Verschiedene Modelle

Kfz-Leasing im Vergleich: Restwert- oder Kilometerabrechnung?

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Beim Leasing gibt es verschiedene Modelle: Hier erfahren Sie, welche das sind.

Beim Leasing ist das Auto stets auf dem neuesten Stand, mit Monatsraten zahlt man die Kosten ab. Doch welches Modell ist besser - Restwert- oder Kilometerleasing?

Leasing ist eine praktische Angelegenheit: Sie mieten ein Auto, zahlen bequem in monatlichen Raten und am Ende der Laufzeit können Sie bei Verlängerung den Wagen gegen ein neues Modell eintauschen. Damit es am Ende jedoch keine böse Überraschung gibt, sollten Sie die verschiedenen Leasing-Modelle miteinander vergleichen.

Leasing ist eine beliebte Alternative zur klassischen Kfz-Finanzierung. Laut einer Untersuchungen der ifo Investitionstests Anlagenvermietung in Zusammenarbeit mit dem Kraftfahrtbundesamt waren im Jahr 2016 unter den deutschen Kfz-Neuzulassungen 39 Prozent Leasing-Fahrzeuge. Das ist eine Steigerung von neun Prozent im Vergleich zu vor zehn Jahren.

Wie funktioniert Leasing?

Beim Fahrzeugleasing entsteht ein Dreiecksverhältnis mit Leasingnehmer, Leasinggeber und Hersteller oder Lieferant. Der Leasingnehmer wählt sein Fahrzeug nach seinen individuellen Anforderungen bei einem von ihm gewünschten Hersteller oder Lieferanten aus. Die Leasing-Gesellschaft erwirbt das Fahrzeug vom Hersteller oder Lieferanten oder tritt in einen zuvor von Leasingnehmer und Lieferant abgeschlossenen Kaufvertrag ein. Gleichzeitig schließt die Leasing-Gesellschaft einen Leasing-Vertrag mit dem Leasingnehmer über die Nutzung.

Während der Vertragslaufzeit bezahlt der Leasing-Kunde eine festgeschriebene, meist gleichbleibende monatliche Leasingrate für Nutzung, Wertverlust, Kreditzins und Verwaltungskosten. Nach Ablauf des Vertrages gibt der Leasingnehmer das Auto zurück und muss sich nicht um die Vermarktung des Gebrauchtwagens kümmern.

Das sind die Vorteile beim Leasing

Leasing wird oft von Unternehmen genutzt, die ihre Fahrzeugflotte regelmäßig erneuern. Aber auch für Selbstständige und Freiberufler nennt der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen viele Gründe, die für Leasing sprechen: Die monatlichen Raten für die Nutzung sowie die Nutzungsdauer sind von Anfang an für die gesamte Vertragslaufzeit fixiert. Der gewerbliche Leasing-Kunde zahlt in der Regel nur monatliche Leasing-Raten, mit denen er gut planen kann.

Hinzu kommen steuerliche Vorteile, denn die Leasing-Raten können als Betriebsausgaben sofort steuerlich geltend gemacht werden.

Passend dazu: Vorsicht bei vermeintlichen Schnäppchen beim Neuwagen-Leasing.

Restwert- oder Kilometerabrechnung? Diese Möglichkeiten gibt es beim Leasing

Beim Leasing werden grundsätzlich zwei Möglichkeiten unterschieden: Verträge mit Restwertfixierung sowie mit Kilometerabrechnung. Dazu kommen noch verschieden Angebote der Leasinggesellschaften, welche Inspektion, Wartung, Reifenwechsel oder Tankgutscheine beinhalten. Was hinter den verschiedenen Optionen steckt, erfahren Sie hier.

Leasing mit Restwertfixierung

Wenn beim Leasing-Vertrag eine Restwertfixierung vereinbart wird, wird beim Vertragsende der vorab berechnete Restwert des Kfz mit dem tatsächlichen Wert des Autos verglichen und der Unterschied verrechnet. Hier kommt laut ADAC auf den Leasingnehmer ein gewisses Restwertrisiko zu. Es kann passieren, dass am Ende noch die Differenz zwischen dem berechneten Restwert und dem tatsächlichen Restwert bezahlt werden muss. Dabei ist es nicht von Belang, aus welchem Grund das Auto nun weniger Wert ist als geplant.

