Fahrgast gestürzt

Schadenersatz-Klage: Busfahrer auf Handicap hinweisen

+
Geh- oder sehbehinderte Menschen sollten im Bus vorne einsteigen und den Busfahrer über ihr Handicap informieren. Foto: Jens Büttner/dpa

Busfahrer müssen Rücksicht auf geh- oder sehbehinderte Passagiere nehmen. Doch er muss von ihnen wissen. Das ist ein wichtiger Fakt, wenn jemand Schadenersatz nach einem Sturz einklagen will.

Berlin (dpa/tmn) - Im Bus halten sich die Fahrgäste am besten immer sorgfältig fest. Denn wer hinfällt, wenn der Bus plötzlich anfährt oder bremst, bekommt in der Regel keinen Schadenersatz. Anders sieht es bei geh- oder sehbehinderte Passagiere aus.

Der Fall: Ein gehbehinderter Mann stieg hinten in einen Bus ein. Als dieser anfuhr, stürzte der Mann. Er forderte darauf vom Beförderungsunternehmen Schadenersatz. Ohne Erfolg.

Der Busfahrer ist nur dann gehalten, sein Fahrverhalten entsprechend anzupassen, wenn er von behinderten Fahrgästen weiß. Nach Ansicht des Kammergerichts Berlin (Az.: 22 U 112/15) hat ein Busfahrer allerdings meist keinen Überblick über alle Fahrgäste. Das betrifft auch deren etwaige Handicaps - es sei denn, dass er besonders hierauf hingewiesen wird.

Der DAV rät daher geh- und sehbehinderten Fahrgästen, nur über den vorderen Eingang in den Bus zu steigen und den Fahrer auf ihr Handicap hinzuweisen. Sie sollten ihn bitten, erst dann loszufahren, wenn sie einen sicheren Halt gefunden haben. Hält sich der Fahrer nicht daran, bestehen laut DAV gute Chancen auf Schadenersatz.

Auf das Urteil weist die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Dieselskandal: Vorgerichtliche Anwaltskosten werden ersetzt

Der Käufer eines vom Dieselskandal betroffenen PKW hatte gegen den Hersteller geklagt, nachdem dieser sich weigerte, das mit einer manipulierten Software ausgestattet …
Dieselskandal: Vorgerichtliche Anwaltskosten werden ersetzt

V-Klasse unter Strom: Der neue Elektrogleiter EQV schafft mehr als 400 Kilometer

Mercedes bringt den Flüsterbus. EQV heißt die elektrische Variante der V-Klasse. Wir kennen schon erste elektrisierende Details.
V-Klasse unter Strom: Der neue Elektrogleiter EQV schafft mehr als 400 Kilometer

Abbiegen auf einer Kreuzung müssen Fahrer abstimmen

Ob man als Linksabbieger vor oder nach einem entgegenkommenden Fahrzeug abbiegt, müssen Fahrer situationsabhängig entscheiden. Eine klare Regelung gibt es nicht.
Abbiegen auf einer Kreuzung müssen Fahrer abstimmen

Seltenster Porsche der Welt wird versteigert - doch es wird zum Reinfall des Jahrhunderts

Diese Auktion werden die Gäste wohl nicht so schnell vergessen: Ein begehrter Oldtimer wurde bei Sotheby's versteigert. Doch der Preis sorgte für Gelächter.
Seltenster Porsche der Welt wird versteigert - doch es wird zum Reinfall des Jahrhunderts

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.