Erster Kontakt mit dem Porsche-SUV

Scharf, schärfer, der neue Cayenne

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Den Porsche gibt’s zum Start nur als Benziner: Hybrid und Diesel sind angekündigt

Im Jahr 2002 bauten die Konstrukteure aus Zuffenhausen den ersten Cayenne. Jetzt bringt Porsche die dritte Generation auf den hart umkämpften SUV-Markt. 

Ferry Porsche wusste schon vor 30 Jahren, was die Kunden seinem Konzern aus den Händen reißen werden. „Wenn wir einen Geländewagen nach unseren Qualitätsvorstellungen bauen würden, der zudem den Porsche- Schriftzug trägt, dann würden ihn die Leute kaufen“, prophezeite er und musste gleichzeitig massive Kritik einstecken. Die Zeit der SUV war noch nicht gekommen. Im Jahr 2002 bauten die Konstrukteure aus Zuffenhausen dann den ersten Cayenne – ein Kassenschlager! Über 770 000 Exemplare liefen seitdem vom Fließband. Jetzt bringt Porsche die dritte Generation auf den Markt – scharf, schärfer, Cayenne!

Porsche Cayenne in dritter Generation: Mix aus Supersportler und SUV

Autor Johannes Heininger hat den neuen Porsche Cayenne getestet.

Kaum ein anderer Sektor ist derzeit umkämpfter – jedes Jahr überschwemmen Autobauer weltweit den Markt mit neuen SUV-Modellen. Doch einer ragt deutlich hervor. Porsche vereint mit dem Cayenne die Attribute eines Supersportlers mit den Fahreigenschaften eines Geländewühlers wie kaum eine andere Marke. Imposant die Optik: Der neue Cayenne ist länger, breiter und flacher als seine Vorgänger geworden. Während die Designer an der Front nur dezente Änderungen vornahmen, ziert nun auch das Cayenne-Heck das feuerrote Leuchtband.

Die größte Hürde für die Ingenieure: mehr Ausstattung, weniger Gewicht. Dank der Leichtbau-Karosserie, in der noch mehr Aluminium verarbeitet wurde, hat der neue Cayenne satte 65 Kilo abgespeckt. Gleichzeitig verpasste Porsche der neuen Version noch dickere Reifen auf der Hinterachse, eine Hinterachslenkung wie beim 911 sowie eine Dreikammer- Luftfederung.Der elektrische Wankausgleich ermöglicht noch komfortablere Kurvenfahrten.

Ähnlich wie Audi-Konkurrent Q7 ist der neue Cayenne mit den modernsten Assistenten ausgestattet. Abstandstempomat, Stopandgo-Funktion, Spurhalte- und Spurwechselassistent erhöhen Sicherheit und Komfort. Porsche geht auch in Sachen Konnektivität mit der Zeit. Der Cayenne ist mit WLAN, LTE-Telefonmodul, Online-Sprachbedienung und vielen Apps voll vernetzt.

Der neue Cayenne: Kraftprotz auf höchstem Niveau

Der neue Cayenne ist länger, breiter und flacher als die Vorgänger.

Weil die Ingenieure statt eines Tablets auf Rädern aber vielmehr einen Kraftprotz auf höchstem Niveau bauen wollten, wurde die Leistung der V6- und V8-Motoren noch einmal verbessert. Die Turbo- Triebwerke kamen erstmals im neuen Panamera zum Einsatz und werden ab Dezember ebenso Cayenne-Fahrer begeistern. Auch hier folgt Porsche dem Downsizing- Prinzip, heißt: kleinere Hubräume, mehr Leistung, mehr Drehmoment.

Porsche bringt zunächst drei Benziner auf den Markt. Der Einsteiger arbeitet mit einem Sechszylinder mit drei Litern Hubraum, 340 PS und 450 Nm Drehmoment. Noch rasanter ist man mit dem Cayenne S unterwegs (440 PS, 550 Nm). Das schnellste Pferd im Stall ist der Turbo mit 550 PS und 770 Nm Drehmoment. Letzterer beschleunigt im Sport-Plus-Modus trotz eines Gewichts von rund 2,2 Tonnen in beeindruckenden 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Der Cayenne S schafft das Kunststück in 4,9 Sekunden. Beim Einsteiger wird’s auf dem Tacho ab 5,2 Sekunden dreistellig.

Solche Kräfte wollen gebändigt werden. Deshalb hat Porsche allen Versionen eine neuartige Keramikbremse spendiert. Diese ist mit Wolframcarbid beschichtet, soll widerstandsfähiger sein und bis zu 30 Prozent weniger Feinstaub produzieren – hier hat Porsche den Umweltfaktor versteckt. Denn beim Verbrauch scheint dieses Auto aus der Zeit gefallen. Zwar gibt der Hersteller beim stärksten Cayenne, dem Turbo, einen Durchschnittsverbrauch von 11,9 Litern pro 100 Kilometer an – doch dafür sollte man äußerst behutsam mit dem Gaspedal umgehen.

Sportlich ist beim Cayenne auch der Preis. Das Einstiegsmodell gibt’s ab 74.828 Euro, der Cayenne S ist ab 91.964 Euro zu haben und für den Turbo ruft Porsche satte 138.850 Euro auf. Wen diese Summen nicht abschrecken, der bekommt für sein Geld einmal mehr einen kompromisslosen Supersportler im SUV-Mantel geboten.

von Johannes Heininger

Zum Weiterlesen: Warum ist das Zündschloss beim Porsche eigentlich links vom Lenkrad?

Hier kommen die Dicken: Die SUVs von der IAA

Der X5 soll einen großen Bruder bekommen. Der BMW Concept X7 iPerformance zeigt, wohin die Reise gehen könnte - technisch wie stilistisch. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Citroën bockt den C3 zum SUV auf: Den Kleinwagen gibt es jetzt auch als Aircross-Version. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Soll noch 2018 durchstarten: der Mercedes GLC F-Cell mit Brennstoffzelle an Bord. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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So sieht man bei VW die SUV-Zukunft: der I.D. Crozz am Messestand. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Anders als das Schwestermodell Hyundai Kona nicht mit Allrad zu haben: der Kia Stonic. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Der Kona ist ein 4,17 Meter langes SUV von Hyundai. Marktstart noch im November. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Eher als Kleinwagen-SUV geht am Seat-Stand der vom Ibiza abgeleitete Arona durch. Allradantrieb ist nicht geplant, dafür aber eine Erdgas-Version. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Preisbrecher: Der Dacia Duster wird auch weiterhin eines der günstigsten SUVs bleiben. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Kommt Ende des Jahres in den Handel: Der neue Ford Ecosport erhält auf Wunsch neuerdings einen Vierradantrieb (im Bild die Ausführung ST-Line). Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Kommt im Frühjahr in den Handel: der 4,38 Meter lange Skoda Karoq. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Vereinte Kräfte: Opels Grandland X ist in Gemeinschaftsproduktion der Rüsselsheimer mit der neuen Konzernmutter PSA entstanden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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Stärkster der Baureihe: Porsche hat das Tuch von der Turbo-Version des Cayenne gezogen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn
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