Doch im Umkehrschluss kann der Kunde sogar Geld zurück bekommen, nämlich wenn dem Auto nichts zu Schaden gekommen ist und es pfleglich behandelt wurde. Wenn sich nach der Laufzeit herausstellt, dass das Auto noch mehr wert ist als zunächst angenommen, kann der Verkaufserlös mit dem Vertrags-Restwert verglichen und die Differenz dem Leasingnehmer ausbezahlt werden. In diesem Fall profitiert er sogar von der Restwertfixierung. Laut dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen werden den Kunden bis zu 75 Prozent vom Mehrerlös ausbezahlt.

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Leasing mit Kilometerabrechnung

Bei einem Kilometervertrag wird zu Vertragsbeginn die Gesamtlaufleistung für das Fahrzeug festgelegt. Liegt der Kunde darüber, muss er eine Ausgleichszahlung leisten. Fährt er weniger als kalkuliert, erhält er Geld zurück. In der Regel gibt es eine Kulanzspanne von 2.500 Kilometern. Die Leasing-Gesellschaft trägt hier das Restwertrisiko. Der Leasingnehmer gibt das Fahrzeug am Vertragsende zurück. Er verrechnet lediglich eventuelle Abweichungen bei der Laufleistung, wenn diese über oder unter der im Vertrag festgelegten Kilometerlaufleistung liegen.

Wichtig: Bei der Kilometerabrechnung ist es wichtig, dass der Kunde schon im Vorfeld seine Kilometerleistung gut abschätzt.

Was bedeutet das Andienungsrecht beim Leasing?

Neben den beiden gängigen Verträgen mit Restwertfixierung und Kilometerabrechnung gibt es noch eine weitere Variante, die kombiniert werden kann: Ein Vertrag mit Andienungsrecht. Hier kann der Leasinggeber am Vertragsende verlangen, dass der Kunde das Auto kauft, wenn es weniger wert ist als kalkuliert. Der Kunde kann hingegen nicht auf einem Kauf bestehen.

Mit diesen drei Punkten geht beim Leasing nichts schief

Egal ob Kilometer- oder Restwertabrechnung: Damit beim Leasing kein böses Erwachen eintritt, sollten diese drei Punkte beachtet werden, bevor man seine Unterschrift unter einen Leasing-Vertrag setzt:

  • Analyse der eigenen finanziellen und beruflichen Situation
  • Vergleich der Finanzierungsmodelle
  • Verträge in aller Ruhe durchlesen, auch auf das Kleingedruckte achten

Das ist bei der Rückgabe nach Vertragsende zu beachten

Gewöhnliche Gebrauchspuren sowie altersbedingte Schönheitsfehler sind durch die Leasingrate bezahlt worden. Mängel und Schäden müssen dagegen vom Leasingnehmer getragen werden. Es kann daher sinnvoll sein, bei Beendigung der Leasing-Laufzeit das Fahrzeug durch einen Fachbetrieb aufbereiten zu lassen.

Wichtig: Es ist ratsam, Sonderbelastungen im Vorfeld abzusprechen. Ein Raucherauto muss beispielsweise besonders gereinigt und eventuell entstandene Brandflecken repariert werden.

Leasing: Was ist im Schadensfall zu tun?

Bei Unfallschäden muss laut ADAC der Leasingnehmer den Leasinggeber unverzüglich benachrichtigen. Diese Arbeiten gebe der Leasinggeber dann in Auftrag und bezahle sie auch. Bei einem Totalschaden sieht die Situation anders aus. Zwar zahlt die Versicherung in der Regel den Wiederbeschaffungswert, die bis Vertragsende noch offenen Leasingraten übernimmt sie aber nicht. Die bleiben auch ohne Auto am Kunden hängen.

Darf beim Leasing das Auto auch von Dritten gefahren werden?

Normalerweise ist die Nutzung des Fahrzeugs durch Familienangehörige oder Freunde kein Problem. Verboten ist jedoch die professionelle Weitervermietung. Wer auf Nummer sicher gehen will, wirft aber besser einen Blick in den Vertrag oder fragt direkt bei der Leasinggesellschaft nach.

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