ wenig abgewinnen kann, die Indian als "geile Maschine" bezeichnet, ist dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Er hat recht.

Lesen Sie auch: Marken, Farben und Motoren: Aral-Studie forscht, was die nächsten 18 Monate bringen.

Volker Pfau

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