Parksünder

Mutter parkt im Halteverbot vor Kita - deshalb ist sie über Strafzettel echauffiert

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Nur wenige Minuten im Halteverbot - schon folgt das Knöllchen. Da wird mancher Autofahrer skeptisch.

Eine Mutter stellte ihr Fahrzeug für fünf Minuten im Halteverbot ab, um ihr Kind in die Kita zu bringen - der Strafzettel folgte sogleich. Nun ist die Mutter empört. 

Die dreifache Mutter Anja Kraschutzki brachte ihr jüngstes Kind in die Kita "Die kleinen Strolche" in der Stadt Waren in Mecklenburg-Vorpommern, bevor sie sich auf den Weg zur Arbeit in Neubrandenburg begeben wollte. Um möglichst schnell wieder unterwegs zu sein, parkte sie deshalb so nah wie möglich an der Kita. Allerdings begab sie sich dabei wissentlich ins Halteverbot - woraufhin der Strafzettel prompt folgte. 

Mutter erhält Strafzettel im Halteverbot: Doch sie hegt einen Verdacht

"Die (Anm. d. Red.: Strafe) werde ich selbstverständlich bezahlen. Mir geht es aber ums Prinzip", erklärt die Mutter daraufhin dem Nordkurier. Ihrer Meinung nach sei es nämlich kein Zufall, dass ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes genau zu dieser Zeit in jenem Halteverbot unterwegs war.

Sie hegt den Verdacht, dass er zu den Bringzeiten regelrecht auf Eltern lauere, die das Halteverbot ignorieren. Dieses existiert nur für kurze Zeit, weil Teile der Straße saniert werden. "Durch die Baustelle herrscht eine besondere Situation", meint Anja Kraschutzki. "Alle Parkplätze in der Nähe sind morgens schnell belegt, wenn viele Eltern ihre Kinder zur Kita bringen." Sie habe bewusst darauf geachtet, keine Ausfahrten zu versperren. "Es muss doch einen Ermessensspielraum geben", ist deshalb ihr Appell.

Aufgrund dessen machte sich die Mutter auch sofort zum Ordnungsamt auf, um ihre Situation zu erklären - vergebens. Nach Ansicht der Verwaltung blockierte das Auto zwar keine Ausfahrten, aber Baustellenfahrzeuge. Das Halteverbot existiere aufgrund der Belieferung der Baustelle. Außerdem klärte man sie über die Rechtslage auf und wies darauf hin, dass 400 Meter von der Kita entfernt auch ein Festplatz sei, auf dem man parken könne. Damit will sich Anja Kraschutzki jedoch nicht zufriedengeben: Ihrer Meinung nach würden Probleme nicht ernst genommen werden.

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Gezielte Kontrollen? Ordnungsamt äußert sich zu Vorwürfen

Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel verteidigt indessen seine Mitarbeiter: "Ich muss mich vor meine Mitarbeiter stellen. Wir dürfen den Berufsstand im öffentlichen Ansehen nicht kaputt machen lassen, so wie es bei Lehrern und Polizisten schon passiert ist", erklärt er.

Auch der betroffene Mitarbeiter, welcher den Strafzettel hinterlassen hat, gibt an, keine gezielten Kontrollen zu Bring- und Holzeiten der Eltern durchzuführen. Er sei zuvor in der benachbarten Straße unterwegs gewesen, bevor er vor der Kita kontrollierte. Die Statistik des Ordnungsamtes zeigt ebenfalls, dass es aufgrund des Halteverbots nicht zu einer außergewöhnlichen Menge an Strafzetteln gekommen sei: Seit Anfang des Jahres bis zum 28. Februar gab es sieben Verwarnungen in der betroffenen Straße.

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