Fahrbericht

Traumschiff Surprise: Der Jaguar I-Pace im Alltagstest

Jaguar I-Pace
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Der Jaguar I-Pace im Alltagstest.

Luxus-Limousine oder Edel-SUV? Der Jaguar I-Pace ist nicht sofort in eine dieser Kategorien einzuordnen. Auf jeden Fall ist er ein Elektroauto der obersten Klasse. Der Alltagstest zum Jaguar I-Pace.

Jaguar I-Pace: Die Kommandozentrale

Im Innenraum dominiert die wuchtige Mittelkonsole mit ihren zwei Touchscreens und all den Hebeln, Schaltern und Knöpfen als Kommandozentrale. Man braucht einige Zeit, um in die Logik der Einstellungen und der Bedienmenüs der oberen und unteren Touchscreen* einzutauchen, aber es geht. Gewöhnungsbedürftig ist beispielsweise, dass die Fahrstellungen per Knopfdruck bedient werden.

Der Jaguar I-Pace schwebt los

Ob all der vielen Bedienelemente und Wahlmöglichkeiten vergisst man dann fast den Start. Also D-Taste gedrückt, den rechten Fuß vom Brems- aufs Gaspedal, sanft durchgedrückt und dann schwebt der I-Pace los. Gut, wenn man vorab weiß, dass da zwei Elektromotoren mit je 200 PS werkeln – der Jaguar geht unter Volllast ab wie die Katze auf Mäusejagd und auf der Autobahn ist dann erst bei 200 km/h Schluss. Das kann man mal machen, aber es saugt natürlich extrem viel Energie aus dem Speicher.

Viel mehr Fahrfreude bereitet das 2,2-Tonnen-Raumschiff aber dank (aufpreispflichtiger) elektronischer Luftfederung beim sanften Dahingleiten. Dann hat man das Gefühl, als Lord und Lady unterwegs zu sein und Reichweiten von rund 380 Kilometer sind bei dieser Fahrweise durchaus realistisch.

Eher Langstrecke als Stadt

Ein Stadtauto ist der 4,68 Meter lange I-Pace trotz diverser Einpark- und Abstands-Assistenzsysteme und einem üppigen Kofferraum nicht wirklich: 12,7 Meter beträgt der Wendekreis, die bullige Karosserie ist ziemlich unübersichtlich und die Heckscheibe sehr klein. Zudem hat man durch den Sehschlitz nur eine verzerrte Sicht nach hinten. Unschönes muss man bei Regenwetter registrieren: An der Kofferraumklappe tropft seitlich Wasser rein.

Verbrauch und Reichweite des Jaguar I-Pace

Der Verbrauch pendelte bei unseren Fahrten zwischen 21,5 kWh/100 km bis hin zu 25,5 kWh/100 km. Die Reichweitenangabe des Herstellers von bis zu 480 Kilometern nach WLTP-Zyklus erreichten wir nicht, aber rund 380 Kilometer waren immerhin drin.

Lesen Sie auch: Bremsenergierückgewinnung: So funktioniert die Rekuperation bei Elektroautos*.

So viel kostet der Jaguar I-Pace

Beim Preis hat Jaguar auf die Förderungsrichtlinien für Elektroautos reagiert und den Grundpreis des EV400 S auf netto 64 957,98 Euro festgelegt, so dass man einen staatlichen Umweltbonus inklusive Innovationsprämie von 7.500 Euro bekommen kann. Nichtsdestotrotz summierte sich der Preis für unser Modell auf fast genau 100.000 Euro.

Das Fazit zum Jaguar I-Pace: Schweben auf dem fliegenden Teppich

Fahren mit dem Jaguar I-Pace hat was von Schweben auf dem fliegenden Teppich. Ein Traum, zumal die Limousine in Bezug auf die Ausstattung fast keine Wünsche offen lässt. Aber auch kein billiger Traum. Zudem stellt sich die Frage, wie sinnvoll eine so komfortable Reiselimousine als Elektroauto ist. Mit dem I-Pace will man eigentlich Kilometer um Kilometer fahren und am liebsten gar nicht mehr aussteigen – auf einer längeren Tour muss man das aber doch viel öfter, als einem lieb ist. (Volker Pfau) *tz ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant: Tankstellen in Deutschland müssen künftig auch Ladesäulen für E-Autos aufstellen.

Knigge für E-Auto-Fahrer: Mit diesen Tipps fährt es sich einfach besser

Nissan Leaf an einer Ladesäule.
1. Teilen: Geben Sie das eigene Know-how an andere E-Auto-Fahrer in Foren und Apps weiter, zum Beispiel, wenn neue Ladestationen eröffnet werden. © Nissan
Eine bessere digitale Zusammenarbeit der Behörden soll das Antragsverfahren für E-Autos beschleunigen. Foto: Roland Weihrauch/dpa
2. Rücksicht nehmen: An öffentlichen Ladestationen nie das Ladekabel aus anderen E-Autos-ziehen. Das ist rücksichtslos und kann zudem zu Beschädigungen führen. © Roland Weihrauch
Symbol von E-Lade-Parkplatz
3. Parken: Auch wenn E-Autos an Ladestationen oft gratis parken, sollte man sein Auto nicht dort abstellen, wenn man es nicht laden will. Ein anderer E-Auto-Fahrer könnte den blockierten Platz dringend gebrauchen und ist froh über den Platz am Stecker. © dpa/Patrick Pleul
Autos mit Plug-in-Hybridtechnik kombinieren einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einer E-Maschine und einem Akku. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
4. Akkupflege: Die Batterie nicht vollständig entleeren. Steht der Wagen längere Zeit, sollte man etwa alle 90 Tage auf 80 Prozent laden und dabei den Long-Life-Mode anwenden (siehe Bedienungsanleitung). © Patrick Pleul
Im Inneren eines Teslas drückt ein Mann auf den Touchscreen.
5. Planung: Ladestopps unterwegs können mit diversen Apps und Kartendiensten gut geplant werden. Oft sind die Stationen auch im bordeigenen Navi einprogrammiert. © dpa/Sven Hoppe
Ein weißer Tesla wird an einer Elektroladesäule aufgeladen (Symbolbild).
6. Kommunikation: Wer nur für kurze Zeit laden muss, kann am Auto eine Notiz hinterlassen, wie lange man noch an der Ladestation stehen wird – das hilft den Wartenden bei ihrer Planung. © Friso Gentsch/dpa
Ein Mann misst den Reifendruck während sein Elektroauto auflädt.
7. Reifendruck: Am energieeffizientesten fährt man mit dem vom Hersteller empfohlenen Reifendruck. © dpa/Bernd Weißbrod
Getestet wurden stichprobenartig 20 Gerätegruppen. Oft liegt der Stromverbrauch höher als erwartet. Foto: Tobias Hase
8. Ladeoptionen: Wer seine Fahrten vorausplanen kann, nutzt alle Möglichkeiten des Aufladens: Haushaltststeckdose, Wallbox und Schnellladesäule. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch den Akku. © dpa/Tobias Hase
Müll liegt neben einem Parkplatz
9. Rücksicht: Öffentliche Ladesäulen sollte man pfleglich behandeln, damit der nächste E-Auto-Fahrer ebenfalls problemslos Strom nachladen kann. Auch wenn die Station etwas abgelegen ist – sie ist kein Müllabladeplatz! © dpa/Uwe Zucchi

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